Mir ist bewusst, dass die Geschichte des Rattenfängers nicht 1:1 anzuwenden ist, die Analogie ist aber durchaus da.

Es kommt mir vor, als leben wir in einer Zeit der Rattenfänger! Scheinbar gibt es massig davon. Es können soziale Medien sein, Zeitungen, Plattformen, Vereinigungen u.v.m.

Für mich ist das Problem nicht nur, das alle blind folgen, sondern das einerseits jeder dieser Rattenfänger der Meinung ist die ultimative Wahrheit zu besitzen und andererseits die radikalen auswüchse, die hier immer wieder zu Tage kommen.

Aktuell habe ich das Gefühl, das man jeden 2ten Tag für etwas anders auf die Straße gehen könnte, aber 90 % dieser Themen sind importiert. Für lokale Themen (die zugegebener Maßen nicht nur Österreich betreffen), geht keiner auf die Straße. Wo sind nach der Krise die Demonstrationen für eine gerechtere Entlohnung für Menschen im Sozialbereich (egal ob Kranken- oder Altenpfleger, Krankenschwester, oder Sozialarbeiter), oder Menschen im Handel. Auch für Lastwagenfahrer sollte man eigentlich auf die Straße gehen. All diese Menschen (und einige Berufsgruppen mehr) haben während wir zu Hause bleiben mussten, das Land am Laufen gehalten und das für definitiv zu wenig Gehalt.

Es ist keine Frage das es wichtig ist, gegen Rassismus auf die Straße zu gehen, dass sich in Wien jedoch 50.000 auf die Straße begeben, um für einen in Amerika durch einen Polizisten getöteten schwarzen Mitbürger zu demonstrieren ist für insofern bemerkenswert, weil es solche Demos schon öfter, mit durchaus weniger Beteiligung gab. Sogar beim Tod von Marcus Omofuma waren bei der daraufhin durchgeführten Demonstration nicht so viele Menschen (bitte um Korrektur, wenn ich mich hier irre). Zumindest bei der Demonstration zum Jahrestag seines Todes waren nur ca. 2.000 Menschen (lt. Angaben der Polizei). Ich persönlich bin der Meinung, dass ohne eines Corona Lockdowns bei dieser Demo nicht einmal halb so viele Menschen dabei gewesen wären.

Was ich damit sagen will, ist das ich mich dem Eindruck nicht entziehen kann, das in Österreich mehr auf die Straße gegangen wird, für Themen, die weit weg aktuell sind, anstatt für Themen zu demonstrieren, die in diesem Land wichtig wären. Auch das in Österreich erst dann Denkmäler und Statuen beschmiert werden, wenn es in anderen Ländern vorgezeigt wird, zeigt mir, das eine massive Fremdsteuerung besteht. Keine Frage das das Beschmieren von Denkmälern grundsätzlich zu verurteilen ist, dieses kopieren von fragwürdigen Aktionen aus anderen Ländern jedoch doppelt.

Persönlich kann ich nur hoffen, das es hier wieder vermehrt zu einem lokalen Aktionismus kommt, der die Menschen und Bedürfnisse in unserem Land unterstützt und den Regierungen die gerade das Ruder in der Hand haben, auch aufzeigt das es hier Menschen gibt, die nicht einfach alles schlucken.

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Tourix

Tourix bewertete diesen Eintrag 21.06.2020 17:59:38

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