Eine kurze Geschichte des Judenhasses

Der Judenhass holt und erhält seine Existenzberechtigung von den höchsten Autoritäten. Im Mittelalter beruft sich der Antijudaismus auf die Religion des Christentums. Nach der Aufklärung wird die Wissenschaft zur höchsten Autorität erhoben. Der Antisemitismus wird wissenschaftlich begründet. Anschließend kommen die Menschenrechte daran und den Juden wird weltweit vorgeworfen, dass sie und nur sie – zumindest zu 98%, wenn man den Statistiken der UNO glauben schenkt – die Menschenrechte brechen und deshalb eine Spezialbehandlung à la NS verdienen.

Neuerdings vergehen keine Jahrhunderte mehr, bis hochgeachtete Autoritäten gelöscht und abgelöst werden. Noch läuft der Mainstream den vorgegaukelten Menschenrechten hinterher, da beginnst schon das postfaktische Zeitalter. In diesem Zeitalter gilt nicht mehr das Wissen über Religion, Wissenschaft oder Gesellschaft, sondern gefühltes Wissen, unbegründete Meinungen und Bauchgrimmen sind die höchsten Autoritäten, nach denen sich der sich für fortschrittlich haltende Teil der Menschheit richtet.

Komplizierend und erschwerend kommt hinzu, dass die zeitlich begrenzten höchsten Autoritäten der Menschheit nebeneinander bestehen. So verschwindet der religionsbasierte Antijudaismus nicht, nur weil der wissenschaftsbasierte Antisemitismus sich durchsetzt. Auch im ausgehenden Zeitalter der Menschenrechte finden sich genügend Nischen für die überkommenen Formen des Judenhasses.

Der Kampf gegen den Judenhass ist somit ewiglich. Kaum spricht sich beim Volk herum, dass die Juden keine Gottesmörder sind, schon werden sie als Krankheitserreger gehalten. Nicht nur unter Hitler sind Juden Bazillen und Krebserreger, sondern auch im Gazastreifen unter den Terroristen und Gaza-Herrschern der Hamas, die deshalb einige EU-Staaten als gute Menschen wiedereinstufen wollen. Während offizielle Palästinenser dem wissenschaftlichen Judenhass der NS-Zeit frönen, bekämpfen ihre abendländischen Unterstützer die Juden als Menschenrechtsfeinde. Da es den Juden halbwegs gelingt, beide Hassideologien erfolgreich zu bekämpfen, kommt die UNESCO mit dem religionsbasierten Antijudaismus daher.

Dem Judenhass ist somit vergönnt, auf immer und ewig bis zum Ende aller Tage zu bestehen. Welche Strategien sich die Juden zur Bekämpfung des postfaktischen Judenhasses ausdenken werden, ist bisher nicht bekannt. Ob der postfaktische Judenhass überhaupt angehbar ist? Von besiegbar will ich momentan nicht schreiben.

Der seit mehreren Jahrtausenden mit dem Judentum beginnende immerwährende Judenhass ist momentan der einzige religiöse, wissenschaftliche, gesellschaftliche und meinungsbasierte Beweis für die Existenz Gottes. Gut möglich, dass es den Judenhass schon vor den ersten Juden gibt. Gottes Wege sind unergründbar!

Ich gehe ungern auf die aktuellen Erregungen ein, die das Lutherjahr einbringt. Es ist nicht zu befürchten, dass Synagogen mit oder ohne Juden darin in Deutschland brennen werden. Manche Muslime, die gerne den Judenstern tragen würden, warten sehnsüchtig darauf, dass Moscheen angezündet werden. Sie sollten die Geschichte des Judenhasses studieren, bevor sie sich freiwillig dem „Jude-Sein“ unterziehen wollen. Vorteile sind nicht vorhanden.

