Der neue Bundestag ist noch nicht einmal zusammengetreten und schon gibt es Gejammer und Beschwerden. Nein, es geht diesmal nicht um die AfD, sondern um die Frauen. Die fühlen sich nämlich unterrepräsentiert. Schließlich sind etwas über 50% der Bevölkerung in Deutschland weiblich, im neuen Bundestag beträgt die Frauenquote aber nur knapp 31 %. Und ganz furchtbar: Das ist ein Rückschritt gegenüber der letzten Legislatur. Da lag die Quote nämlich noch bei 37 %, haben findige Köpfe herausgefunden. Was für ein Skandal! Schon wird eine Frauenquote für den Bundestag gefordert.

Auch in bin entsetzt - über solchen Schwachsinn. Können die Mädels (und die Jungs, die auf Frauenversteher machen und in das Wehklagen einstimmen) nicht rechnen oder sind die einfach nur blöd. Und wenn, was ist schlimmer?

Also noch einmal für alle, die jetzt ob dieser schreienden Benachteiligung der Frauen hyperventilieren. Hier mal ganz langsam zum Mitlesen:

Wie kommt man in den Bundestag, Mädels? Nein, falsch, man wird eben (noch) nicht von der örtlichen Frauenbeauftragten berufen. Und nein, man kann sich bei der Bundestagsverwaltung oder bei unserer geliebten Angie auch nicht einfach mal so bewerben und wird dann zum Vorstellungsgespräch geladen. Wie dann?

Ok, ich erklär das mal kurz: Ob Ihr es glaubt oder nicht, man wird von einer Partei nominiert und zwar nach einer meist jahrelangen Ochsentour mit Buckeln nach oben und Treten nach unten und Schleimen und Arschkriechen und was da sonst noch alles an Qual-lifikation notwendig ist. Was natürlich auch heißt, man muss um in den Bundestag zu kommen, Mitglied einer Partei sein, also z. B. CDU/CSU oder SPD oder Grüne. Und hier, das muss ich Euch Mädels nun leider einmal sagen, lässt Euer Engagement sehr zu wünschen übrig. So sind z. B. nur 20% der CSU-Mitglieder weiblich. Bei der FDP sind es gerade einmal 23%. Selbst beim Spitzenreiter, den Grünen, sind nur 39% der Parteimitglieder Frauen. Und das obwohl sie doch über 50% der Bevölkerung ausmachen. Schämt Euch Mädels!

Gemessen daran, zeugt der Frauenanteil von 31 % im Bundestag sogar eher von einer Überrepräsentanz der Frauen in diesem Hohen Haus. Denn sie sind im Bundestag stärker vertreten, als es ihrem Engagement in den meisten Parteien entspricht. Besonders stark tritt das bei den Grünen zutage. Nur 39 % der Parteimitlieder sind weiblich, aber 58 % der Bundestagabgeordneten. Welche Diskrepanz! Darum her mit der Männerquote bei den Grünen! Oder?

Also, liebe Frauen und liebe Männer mit Dyskalkulie, habt ihr diesen Zusammenhang verstanden? Wisst Ihr nun, warum man mitnichten davon sprechen kann, Frauen seien im Bundestag unterrepräsentiert? Wenn nicht, auch egal. Im Zeitalter von Political Correctness, Feminismus und Gender Mainstreaming zählen Zusammenhänge und Sinn und Verstand ohnehin nicht.

Allerdings bin ich gern bereit, Euch Mädels womöglich eines als mildernden Umstand anzurechnen - denn mal so ganz unter uns: Wer in die Politik geht, in einer Partei ist, muss der nicht ein Depp sein? Eure fehlende Präsenz in den Parteien könnte also nicht allein Eurem fehlenden Engagement, sondern auch der Erkenntnis geschuldet sein, dass ihr kein Depp, sorry, keine Deppin, sein wollt. Das würde mir Euch fast schon wieder sympathisch machen.

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mike.thu

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