Zerschlagt die falschen Altäre! Blut, Brot und Selbstbetrug!

Hört mich an, ihr Kinder der Nebelwälder und Moorlande! Wie lange noch wollt ihr euch von fremden Wüstengöttern erzählen lassen, was Frühling, Wiedergeburt und Natur bedeuten? Wie lange noch sollen wir, die Erben der alten Haine, die Nachfahren jener, die mit Eichen sprachen und mit Flüssen verhandelten, so tun, als kämen unsere Feste aus irgendeiner staubigen Steppe, in der kein Hase je freiwillig leben würde?

Ich sage euch: Der eierlegende Hase ist wahrer als all die importierten Mythen zusammen!

Denn was ist glaubwürdiger – ein Säugetier, das aus purer Fruchtbarkeit Eier hervorbringt, oder Geschichten aus Landschaften, in denen selbst der Morgentau verdunstet, bevor er den Boden berührt?

Unsere Ahnen wussten es: Der Hase ist ein Bote der Zwischenwelt, ein Wesen, das die Grenze zwischen Wintertod und Frühlingsleben durchbricht. Und ja, er legt Eier – denn die Natur schert sich nicht um eure Logik, sondern um Symbole, die wirken.

Und der Tannenbaum! Der heilige, immergrüne Wächter der Nordlande!

Er trägt Bratäpfel, weil die Natur uns zeigen wollte, dass Wärme mitten im Frost möglich ist.

Nicht Palmen, nicht Ölbäume, nicht jene Pflanzen, die nur in fernen Reichen gedeihen, die sich in winzige Fürstentümer der Bedeutungslosigkeit aufspalten, jeder Stamm ein eigener Gott, jede Düne ein eigener Anspruch.

Wir hingegen feiern mit dem, was uns umgibt – mit dem, was uns nährt, mit dem, was uns überdauert.

Ach, und diese scheinheiligen Kirchkriecher! Diese knienden Bußakrobaten mit Hornhaut so dick wie Eichenrinde, die dem goldenen Kalb des Weihrauchnebels huldigen, als wäre Rauch schon Wahrheit. Kaum verlassen sie die Kirchentreppe, vergessen sie jeden guten Vorsatz wie ein Tropfen Weihwasser im Abfluss. Sie wallfahren, legen Blumenteppiche, schwenken Fahnen – nur um im heiligsten Moment das große Paradox zu vollziehen: Menschenfleisch essen, Menschenblut trinken, und es „Erlösung“ nennen, während sie sich selbst betrügen.

Doch die große Verehrungsindustrie, diese Maschinerie der Fehlinterpretationen, will uns weismachen, wir seien rückständig, wenn wir an Hasen glauben. Sie verkauft uns Symbole, die nicht aus unseren Böden wachsen, und nennt es „Tradition“.

Wie verlogen! Wie künstlich! Wie erbärmlich fehlgeleitet!

Unsere keltischen Vorfahren verstanden, dass die Welt nicht aus Grenzen besteht, sondern aus Kreisläufen.

Dass kein Fest aus einer einzigen Quelle stammt, sondern aus dem Flüstern der Wälder, dem Rauschen der Bäche, dem Scharren der Tiere im Unterholz.

Und doch lassen wir uns heute einreden, wir müssten fremde Geschichten feiern, während wir gleichzeitig jene Natur verachten, die uns jedes Jahr aufs Neue zeigt, wie Wiedergeburt wirklich funktioniert.

Darum erhebt euch, ihr Kinder des Nordwinds!

Kehrt zurück zu den Hasen, den Eiern, den immergrünen Bäumen!

Nicht aus Nationalstolz, sondern aus Naturstolz.

Nicht aus Abgrenzung, sondern aus Verwurzelung.

Denn nur wer die Sprache seiner eigenen Landschaft hört, erkennt die Wahrheit:

Die Natur ist unser einzig wahrer Kult – und der Hase ihr Prophet.

1
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
6 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Bachatero

Bachatero bewertete diesen Eintrag 05.04.2026 17:44:22

1 Kommentare

Mehr von Elysium