Es passt gut zum Lutherjahr, dass die Katholische Kirche gemeinsam mir der Evangelischen Gemeinschaft in den friedlichen jüdischen Nahen Osten reist, um u.a. den muslimischen Tempelberg zu besuchen. Auf dem Rückweg sollten sie im römisch-olympischen Vatikan eine Pause einlegen, bevor sie die nationalsozialistische christliche Judensau in Wittenberg bewundern. Ich empfehle den Muslimen, die geil auf Judensterne sind, einen guten Ort für eine postfaktische Muslimsau zu suchen. Ein geeigneter Ort auf Grund der antisemitischen Politik der Stadt wäre der Dom zu Köln. Der Dom zu Aachen ist zu unbedeutend!

Nun gibt es glücklicherweise (?) gebildete religiöse Juden, die die Schuld des Judenhasses bei sich und den Mitjuden suchen. Ich schreibe hier nicht über jüdische Selbsthasser, die es in jeder deutschen Mittel- und Großstadt für wenig Geld gibt, sondern von tief religiösen Juden, die einen Ausweg aus dem Judenhass suchen, ganz im Gegensatz zu den selbsthassenden Juden, die jeden Weg zum Judenhass suchen. Es handelt sich um Kabbalisten, deren Denken vielen Juden und den meisten Judenhassern fremd ist.

Die Kabbalisten sind jüdische Sucher nach Gott. Bisher haben nur wenige, wahrscheinlich ein einziger Kabbalist, Gott gefunden, ohne den Verstand zu verlieren. Die heutigen wenigen Kabbalisten sprechen laut aus, was niemand, weder Jud’ noch Christ, weder Muslim noch Atheist, hören will: Die Welt hat den kleinen Flecken Land nicht den Juden gegeben, weil sie im Holocaust beinahe verschwunden wären!

Palästina sollte die Heimat der Juden sein. Doch bevor den Juden Palästina als Heimat übergeben wird, wird Palästina 2x von Großbritannien und der Weltgemeinschaft geteilt. Sieht so eine erfolgreiche Staatsgründung aus? Wie im zaristischen Russland, wo ein Judenkind nur dann die Schule besuchen darf, wenn der Judenvater neben seinem Judensohn einem russischen Kind das Schulgeld bezahlt, dürfen Juden nur deshalb in Palästina siedeln, weil 80% der den Juden versprochenen Gebiete muslimischen Arabern zugestanden werden. Die Araber, bald „Palästinenser“ geheißen, sind die zaristischen Russenkinder, die die Juden tätscheln müssen, damit sie – die Juden - ein Recht auf eine eigenständige Existenz erhalten.

Warum also schenkt die Welt den Juden einen eigenen Staat wie einst der geliebte Führer Hitler den Juden Theresienstadt geschenkt hat?

Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges sind weltweit und groß. Der Holocaust wird darunter subsummiert. Die Welt sieht die Ermordung von 40% aller Juden als Kriegsverbrechen an, was insoweit richtig ist, dass hierzu ein Krieg notwendig ist. Doch die Juden befinden sich nicht im Krieg mit den deutschen Nazis. Die Nazis hätten die Juden auch ohne Krieg eliminiert. Nach dem weltumspannenden Krieg wollen die Nationen der Welt, dass das Gute im Menschen die Geschicke der Menschheit bestimmt. Deshalb schenken sie den Juden eine schmalen und unfruchtbaren Streifen Land entlang des östlichen Mittelmeeres, der nach menschlichen Ermessen nicht gegen Angriffe von Feinden verteidigt werden kann. Doch die Juden – oder ist es Gott ? – verteidigen sich und ihr Land, das ihnen Gott nach der Thora zugewiesen hat. Genau das wollen die kriegsmüden Staaten der Welt nicht. Sie wollen keine jüdische Heroen sehen, sondern gebeugte Juden, die die Welt verbessern.

Doch die Juden lästern die Welt, also Gott. Sie weigern sich beharrlich, das Licht der Völker (Or lagojim) zu sein. Deshalb haben die Juden nach Ansicht der Kabbalisten ihren göttlichen Auftrag verfehlt. Deshalb wird die Menschheit nicht erlöst. Deshalb betreten wir das postfaktische Zeitalter. Deshalb herrscht nicht Recht, Moral und Ethik, sondern das Unrecht des gerade Stärkeren. Und an allem sind die Juden schuld! Deshalb gibt es Judenhass, für immer und ewig ...

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Serano

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fischundfleisch

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