Da hat man sich also im links-grün-versifften Ländle so sehr auf einen bunten Wahlkampfabend gefreut – und was passiert? Der Spitzenkandidat der Braunen glänzt durch Abwesenheit, als wäre er nur ein Geisterkandidat, der sich lieber in den Weiten der Verschwörungstheorien verliert als vor Wählern zu stehen. Doch keine Sorge: Alitsche und der Reichsmalermeister sind ja da! Und wie! So sauer, dass sie in ihren Reden ihren eigenen Spitzenkandidaten glatt vergessen haben. Ein Meisterstück der Parteidisziplin – oder einfach nur peinlich?
Und dann: Frohnmeierlein, der aus dem gelobten Land der faschistischen MAGA-Bewegung per Videogruß eincheckt, sichtbar erleichtert, dass er weder Alitsche noch Timo die Hand schütteln muss. Wer kann es ihm verdenken? Bei so viel Harmonie in den eigenen Reihen wäre ein Händedruck wohl auch zu viel des Guten.
Doch jetzt die große Frage: Muss die Bundes-AfD den Wahlkampf in Baden-Württemberg jetzt ganz allein durchziehen? Immerhin haben ja schon alle Verwandten in der Partei einen Versorgungsposten ergattert – da bleibt kaum noch Personal für den Straßenwahlkampf übrig. Und von den 1.300 Angestellten der Bundes-AfD: Wer von denen hat eigentlich noch Lust, für eine Partei zu kämpfen, die sich selbst am liebsten zerlegt?
Man fragt sich: Ist das noch Wahlkampf – oder schon eine Selbstzerstörungsperformance? Bleibt spannend, wie die AfD es schafft, aus einer Krise eine Krisenkrise zu machen. Chapeau!