Ideologische Kernschmelze im All - Faschisten in Schockstarre

Die Nachricht schlug ein wie ein kosmischer Blitz: Die Crew der ersten bemannten Umrundung der Mondrückseite hatte nicht nur neue Krater kartiert, sondern eine Entdeckung gemacht, die sämtliche Verschwörungsmythen übertraf. In den Schatten einer gigantischen Ritze, dort, wo die Achse des Mondes wie ein unsichtbarer Finger durch den Mondkern zu zeigen schien, fanden sie eine ausgedehnte Anlage – halb in Fels gehauen, halb mit metallischen Kuppeln überzogen.

Die Presse sprach vorsichtig von einer „anomalen Struktur“. Doch im Netz kursierten längst die ersten Gerüchte: Der legendäre Landeplatz der Reichsflugscheiben sei gefunden worden. Manche behaupteten sogar, man habe eine winkende Gestalt gesehen, bevor die Kameras ausfielen.

Während die Wissenschaft noch kalibrierte, brach in der rechtsextremen faschistische‑Partei "Arsch für Deutsche" Panik aus. Die beiden Vorsitzenden, der Reichsmalermeister und Frau Dr. Wutbürger*in, eilten in den geheimen Sitzungssaal ihres innersten Machtzirkels, den sie ehrfürchtig „Hoher Rat der arischen Wiederauferstehung“ nannten. Dort meldeten sie ihren im Verborgenen agierenden, mit der V2 geflohenen Alt-Nazis, dass ihre Existenz – und damit die gesamte ideologische Architektur – aufgedeckt und in Gefahr sei.

Denn die Mondexpedition hatte nicht nur alte irdische Mythen bestätigt, sondern auch neue Fakten geliefert: In den Hallen der Anlage lebten nicht nur angebliche „Arier des Alls“, sondern auch dunkelhäutige Marsianer, die vor einer ökologischen Katastrophe auf ihrem Heimatplaneten geflohen waren.

Der Reichsmalermeister rang um Worte. Frau Dr. Wutbürger*in starrte fassungslos auf die Bilder. Ihre rassistische Weltordnung, jahrzehntelang in Parolen gegossen, zerbröselte im Licht der extraterrestrischen Realität.

„Wir müssen unsere Strategie anpassen“, flüsterte Frau Dr. Wutbürger*in. „Vielleicht… kosmische Reinheit statt ethnischer?“

Der Rat schwieg.

Währenddessen forderte die französische Nationalistin Élodie Le Pennoir eine eigene Mondmission, „um die kulturelle Integrität des lunaren Raums zu sichern“. Der bayerische Hardliner Dobringer verlangte gar Grenzkontrollen im Erdorbit, um „unregistrierte Raumflüchtlinge“ abzufangen.

Wutbürger*in hingegen setzte ihre letzte Hoffnung auf den Tech‑Magnaten **Elion Muskard**, der mit seinen Marsmissionen die „Remigration“ der marsianischen Geflüchteten ermöglichen solle.

Die Öffentlichkeit lacht. Die Entdeckung zeigt, wie absurd jede Ideologie wird, die versucht, das Universum in enge Schubladen zu pressen.

Und irgendwo auf der Mondrückseite winkt vielleicht wirklich jemand. Nur nicht der, den die alten Mythen versprochen hatten.

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von Pausenclown