Stellen wir uns eine Frau mit 85 vor. Sie hat Kinder großgezogen, gearbeitet, eingezahlt. Jetzt lebt sie im Pflegeheim, Pflegestufe 4, weil es daheim #nicht mehr geht. Von ihrer Pension bleibt ihr ohnehin nur ein Taschengeld. Und jetzt wollen die Länder auch noch an ihr Weihnachtsgeld.
**Worum geht es?** Wer heute im Pflegeheim wohnt, muss 80 Prozent seiner Pension für die Unterbringung hergeben. Die restlichen 20 Prozent sowie die 13. und 14. Pension darf er als Taschengeld behalten. So steht es in einer Aussendung von Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec, die auch darauf hinweist, dass das ASVG den Zugriff auf die Sonderzahlungen verbietet (Quelle: OTS, 28.08.2026).
Genau das wollen die Länder ändern. Vorarlbergs Soziallandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) schlägt vor, dass die Länder bundesweit einheitlich auch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zugreifen dürfen. Nur 20 Prozent sollen den Senioren bleiben. Sogar Sparbuchzinsen, Dividenden und Erträge aus Lebensversicherungen sollen herangezogen werden. Beim Pflegegipfel im September gab es keine Einigung, die Länder wollen „untereinander beraten“ (Quelle: krone.at, 21.09.2026).
**Wen trifft es?** Laut Zentralverband der Pensionisten rund 96.000 Menschen in der stationären Altenpflege, weit über 70 Prozent davon Frauen. Im Schnitt würden ihnen rund 2.560 Euro pro Jahr entzogen (Quelle: ZVPÖ, 24.10.2026).
2.560 Euro. Für den Staat ein Budgetposten. Für die Oma im Heim ist das der Friseur, die Fußpflege, eine neue Brille, ein Gewand, ein kleines Geschenk für die Enkerl zu Weihnachten. Das ist #nicht Luxus. Das ist das letzte Stück Selbstbestimmung, das ihr geblieben ist.
GüKo
Ich bin selbst Großvater und im Ruhestand. Ich weiß, wie viel es den Alten bedeutet, den Enkeln noch etwas zustecken zu können. Wer ihnen das nimmt, nimmt ihnen mehr als Geld. Er nimmt ihnen die Würde.
Und das Gemeinste daran: Seit 2018 gibt es das Verbot des Pflegeregresses. Das Ersparte ist geschützt. Wenn man aber das Weihnachtsgeld wegnimmt, muss die Oma für Friseur und Geschenke eben doch ans Sparbuch. Durch die Hintertür kommt der Regress wieder, nur heißt er anders.
**Und wo ist das Geld?** Damit wir uns richtig verstehen: Die Pflege kostet mehr, das bestreitet niemand. Aber schauen wir einmal, wo sonst Geld da ist. Laut bne IntelliNews plant die 🇪🇺 gerade einen neuen gemeinsamen Kredit von rund 45 Milliarden Euro für die Ukraine, abgesichert über den laufenden EU-Haushalt, in den auch Österreich einzahlt. Entschieden werden soll bei einem Sondergipfel am 26. und 27. November. Tschechien, die Slowakei und voraussichtlich Ungarn wollen #nicht mithaften, Bulgarien ist bereits ausgestiegen (Quelle: bne IntelliNews, 27.10.2026).
Andere Länder trauen sich, Nein zu sagen. Bei uns streitet man unterdessen darüber, ob man der Oma im Heim das Weihnachtsgeld nimmt. Da stimmt doch etwas mit den Prioritäten #nicht. Ein neutrales Land muss #nicht für jede Brüsseler Schuldenrunde geradestehen, schon gar #nicht, solange daheim bei den Schwächsten gespart wird.
Sogar Frau Korosec, selbst aus der ÖVP, sagt: „Im Pflegebereich gespart werden muss in den Strukturen, und nicht bei den Patientinnen und Patienten“ (Quelle: OTS, 28.08.2026). Recht hat sie. Nur sitzt ihre eigene Partei in der Regierung und in den Ländern. Heute stellt der Seniorenrat in Wien seine Forderungen vor. Forderungen allein reichen aber #nicht. Es braucht Taten.
**Wir von der CFU fordern:**
- Die 13. und 14. Pension bleiben im Pflegeheim unangetastet, so wie es das ASVG vorsieht.
- Kein Regress durch die Hintertür, weder über die Sonderzahlungen noch über Zinsen und Erträge aus dem Ersparten.
- Sparen in den Strukturen und in der Verwaltung, #nicht bei den Heimbewohnern.
- Kein Euro für neue gemeinsame EU-Schulden, solange daheim bei den Ältesten gekürzt wird.
Wer ein Leben lang eingezahlt hat, ist #nicht die Reserve für das nächste Budgetloch. Reden wir darüber...
#CFU: Bilde dich, schaffe Werte, gründe Familie.
Mit freisinnigen Grüßen
Günther Koller, Installateurmeister i.R.
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