oder der Tag, an dem man sich Untätigkeitskanzler Faymann zurückwünscht.

In der Regel bin ich ein Verfechter davon, dass es immer besser ist, eine suboptimale Entscheidung zu treffen, als gar keine. Die Untätigen, die Zuseher, werden in der Wirtschaft die Letzten sein. Werner Faymann hat grandios gezeigt, wie man als Kanzler jahrelang weder eine Meinung noch eine sichtbare progressive Betätigung haben kann. Keiner hätte sich in all den Stillstandsjahren vermutlich gedacht, es würde nach Untätigkeitskanzler Faymann schlimmer werden. Doch das Irren ist bekanntlich menschlich und jeder, der so dachte, hat in seiner Analyse einen Faktor vergessen. Ein Kanzler kann nicht nur progressiv handeln, sondern auch zerstörerisch. Er kann die Wirtschaft und ihre Vorantreiber nicht nur entlasten, sie entfesseln, sondern den Akteuren auch Steine in den Weg legen. Was Christian Kern nun mit der sogenannten Maschinensteuer vor hat, ist ein Spiel mit dem Feuer der Wirtschaft, welches seit Jahren ohnehin starken Winden ausgesetzt ist.

Ich weiß, das digitale Zeitalter bzw. zweite Maschinenzeitalter wird Veränderungen bringen; die Arbeitslosenquote wird in Zukunft nicht mehr so leicht kleinzuhalten sein. Die Industrie 4.0 wird einen heute noch unvorstellbaren Eingriff ins Beschäftigungsfeld der Niedrigqualifizierten vornehmen und wird für duzende Tätigkeiten, die wenig kognitive oder soziale Fähigkeiten bedürfen und einfach wiederholbar sind, menschliche Arbeit obsolet machen.

JA, wir werden darüber nachdenken müssen, ob ein (nahezu) bedingungsloses Grundeinkommen eines Tages notwendig wird, um Heere Niedrigqualifizierter zu besänftigen.

Doch dieser Tag liegt - noch - in der Zukunft.

Wir werden an diesem Tag vermutlich unser gesamtes Steuersystem überdenken müssen.

Was es jedoch auf alle Fälle nicht braucht, Herr Bundeskanzler Kern, ist eine Maschinensteuer oder Wertschöpfungsabgabe im Jahr 2016. Mir scheint, Ihnen ist in keinster Weise bewusst, was eine solche für unser Land bedeuten würde. Es ist ein absoluter Trugschluss, zu glauben, die Beschäftigungsrate würde steigen, bloß weil Produktionsanlagen, Material, oder sonstige Gegenstände entlang der Wertschöpfungskette besteuert werden. Das einzige was Österreich dadurch - sowohl in den 1980ern als auch heute – passiert, ist, dass einige der verbliebenen Großen ins maschinensteuerfreie Ausland abwandern und die KMUs an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Wenn Sie das wollen, dann volle Kraft voraus in den Abgrund, Herr Kern.

Die Kern-Frage für die Wirtschaft wird anscheinend sein, wie lange Sie die Zügel ziehen. Wenn diePresse Ihre Einfälle zur Wirtschaft vor einigen Tagen als noch ein wenig undurchdacht definiert, ist das wohl ein fahrlässiger Euphemismus Ihres Unvermögens. Unser Land und seine Wirtschaft stärken, das geht anders.

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