Man kennt es aus der Medizin, wenn todkranke Menschen, auch Tiere, ihre letzte Kraft aufbringen und noch einmal dem Leben ins Gesicht sehen, mit einer solchen Stärke und Intensität, dass es an ein Wunder grenzt. Wie von Geisterhand scheinen sie plötzlich geheilt zu sein.

Ich erlebte dieses Phänomen bei unserem Kater Max, der vor vielen Jahren verstarb, am Tage vor seinem Tod jedoch, obwohl sehr krank und schwach, herumtollte, als wäre er nie krank gewesen. Wir dachten, es läge eine 'Spontanheilung' vor, doch es war leider eine Täuschung. Tags darauf war Max tot. Eine 'massive elektrische Welle' hatte sich noch einmal über sein Gehirn ausgebreitet und uns genarrt. Es war eine Art 'letztes Aufbäumen'.

https://en.wikipedia.org/wiki/Cortical_spreading_depression

In physischer Hinsicht versteht man unter dem 'letzten Aufbäumen' ein nochmaliges Hochreißen des Oberkörpers im Sterbebett. Doch das Gehirn kann noch viel mehr! Bei Sauerstoffunterversorgung bricht eine Kaskade elektrochemischer Impulse los. Ein Tsunami fegt durch das Gehirn des Sterbenden und macht noch einmal die Nacht zum Tage für ihn. Er, dessen Gehirn unterversorgt ist und der nach klinischen Berechnungen schon tot sein müsste, kann noch einmal das Bett verlassen und Dinge erledigen. Er fühlt sich gut. Das Schicksal schenkt ihm noch Zeit. Dieser Zustand kann viele Stunden bis wenige Tage andauern, bis die Versorgung vollends zusammenbricht. Der Tod erfolgt anschließend in Sekunden.

Im Frühjahr 2018 konnte man erstmals die 'Todeswelle' im Gehirn messen. Derzeit wird daran geforscht, ob es eine Grenze gibt, bis zu der die Streudepolarisierung noch umkehrbar ist, damit verbunden die Möglichkeit, in das Notfallprogramm des Gehirns einzugreifen und den Patienten zu retten. Bei Migräne-Patienten gibt es ein ähnliches Phänomen, das neue Fragen aufwirft. Bei ihnen ist der Zustand reversibel, tritt aber immer wieder auf.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ana.25147

An dieses medizinische Phänomen der 'Spreading Depolarization' muss man immer wieder denken, wenn man auf die politische Lage in Europa blickt. Was wird das? Was soll noch werden daraus? Die Grenze ist überschritten und zwar in beide Richtungen hin. Hierfür braucht man niemandem die Schuld zu geben, denn jeder, der sie überschritten hat, hat es selbst getan.

Ein hereinbrechender Tsunami scheint unabwendbar zu sein, wenn ultrarechte Kräfte glauben, sie könnten die Zeit, die abgelaufen ist, anhalten - für eine Welt, die längst verloren ist. Wie können aufgeklärte Menschen im 21. Jahrhundert überhaupt glauben, es gäbe einen vernünftigen Weg in der Zeit zurück? Diese Art von Denken kann eben nur auf diesem Tsunami im Kopf beruhen, der sich furchterregend anbahnt, der Kraft vortäuscht, wo keine mehr ist. Die folgenschweren Schäden, die dieser letzte Tsunami anrichtet, will man nicht sehen.

Nach diesem letzten Tsunami sieht unsere Welt so aus:

PxHere

Einsam, grau, leer. Kein Mensch ist da.

Es ist nicht möglich, die Zeit zurückzudrehen, nicht für uns Menschen! Wer dies versucht, dem zerbricht die Uhr in der Hand! Um die Zeit zurückdrehen zu können, müssten wir mindestens fünfdimensionale Wesen sein und Raum und Zeit verlassen können!

'Sie' werden weiter wandern und wir können sie auch mit Gewalt nicht aufhalten. Damit würde alles noch schlimmer werden. Für einen jeden von ihnen würde dann einer von uns gehen müssen! Wenn die Zeit abgelaufen ist, nützt gar nichts mehr. Wir müssen uns damit abfinden und anfreunden, Europa 1:1 mit Menschen aus anderen Kontinenten zu teilen. Die Folgen der Kriege, die wir überall führten, ungerechtfertigt, gemein; die Folgen der Raubzüge durch anderer Menschen Heimat stellen uns heute vor vollendete Tatsachen. Man kann das von sich weisen und leugnen, wenn man nicht die Kraft hat, diesen Tatsachen ehrlich ins Auge zu sehen. Aber man macht damit nichts besser, im Gegenteil - auf diese Art findet man seinen Seelenfrieden nie. 'Sie' kommen auf jeden Fall, um sich zurückzuholen, was wir ihnen genommen haben. Die Vergangenheit zu bedauern und freundlich zu ihnen zu sein, wäre das Mindeste, das wir zu leisten hätten.

Insgesamt bricht in der Zukunft eine wunderschöne und auch friedliche Zeit für die Menschheit an. Doch zuerst müssen wir klären, ob wir noch durch dieses kühle, dunkle Tal gehen und den Kragen fest hochklappen müssen. Dieses dunkle Tal schwebt wie ein Damoklesschwert über uns, allgegenwärtig.

Ende Mai 2019 und Ende Dezember 2019 werden zeigen, wie schlimm es werden wird. Sowohl der Ausgang der Europawahl als auch das Ende der Amtszeit von Mario Draghi, der uns die ganzen Jahre hindurch finanziell über Wasser gehalten hat, könnten verheerende Auswirkungen auf Europa haben. Gewinnen die Ultrarechten in Europa an Boden und ist das finanzielle Überleben nicht mehr gesichert, wird Europa den Übergang in die neue Zeit, seine neue Zeit, nicht ohne schwere Wunden überleben. Die Wunden könnten so schwer sein, dass nichts mehr von Europa übrigbleibt.

Darum prüfe sich jeder, auf welcher Seite er steht, auf der Seite des Lebens oder des Todes! Es ist später, als man glauben mag. In zwei Jahren, 2020, sollten die Konturen einer neuen Welt sichtbar sein.

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