Und wieder hat Putin einen Verbündeten im Regen stehen lassen.

Die einst so selbstbewusst präsentierte Moskau–Teheran‑Achse wirkt, als breche sie unter dem Druck der aktuellen Eskalationen regelrecht auseinander.

Zerreißprobe für ein Bündnis

Bestätigt wurde inzwischen, dass der Iran tatsächlich in Moskau vorstellig wurde und sich auf Klauseln berief, die „gegenseitige Hilfe bei Bedrohung der Souveränität“ vorsehen. Doch statt Solidarität erhielt Teheran eine juristische Spitzfindigkeit: Die Angriffe der USA und Israels würden, so Moskaus Argumentation, nicht als „militärische Aggression“, sondern als „gezielte Operationen gegen terroristische Infrastruktur“ gelten – und lösten daher keine Beistandsverpflichtung aus. Ein diplomatischer Schlag ins Gesicht, der in Teheran wie ein Verrat wirkt.

Forderungen, die ins Leere liefen

Noch brisanter sind Berichte, wonach der Iran Russland gebeten haben soll, die S‑400‑Luftabwehrsysteme sowie die elektronischen Störsysteme Krasukha und Leer‑3 auf den russischen Stützpunkten in Syrien zu aktivieren, um israelische Flugzeuge zu blenden. Doch statt Unterstützung soll Moskau nicht nur abgelehnt haben – einige Quellen behaupten sogar, Russland habe während israelischer Raketenflüge Transponder und aktive Radarsysteme seiner Basen abgeschaltet, um jede Form der Verwicklung zu vermeiden. Ein Signal, das kaum deutlicher hätte ausfallen können.

Internationale Wirkung – und ein bitteres Erwachen

Diese Weigerung blieb nicht unbemerkt. In Pjöngjang, Peking und im globalen Süden registriert man aufmerksam, wie Russland sich verhält, sobald ein Partner tatsächlich Hilfe einfordert. Das Bild, das zurückbleibt: ein Verbündeter, der nur bis zur ersten ernsthaften Belastungsprobe an der Seite bleibt.

Innerhalb des Iran sorgt das für tektonische Verschiebungen. Besonders der pragmatische Flügel der politischen Elite spricht inzwischen offen davon, dass die strategische Hinwendung zu Russland ein folgenschwerer Irrtum gewesen sei – ein Fehler, der das Land in eine gefährliche Lage manövriert habe.

Ein Bündnis am Abgrund

Was bleibt, ist der Eindruck eines Partners, der sich als unzuverlässig entpuppt – und eines Regimes, das nun mit den Konsequenzen seiner Fehleinschätzungen konfrontiert ist. Ein bitteres Fazit, das in Teheran immer lauter ausgesprochen wird.

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