Dunja Hayali bedroht, beleidigt und bedrängt

Screenshot Twitter

Lügenpresse!

Dunja Hayali war ab dem 2.8. auf Twitter und in vielen Medien allgegenwärtig. Kaum irgendwo fehlte der Hinweis darauf, dass sie bei der „Querdenken 711“-Demonstration bedroht und attackiert wurde. Auch der Deutsche Presserat schaltete sich ein und erklärte die Pressefreiheit für bedroht, während “Fotzen-Fritz” eine neue Dimension der Beschimpfungen und Bedrohungen bei Demos erkannt haben will.

Ja, es war in mehrfacher Hinsicht eine neue Dimension. Ein breites Spektrum von links bis rechts war zahlreich zusammengekommen, trotzdem verliefen diese Demos überraschend friedlich. Jedenfalls berichtete die Polizei im Polizeibericht 1805 nichts von Verletzten bei den Grundrechte-Demos. Im Gegensatz dazu wurden bei einer oder mehreren linken Demos am selben Tag in Neukölln 43 Polizisten verletzt und zwei Polizeiautos beschädigt, Container brannten und Steine flogen...

Von bedrängt ist nichts zu sehen. Eine Gefahr für Leib und Leben ist auch nicht erkennbar. Den Vorwurf Lügenpresse hat sich Frau Hayali seit Chemnitz redlich verdient und so schallte ihr auch am 1.8. in Berlin der Ruf Lügenpresse entgegen. Am 2.8. ging es auf Twitter und in den Medien mit Berichten wie diesem los:

Screenshot Twitter

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zu gefährlich für die Filmcrew…

Nun, ich sehe im, vermutlich von Frau Hayali´s Team selbst zusammengeschusterten, 40 minütigen Livestream keine einzige Situation, wo sie oder die Filmcrew bedroht oder bedrängt wurde.

Ständig “Lügenpresse” hören zu müssen ist natürlich unangenehm. Und es wäre zu wünschen, dass man respektiert, dass Frau Hayali immerhin bemüht war über die Demo von Querdenken-711 in Berlin zu berichten.

Aber die Demoteilnehmer waren offenbar der Ansicht, dass eh ein verlogener zurechtgeframter Bericht folgen würde und so skandierten viele “Lügenpresse” und “schämt Euch”, während andere durchaus versuchten mit Frau Hayali ins Gespräch zu kommen, um ihre Meinung und ihren Frust über den nicht objektiv berichtenden Mainstreamjournalismus loszuwerden.

Frau Hayali empfand offenbar die vielen Sprechchöre als Einschränkung ihrer Pressefreiheit. Interessanter Ansatz.

Vielleicht waren ja Situationen wie diese: “ich gucke es mir ja an, dann werden wir ja sehen, ob das ehrlich ist” und “weil wir seit Wochen und Monaten verarscht werden von den öffentlich- rechtlichen” der wahre Abbruchgrund. Man kritisiert keine Frau Hayali für ihren, nach ihrer eigenen Meinung, objektiven Journalismus.

Video-Player

Ich bin enttäuscht

Mal wieder hat der deutsche Mainstream vergessen wie objektive Berichterstattung geht und auch das eigentliche Thema verfehlt. Statt die Frage aufzugreifen, ob einige der Argumente der Corona Kritiker berechtigt sind, und inwieweit eine bundesweite Grundrechte-Einschränkung momentan noch gerechtfertigt ist, wird über Nebensächlichkeiten wie Hayali ein Faß aufgemacht.

Screenshot Twitter

Statt über den weitgehend friedlichen Verlauf zu berichten, ist ein großer Teil der deutschen Presse mit Begeisterung auf eine missverständliche Meldung der Berliner Polizei gehüpft und hat die ursprünglich gemeldeten 18 und später auf 43 korrigierten verletzten Polizisten der “Querdenken-711” Grundrechte-Demo zugeordnet. Dabei hätte man am 2.8. nur den Polizeibericht 1805 lesen müssen, um zu erkennen, dass die Polizisten bei linken Demos in Berlin-Neukölln verletzt wurden.

Screenshot Twitter

Screenshot Twitter

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Das einzige was ich an diesen Grundrechte-Demos kritikwürdig fand ist, dass man nicht den Anstand besaß, sich wenigstens ansatzweise an die Auflagen bezüglich “Mund-Nasen-Schutz” zu halten. Das mit dem Abstand halten hat man ja beim Umzug durch Mitte wenigstens versucht umzusetzen.

Natürlich ist der Sifflappen bei der derzeitigen Infektionslage fragwürdig und wenn man Corona-Leugner ist sogar widersinnig, aber keinem hätte es weh getan.

P.S.: Ein erstes Demo Opfer wegen fehlender Schutzmaßnahmen gibt es schon:

Baskets kündigen Joshiko Saibou fristlos

Die Telekom Baskets Bonn haben ihrem Spieler Joshiko Saibou fristlos gekündigt. Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der BonBas GmbH, begründete die Entscheidung mit „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrags als Profisportler“.

Joshiko Saibou hatte wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und am vergangenen Wochenende bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß… https://www.telekom-baskets-bonn.de

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