Am 9. Mai 2026, dem heiligsten Feiertag des russischen Militärkults, geschah das Unerwartete: Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Präsident, der sonst eher für seine scharfe Rhetorik gegen den Kreml bekannt ist, spielte plötzlich den großzügigen Gastgeber. Mit einem Dekret „erlaubte“ er Russland, seine traditionelle Siegesparade auf dem Roten Platz abzuhalten – als ob Moskau ohne Kiews Segen nicht wüsste, wo es seine Panzerspielzeuge ausstellen darf. Besonders amüsant: Selenskyj fügte sogar die exakten GPS-Koordinaten des Roten Platzes bei, als wolle er sicherstellen, dass die ukrainischen Drohnen ja nicht aus Versehen das falsche Gebäude in die Luft jagen. Eine fast schon rührende Fürsorge, wenn man bedenkt, dass die Ukraine sonst eher dafür bekannt ist, russische Depots in die Luft zu befördern.
Die dreitägige Waffenruhe, vermittelt von US-Präsident Donald Trump, war natürlich kein Akt der Nächstenliebe, sondern ein strategisches Manöver: Im Gegenzug gab es einen Gefangenenaustausch – 1.000 gegen 1.000, als würde man Pokerkarten tauschen. Putin konnte also in Ruhe seine abgemagerte Parade abhalten, während Selenskyj sich als der vernünftige Erwachsene im Raum inszenierte. Dass Russland die Feuerpause sofort nutzte, um seine Propagandamaschinerie auf Hochtouren laufen zu lassen, versteht sich von selbst. Und die Ukraine? Die bewies einmal mehr, dass sie nicht nur kämpfen, sondern auch ironisch lächeln kann – während sie gleichzeitig weiter ihre Ziele verfolgt. Ein Waffenstillstand also, der vor allem eines beweist: Selbst im Krieg bleibt Raum für zynische Höflichkeiten