Vielen Dank für alles, lieber Winfried!

Als Winfried Kretschmann 2011 Ministerpräsident wurde, war ich 16 Jahre alt.

Winfried und @gruenebw haben verstanden: Das war ein gewaltiger Vertrauensvorschuss der Wählerinnen und Wähler - dem wir offenbar im besten Sinne gerecht geworden sind, sodass man uns inzwischen weitere drei Mal die Führung der Regierung anvertraut hat.

Das ist dem Politikstil zu verdanken, den Winfried geprägt hat. Land über Partei. Die Menschen ernst nehmen, auch wenn sie eine gänzlich andere Meinung vertreten. Die Politik des Gehörtwerdens ist deshalb so erfolgreich, weil sie authentisch ist.

Winfried hat bei seiner Verabschiedung in Berlin noch einmal betont: Die Arbeit im Bundesrat hat ihm Freude bereitet, weil es dort nicht um parteipolitische Abgrenzung, sondern um die Suche nach Konsens geht.

Entsprechend war Winfried nie der große Wahlkämpfer. Und trotzdem der bislang erfolgreichste Grüne aller Zeiten.

Er ist aber kein reiner Machtpolitiker, sondern seine Politik hat immer eine Richtung mit intellektueller Substanz und einen tieferen Sinn für das Gemeinwesen verfolgt. Als freiheitsliebender Ökologe und Verantwortungsethiker hat er mir dabei fast immer aus dem Herzen gesprochen.

Das Geraune, Winfried sei kein echter Grüner, habe ich immer als sehr oberflächlich empfunden. Kaum jemand steht so leidenschaftlich für den ökologischen Kern unserer Politik wie er, und kaum jemand hat bis in konservative Milieus hinein so überzeugend für eine tolerante, moderne Gesellschaft geworben. Mit seiner eigenen, authentischen Sprache, die aus tiefster Überzeugung kommt.

Niemand konnte bisher so viel Grüne Politik in die Realität umsetzen wie er. Weil er es mit den Menschen gemeinsam getan hat, und die Menschen ihm vertraut haben. Er ist damit seit vielen Jahren ein Vorbild für mich, und seine Politik hat mich damals motiviert, selbst den Grünen beizutreten. Unser Politikstil in Baden-Württemberg hat auf so viele Menschen so nachhaltig gewirkt, dass wir unsere Erfolgsgeschichte jetzt mit Cem Özdemir weiterschreiben dürfen. Das ist wirklich historisch.

Vielen Dank für alles, lieber Winfried!

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