Femonationalismus – wenn Feminismus nur zählt, solange er dem Nationalismus dient

Femonationalismus – endlich gibt es ein Wort für ein Phänomen, das längst Realität ist: Feminismus ist nur dann etwas wert, wenn er dem Nationalismus dient. Frauenrechte werden nicht verteidigt, weil Frauen geschützt werden sollen, sondern weil sie sich hervorragend eignen, um politische Feindbilder zu konstruieren. Plötzlich entdecken Menschen, die sich sonst nie für Gleichberechtigung interessiert haben, ihre angebliche Sorge um „unsere Frauen“. Aber nur, wenn diese Sorge gegen andere instrumentalisiert werden kann. Nur, wenn sie in ein nationalistisches Narrativ passt. Nur, wenn sie nützt.

Femonationalismus heißt: Frauenrechte werden benutzt, um rassistische Narrative zu pushen. Genau das passiert hier. Gewalt gegen Frauen wird ethnisiert, kulturell aufgeladen, als Problem „der anderen“ markiert. Dabei zeigen Studien seit Jahren, dass nicht Herkunft entscheidend ist, sondern soziale Faktoren: ökonomische Unsicherheit, patriarchale Strukturen, fehlende Prävention, mangelnde Unterstützungssysteme. Doch diese unbequemen Wahrheiten stören die politische Erzählung, die gebraucht wird.

Stattdessen wird ein Bild gezeichnet, das bequem ist: Wir sind die Fortschrittlichen, die Zivilisierten, die Beschützer. Sie sind die Bedrohung, die Rückständigen, die Gefahr. So wird Gewalt gegen Frauen nicht bekämpft, sondern missbraucht – als politisches Werkzeug, als moralische Waffe, als Vorwand für Ausgrenzung und Abschottung.

Und genau das lenkt vom eigentlichen Problem ab. Gewalt ist strukturell. Sie ist tief verankert in Machtverhältnissen, in gesellschaftlichen Normen, in patriarchalen Systemen. Sie passiert überall: in reichen Familien, in armen Familien, in Städten, auf dem Land, in allen Kulturen. Nicht alle Männer. Aber immer Männer. Diese Realität wird durch femonationalistische Rhetorik unsichtbar gemacht, weil sie nicht ins gewünschte Narrativ passt.

Femonationalismus ist deshalb nicht nur heuchlerisch, sondern gefährlich. Er verhindert echte Lösungen, echte Prävention, echte Solidarität. Er spaltet, wo Zusammenhalt nötig wäre. Und er verrät die Frauen, in deren Namen er angeblich spricht.

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