Die iranische Aktivistin, die seit Jahren gegen das frauenfeindliche Stadionverbot im Iran kämpft, ist zu einer globalen Symbolfigur geworden. Sie trotzt einem Regime, das Frauen systematisch aus dem öffentlichen Raum verdrängt und ihnen selbst den Besuch eines Fußballspiels verbietet. Doch ausgerechnet sie – die Frau, die den Mut hat, sich gegen die islamistische Staatsdoktrin zu stellen – wurde bei der Fußball‑WM erneut ausgeschlossen. Nicht vom Iran. Sondern von den USA. Die Trump‑Administration verweigerte ihr das Visum, und damit blieb ihr der Zugang zu genau jenem Ort verwehrt, für den sie jahrelang gekämpft hat.
Und hier kommt die FIFA ins Spiel – jene Organisation, die sich gern als Hüterin des Weltfußballs inszeniert, aber in Wahrheit vor allem eines schützt: den eigenen Glanz. Die FIFA hätte diese Aktivistin problemlos einladen, unterstützen, politisch absichern und mit einem simplen diplomatischen Druckmittel in die USA bringen können. Sie hat es nicht getan. Genau wie beim somalischen Schiedsrichter, der ebenfalls nicht einreisen durfte. Für die FIFA war es offenbar kein Problem, hunderte VIPs, Sponsoren, Funktionäre und Selbstdarsteller mühelos über jede Grenze zu schleusen. Aber Menschen, die für die Rechte von Frauen kämpfen? Menschen, die den Fußball überhaupt erst zu einem globalen Freiheitsraum machen könnten? Dafür reichte der Wille nicht.
Gianni Infantino interessiert sich nur für jene Geschichten, in denen er selbst im Rampenlicht steht. Solange er sich nicht im Glanz sonnen kann, ist das Schicksal dieser Aktivistin für ihn irrelevant. Die FIFA hat damit nicht nur versagt – sie hat aktiv dazu beigetragen, dass die Unterdrückung iranischer Frauen auch auf amerikanischem Boden fortgesetzt wurde.
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Was sagt es über die FIFA aus, wenn sie das zulässt – obwohl sie es mit einem Fingerschnippen hätte verhindern können?
Was sagt es über eine Regierung aus, wenn sie dieselbe Politik umsetzt wie das islamistische Regime, das sie öffentlich kritisiert? Wenn eine US‑Administration dieselben Ausschlüsse reproduziert, die iranische Hardliner seit Jahrzehnten praktizieren? Wenn eine Frau, die gegen die Unterdrückung im Iran kämpft, plötzlich auch im Westen vor verschlossenen Türen steht?
Es wirft die Frage auf, ob eine Regierung, die sich als Verteidigerin westlicher Werte inszeniert, diese Werte wirklich schützt – oder ob sie sie selektiv anwendet. Wenn eine Aktivistin, die gegen islamistische Diskriminierung kämpft, am Ende durch amerikanische Politik ebenfalls ausgeschlossen wird, dann zeigt das, wie schnell Freiheit zu einem politischen Werkzeug wird – und wie leicht Regierungen unbeabsichtigt die Muster derer übernehmen, die sie eigentlich kritisieren.