Da wir Menschen immer älter werden, macht es logischerweise Sinn, das Rentenalter zu erhöhen & die drei LLLs (lebenslangeslernen) zu postulieren. Allseits heißt es ja: Die Zeiten sind vorbei, in denen man sein ganzes Leben in einem Unternehmen verbringt. Vielfalt & Weiterbildung ist angesagt - Neues lernen, am Ball bleiben. Denn jung, dynamisch & modern ist die Devise!
Rein theoretisch eine schöne Vorstellung z.B. mit 50 noch einmal durchzustarten.Warum auch nicht, man/frau fühlt sich fit & aktiv, interessiert & aufgeschlossen & mitten im Leben.
Doch am Arbeitsmarkt sieht die Realität anders aus: Denn kaum hat man die magische Zahl erreicht - schwupp ist man auf dem absteigenden Ast gelandet. Falls man/frau nicht über ausreichend Vitamin B verfügt, wird der Jobmarkt für Menschen ab 50 zur Todeszone. Verstärkt wird das durch Politik & Medien, die durch die 50+-Initiative allen dieser Altersgruppe das Gefühl geben, "am Abstellgleis" gelandet zu sein.
Während in der Schweiz das "Expertenwissen" von Menschen mit Erfahrung geschätzt & dementsprechend honoriert wird, ereilt man/frau in Österreich die Kursmaßnahme des AMS, um wenigstens statistisch die Initiative als Erfolg darzustellen. Dabei tönt schon der Begriff 50+ wie eine Krankheit für die es keine Heilung gibt. Es scheint auch so zu sein, denn man/frau wird in eine gesonderte Kategorie verschoben, aus der es kein Entrinnen gibt - man/frau ist zu jung für die Rente & zu alt für einen Job.
Da bei uns ja bekanntlich alles "anders" ist, hat sich die Regierung dafür etwas Schlaues ausgedacht: Unternehmen, die diese "Sonderkategorie" dennoch engagieren, müssen die ersten drei Monate für diese Spezies nichts bezahlen, das übernimmt der Staat - also der Steuerzahler. Hurra - es lebe die Wirtschaft!
Denn gehts der Wirtschaft gut - gehts uns allen gut....wenigstens für drei Monate....so einfach! Oder ist es vielleicht doch ein bisserl zu einfach?