Um sich der Heiligen und Märtyrer zu besinnen, führte man im Osten bereits im 4. Jahrhundert jährliche Gedenktage ein (jeweils an ihren Sterbetagen). Da es aber mit fortschreitender Zeit unmöglich schien, jedem der Heiligen einen eigenen Tag des Gedenkens zu widmen, wurde Allerheiligen als Fest geschaffen. Was zählt, ist der Gedanke, dass wir alle mit den Heiligen in der Gemeinschaft der Kirche verbunden sind.

Über hundert Jahre später, im Zuge der Weihung einer Kapelle des Petersdoms, verlegte Papst Gregor III. den Feiertag für Rom auf den 1. November. Dieses Datum wurde in den kommenden Jahrzehnten von der Westkirche übernommen. Papst Gregor IV. entschied letztlich im Jahr 865, dass das Allerheiligen-Gedenken für die Gläubigen der Westkirche gemeinsam und jährlich am 1. November stattfindet. Dieses Datum wurde in den kommenden Jahrzehnten von der Westkirche übernommen. Mittlerweile ist Allerheiligen nicht nur ein kirchlicher, sondern auch fast europaweit ein gesetzlicher Feiertag der christlichen Kirche.

An Allerheiligen wird der Toten gedacht und ich muss zugeben, dass dieser Tag erst seit wenigen Jahren eine Rolle für mich spielt, davor interessierten mich weder die Toten noch der Tod. Doch heute mache ich mir viele Gedanken über das Leben und über das Ende meines Lebens. Ob es danach für mich weitergehen wird? Was für eine unglaublich packende Frage!

Die großen Fragen, woher wir kommen und wohin wir gehen, werden wir naturwissenschaftlich vielleicht nie endgültig beantworten können, doch es mehren sich die Hinweise darauf, dass der Glaube an ein Leben vor der Geburt und nach dem Tod wissenschaftlich vernünftig ist. Ich durfte vor wenigen Tagen über dieses Thema mit dem bekannten Wiener Arzt und Theologen Prof. DDr. @Johannes Huber sprechen und muss sagen, dass mich dieses Gespräch nachhaltig geprägt hat. Energie geht nicht verloren – oder?

Hinweise auf ein Leben nach dem Tod sammelt Huber in seinem neuen Buch "Der holistische Mensch – wir sind mehr als die Summe unserer Organe". Er schreibt: "Die Physik des 20. Jahrhunderts lehrt uns, dass die Grundlagen des Kosmos Hintergrundfelder sind. Aus diesen Hintergrundfeldern tritt, wenn sich die Energie verdichtet, immer wieder Materie hervor. Diese Materie führt einen unbeständigen und mehr oder weniger langen Tanz auf, den wir Leben nennen, ehe sie wieder in den Hintergrund zurücktritt. Wir können beim Tod also auch von einer Gütertrennung sprechen, oder von einer Mülltrennung: Ein Teil wird entsorgt, der andere kehrt dorthin zurück, wo weder Zeit, noch Masse noch Raum existieren, und diesen Ort gibt es tatsächlich."

Es ist interessant, wie die Medizin bei ihrer Forschung ständig auf Dinge stößt, die sie sich mit ihrem bisherigen Menschenbild nicht erklären konnte. Huber: "Die Medizin lernt jeden Tag, dass unser Körper mehr als die Summe seiner Organe ist, dass es offensichtlich eine Information dahinter gibt, die die einzelnen Organe in teilweise noch unbekannter und überraschender Weise miteinander verbindet. Die Brust steht in Verbindung mit dem Gehirn, die Knochen mit der Leber oder etwa die Gebärmutter mit dem Herzen. Das ist neu und spricht für eine Verschränkung, die aber nicht nur unseren Körper betrifft, sondern auch unsere Umwelt. Unser Genom scheint mit der nicht belebten Welt in einem Gespräch zu sein. Anders ausgedrückt: Es klingt ein Lied in allen unseren menschlichen und biologischen Reaktionen mit und die Medizin beginnt dieses Lied erst langsam zu verstehen."

Ich würde mich sehr freuen zu erfahren, wer von Euch an ein Leben nach dem Tod glaubt und warum. Wer das Buch bestellen will, kann es gerne hier tun. Ich verweise sehr gerne auf Hubers neues Buch, weil ich ihn für großartig halte und das Gespräch sehr genossen habe. Er hat mir den Glauben an ein Leben nach dem Tod wieder nähergebracht und dafür kann ich ihm nur danken. Denn der Gedanke, dass danach nichts ist, würde mich vermutlich tatsächlich in den Wahnsinn treiben.

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