Entwicklungszusammenarbeit ist seit mehr als 50 Jahren aktiv und mit enormen Summen “ausgestattet” ( u.a. 2013 mit 134 Milliarden US Dollar), ist ein Hebel in der Weltwirtschaft. Warum die weltweite Armut nicht signifikant vermindert wurde, scheint ein Rätsel. In meinen Beitrag möchte ich die Frage beleuchten, wollen wir wirklich helfen, die Armut in den sogenannten EZA-Ländern zu mindern oder gar zum verschwinden zu bringen? Derzeit beträgt das tägliche Einkommen der allerärmsten zwischen 1-2 EURO/Dollar also rund geschätzt 50 pro Monat. Was würde Weltwirtschaftlich geschehen wenn diese doch sehr große Gruppe durch die “Hilfe” zwischen 100-200 pro Monat an Einkünften lukrieren könnte – natürlich alles ohne jegliche Kinderarbeit. Welche Auswirkungen auf Rohstoffpreise und Aktien in der Folge auch auf die Auswirkungen auf unser Sozialsystem, Pensionskassen u.v.a.mehr. Diese Frage wurde Makroökonomen gestellt – zwischen keiner und ausweichenden Antworten ist das Spektrum groß.
Ohne eine Verschwörungstheoriewelle hervorrufen zu wollen: Wenn die Textilarbeiterinnen in Bangladesch auf Grundnahrungsmittel von Erzeuger/Innen der Einkommensgruppe von 100-200 zurückgreifen müssen, könnten unsere Textilien nicht mehr so preisgünstig sein. Auch Produkte wie Handy oder Sportschuhe und vieles andere mehr, werden von Personengruppen produziert deren Lebensmittelerzeuger und Zulieferer für den täglichen Bedarf weit entfernt von der 100-200 Einkommensschwelle liegen. Anderseits ein/eine österreichischer Pensionist/in welcher bereits Steuer bezahlt kann nicht von Fair-Trade Produkten leben. Fair Trade Produkte sind vielleicht von der Einkommensgruppe 100-200 EURO/Dollar welche dies als ein monatliches Einkommen haben. Wie weit sich die Menschen mit diesem doch bereits “besserem” Einkommen selbst weiter entwickeln können ist zu hinterfragen weil sie in der lokalen Bevölkerung zu einer kleingruppe gehören ohne wirtschaftspolitische Relevanz, und kann höchstens als positives Beispiel ohne weltwirtschaftliche Auswirkungen angesehen werden. Wie die Auswirkung auf unsere Leben ist können wir bei den kleinen Beispiel von Fair Trade Produkten ersehen, ein österreichischer Minderst-Pensionist kann sich dieses Preisniveau nicht leisten. Darum die Wiederholung der Frage, wollen wir wirklich helfen, oder tun wir nur so um unser humanistisches Gewissen zu beruhigen ohne das grundlegende Veränderungen bei unseren Lebenshaltungskosten entstehen.
Positive Beispiele in der EZA-Arbeit sind leider nur wenige bekannt. Mir sind nur drei bekannt, BRAC in Bangladesch http://www.brac.net/ , SEKEM in Ägypten Film http://www.youtube.com/watch?v=5lqKpFHU8is ca. 5 min und SONGHAI in Benin (Westafrika) Film http://afrika.arte.tv/blog/?p=2203 ca 7 Minuten.
Interessant ist auch, wenn Hilfsorganisationen in Österreich und Mitteleuropa auf die positive Arbeit dieser NGO´s angesprochen werden beginnt ein verbaler Einigelungsprozess. Ein kopieren dieser positiven Arbeit scheint nicht erwünscht obwohl ohne weiteres möglich. Es gibt für gute positive Arbeit auf diesem Gebiet keinen Urheberrechtsschutz.
Welche Aufgabe nimmt nun die nationale und internationale EZA in der Weltwirtschaft wahr, Systemerhaltung oder gravierende Veränderungen.
Auf eine Diskussion freut sich
Gerhard Karpiniec