Auch Österreich hat seinen Relotius: es ist der quasi "Paradeintellektuelle" der Linken, Robert Menasse, der seit langem von der Abschaffung der Nationen schwärmte, von der Ausrufung der europäischen Republik (zusammen mit Ulrike Guerot), etc.

Dabei verwendete er offenbar auch erfundene Zitate von Walter Hallstein, dem ersten Kommissionsvorsitzenden der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die der Vorläufer der EU war.

https://www.welt.de/kultur/article186002284/Robert-Menasse-hat-Zitate-erfunden-Was-kuemmert-mich-das-Woertliche.html

Nicht nur, dass er in angeblich guter Absicht Zitate erfand, sondern er soll mit diesen erfundenen Zitaten auch der FPÖ unabsichtlich Argumentationsmaterial geliefert haben, mit dem sie gegen die EU agieren konnte.

Johann Wolfgang von Goethe hatte schon recht mit seinem "Zauberlehrling":

erst die Überheblichkeit des jungen, unerfahrenen Zauberlehrlings:

"Hat der alte Hexenmeister sich doch einmal wegbegeben und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben."

Und dann später gerät alles ausser Kontrolle:

"Herr! Die Not ist groß, die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los."

So schnell wird ein Intellektueller zum Möchtegern-Intellektuellen und Scharlatan.

Garniert haben soll Menasse das mit dem Ausspruch: "Was kümmert mich das Wörtliche ?"

Menasse behauptet offensichtlich, als Einziger den wahren Sinn hinter den Walter-Hallstein-Aussagen gefunden zu haben, und zu einem erfundenen Zitat, das sein angebliches Denken wiederspiegle, zusammengebastelt zu haben. Ob das eine reine Entschuldigung ist, nachdem man in flagranti erwischt wurde, lasse ich einmal dahingestellt.

Auf jeden Fall scheint die Methode "Der Zweck heiligt alle Mittel" nicht nur beim "Spiegel" und Deutschlands oft mit Rot-Grün sympathisierenden Journalisten und Intellektuellen üblich zu sein, sondern auch in Österreich. (Was seit 1986, als Jörg Haider FPÖ-Chef wurde, was heftige und vielfach überzogene Reaktionen vieler Journalisten nach sich zog, nicht überrascht)

Zusätzlich spielt Menasse mit der Janusköpfigkeit seiner Existenz: teils sachlicher Politautor, teils reiner Romancier, glaubt er sich offensichtlich über historische Korrektheit erhaben und als Sachbuchautor erfinden zu dürfen wie als Romancier.

Na, dann ...

Der ORF und sein rot-grünes Milieu unter VSStÖ-Mann Wrabetz spielte Menasse rauf und runter, ohne bzgl. einer der hunderten Menasse-Sendungen zu überprüfen, ob seine Methoden seriös sind oder nicht.

Aufgedeckt wurde dieser Schwindel von einem deutschen Medium, weil wir in Österreich bekannt völlig blind gegenüber Missständen im Journalismus sind, weil wir mit der Younion eine Fusion aus Gemeindebedienstetengewerkschaft (dominiert von den Gemeindebediensteten des "roten" Wien) und Journalistengewerkschaft haben. Wenn Journalisten es wagen, im Gemeindebedienstetenmilieu bzw. im roten Milieu nach Missständen zu recherchieren, laufen sie Gefahr, den Schutz der Gewerkschaft zu verlieren. Daher übt man lieber übertriebene Kritik an FPÖ oder ÖVP statt angebrachte Kritik an SPÖ und Grünen. Österreich ist so gesehen des Musterland des halbseitig-blinden Journalismus.

Beschlossen wurde die Fusion von Gemeindebediensteten- und Journalistengewerkschaft 2009 unter Kanzler Faymann (SPÖ), der aus der Wiener Gemeindepolitik kam, und sowohl zu Journalisten als auch zu Gemeindebediensteten ein gutes Verhältnis (also Kritiklosigkeit) wollte und auch bekam.

Was haben Gemeindebedienstete und Journalisten gemeinsam, das für eine solche Fusion spricht ? Eigentlich nichts, ausser, dass es so manchem SPÖ-dienlich erschien.

Aber das war vielleicht falsch gedacht: es folgte die größte türkis-blaue Mehrheit aller Zeiten und der Absturz von Rot-Grün unter die 33%-Marke, die die Verfassungssperrminderheit bedeutet.

Frei nach George Orwell könnte man sagen: "Gemeindebedienstete sind Journalisten, Journalisten sind Gemeindebedienstete. Missstände bei Gemeindebediensteten kann es gar nicht geben, daher ist kritischer Journalismus unnötig. Und eine Fusion möglich"

Und Journalisten-Doyen Günther Nenning, der einst sagte "Journalisten sind G´fraster" (schlimme Kinder), ist längst tot und vergessen.

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