Future Love - Warum nicht einen Roboter lieben?

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Die Liebeskultur ist gespalten wie Politik und Gesellschaft es sind. Die einen bevorzugen immer noch die Herzschmerz-Sadomaso-Beziehung mit Ohrfeigen und Tränen, eine infantile Beziehung aus grauer Vorzeit der Menschheit. Die anderen wollen nur ihre Libido möglichst rasch und kompromisslos befriedigen, wofür ihnen bald ein Mittel zweckmäßig erscheint und sei es eine aufblasbare Gummipuppe oder sonst irgendein lebloses Instrument der Küchen- oder Pornoindustrie.

Es gibt aber auch noch etwas dazwischen: Den perfekt gestylten, ausdauernden, hochtechnisierten Frauenversteher, auf den eine Frau nicht mehr verzichten will, wenn sie einmal das Vergnügen mit ihm hatte. Dieser clevere, den Wünschen der Frau angepasste Sonnyboy aus Blech und Kunststoff versteht sein Handwerk wie Eros und hat eine Ausdauer wie Nurmi, der bedeutendste Leichtathlet der jüngeren Geschichte.

Eros-Nurmi trinkt nicht, raucht nicht und hat niemals einen Umfaller. Er ist die ganze Nacht hindurch und in jeder Kaffeepause fit wie ein Turnschuh. Die Zufriedenheit der Frau ist sein Programm. Man muss ihn einfach mögen.

Dem strohdummen Gehirn ist es völlig egal, mit wem man es tut. Hauptsache, man tut es. Das Gehirn kann nicht unterscheiden, wessen Hand die Haut berührt, ob die eigene oder eine fremde. Diese Erkenntnis liegt im Bewusstsein, nicht im Gehirn. Daher können wir uns auch selbst streicheln und selbst zum Höhepunkt bringen, ohne dass es zu neurobiologischen Zwischenfällen kommt. ;)

Nur das Ego regt sich immer auf. Es spuckt Gift und Galle, wenn es nicht erhört wird. Dieses Ego will erobert werden, will Anerkennung erfahren, will geliebt werden - Ansprüche, über die das 21. Jahrhundert müde lächeln wird. Eitelkeit, Dünkelhaftigkeit, Speziesismus, Narzissmus - das sind Eigenschaften für die Mottenkiste. Der Begriff 'Liebe' wird keine verlässliche Aussage mehr sein. Schon jetzt meint jeder etwas anderes, wenn er von Liebe redet. Der Begriff Liebe reicht vom Hohelied der Liebe, dem altertümlichen Minnegesang bis zum Treppenhaus-Quickie und pornographischen Darbietungen im Swingerclub. Dabei kommt Liebe, die wahre, die ohne Ego-Beteiligung, dieses reine Gefühl ohne jegliche Objekt-Beziehung, gänzlich ohne Sex aus. Sobald sich die Liebe ein Objekt sucht, verliert sie ihre ursprüngliche, göttliche Reinheit. Liebe ohne Objektbezug ist schwer erfahrbar und kaum zu ertragen. Deshalb sagt man: Ich liebe dich.

Die Vorzüge des Liebhabers aus der Smart Factory sind unbestritten:

.) Er ist nicht eifersüchtig.

.) Er ist nicht besitzergreifend.

.) Er ruft nicht dauernd an.

.) Er betrügt oder hintergeht mich nicht.

.) Er riecht beim Küssen nicht nach Bier, Zigaretten oder Zahnpaste.

.) Er überträgt keine Krankheiten.

.) Er ist klinisch sauber.

.) Er braucht kein Frühstück am Morgen danach.

.) Man muss ihm keine Wäsche waschen, keine Hemden bügeln.

.) Man braucht also keine Angst zu haben, falls er sich einquartiert - kein Stress mit ihm!

.) Vielleicht kennt er sogar romantische Gute-Nacht-Geschichten und die neuesten Nachrichten des Tages, wenn er ein Premium-Roboter mit Zusatzpaket ist?

Was das Wesentliche aber ist: Wer einen Roboter lieben kann, kommt der wahren Liebe ein Stück näher.

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http://www.nachrichten.at/nachrichten/society/Von-Romantik-bis-Robotersex-So-lieben-wir-in-Zukunft;art411,2627796

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kerosina apfelkern

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Michel Skala

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Zaphod Beeblebrox

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