"Der letzte Tanz der Indigenen" in New Mexico ist zu Ende

„Der letzte Tanz der Indigenen" in New Mexico ist zu Ende. Wie berichtet, war ich Ende April 2026 bei diesem Mega-Event in Albuquerque in New Mexico mit meiner Kamera dabei.

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Ausgestattet mit einer Sondergenehmigung. Die letzten indigenen Völker Süd- und Nordamerikas wollten bei ihren heiligen Tänzen keine Kameras dabei haben. Verständlich. Schließlich sehen sie sich nicht als Touristenattraktion. So musste ich auch sehr sorgsam mit meiner Sondergenehmigung und der Kamera umgehen.

Tausende Indigene trafen sich am ehemaligen Expogelände in der Hauptstadt Albuquerque in New Mexico – zum Tanzen, Trommeln, Beten und Mahnen, um noch einmal eine vergangene, von der weißen Gesellschaft zerstörte Welt auferstehen zu lassen.

„Wir leben bereits in der Endzeit der vierten Welt“, sagen die Indigenen aus dem Stamm der Hopi, den Pueblo-Indigenen. Sie entstammen den ältesten indigenen Clans Amerikas. Schon vor zehntausenden Jahren gab es ihr Volk – sie lebten in den verborgenen Canyons New Mexicos und Arizonas. In ihren Stammesgebieten finden sich am Boden noch Fußabdrücke der Dinosaurier sowie eine Naturgestaltung, die einzigartig ist.

Drei Welten sind durch die Dummheit der Menschen bereits zerstört worden. Jetzt, in der vierten Welt, sind wir alle auf dem besten Weg, wieder als Menschheit unterzugehen.

Ich habe dieses lebende Volk auch in ihrem Reservat besucht, ein Gebiet voller roter Felsen und Canyons, vom Monument Valley über den Antelope Canyon bis zum Grand Canyon.

Mit wenigen Worten könnte ich diese gewaltige Natur nicht beschreiben. Wir sogenannten modernen Menschen sind sprachlos geworden. Diese Indigenen ziehen sich zurück – daher ihr letzter Tanz in Albuquerque.

Hans-Herbert Erregger Hans-Herbert Erregger

Die Ursache unseres gierigen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen dieser Welt konnte ich am Lake Powell Stausee in Page, Arizona, deutlich sehen. Der Wasserspiegel dieses Stausees hat sich bereits um mehr als zehn Meter zurückgezogen. Der See trocknet aus – und damit bald auch Glitzerwelten wie Las Vegas und Co.

Eigentlich ist bald für uns alle der letzte Tanz zu Ende.

Während der drei Tage mit tausenden Indigenen bin ich sehr still und nachdenklich geworden. Ich befand mich in einer Welt, die tausende Jahre zurückreicht. Kein Kitsch, kein Touristentanz – sondern eine lebendige Kultur, die viele von uns weder verstehen noch tolerieren wollen. „Primitive Indianer mit lächerlichen Tänzen“, werden wohl viele sagen – Nostalgie einer sterbenden Kultur.

Die Macher dieser Welt sind doch wir – die moderne weiße Kultur?

Ich gab mich still diesen Trommeln, Tänzen und Gesängen der Indigenen hin und wurde sehr klein und nachdenklich. Kein Mode-Schamanismus, keine Selbstfindungsveranstaltung, kein Humbug oder Nostalgietreffen.

Ich spürte die Wehmut eines Volkes, das zum letzten Mal in dieser Größe tanzte.

Eine Erde – ein blauer Planet Erde – eine Mutter aller Völker. Die vierte Welt neigt sich dem Ende zu. Die Indigenen der Hopi singen für ihre Kachinas – geistige Helfer, die für sie existieren. Diese Kachinas sind es, die versuchen, uns Menschen wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Kein Humbug, sondern altes Wissen.

Wir alle sollten darauf hören – ansonsten ist auch diese vierte Welt der Hopi bald Geschichte.

Mit meiner Kamera hatte ich in Albuquerque nur kurz die Möglichkeit, einen Zauber einzufangen, der existiert.

So etwas kann dich nicht äußerlich, aber innerlich mit diesen indigenen Hopi, Navajos, Apachen, Comanchen, Zuni, Anasazi – mit diesen alten Seelen verbinden.

Aber glauben wir modernen Weißen, so gescheite Menschen, noch an so etwas? Wir werden es sehen.

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