Einmal im Jahr wähle ich mit vier anderen Flaschen,Zweigelt und Chardonnay, Veltliner und Valpolicella,den größten Werbenonsense des Jahres.
ethos.at https://ethos.at/aktuelles/kultur-2/werbemuell-unueberbietbar/
Nihilisten meinen, jede Werbung sei Nonsense,doch Nihilisten leben offenbar von Luft und Licht.Wer etwas an den Mann und die Frau bringen will, muss auch werben.Doch warum muss man bewerben, was die Leute sowieso kaufen? Und zwar regelmäßig!
Weil sie essen müssen, sollen und meist auch wollen.
Ebenso trinken.
Ebenso scheißen.
Drei existenzielle Gründe, warum für einen Normalsterblichen im 21. Jahrhundert kein Weg am Supermarkt vorbeiführt. Meist in den nächstgelegenen Supermarkt.
Für wie belämmert halten die Werbeprofidioten die Konsumenten?
Wer fährt drei Kilometer zum Spar, wenn er um die Ecke den Billa hat?
Wer durchwühlt alle Papierfetzen, die ins Haus flattern, bevor er die Wahlentscheidung für einen anderen Supermarkt trifft, weil dort 25 Prozent Rabatt auf Gösser angeboten werden?
Jede Woche steht der/die/das Konsument vor der Wahl der Qual: Billa + Billa Plus + Penny (Schwachsinn hoch drei), Spar + Eurospar + Interspar (Schwachsinn hoch drei) Lidl, Hofer oder Fressnapf?
Würden diese Supermärkte allen Kunden fünf Deka Extrawurscht schenken, wahlweise Salami, wahlweise vegan, immer auch halal und koscher, dann hätten sie sicher bessere Werbeeffekte, als mit fünf Deka Altpapier im Postfach.
Last but not least: and the winner 2026 is: die Postwurfsendungen der Handelsketten (so wie seit der Jahrtausendwende jedes Jahr).
Begründung der Jury: 0,05 Kilo (= 5 Deka) mal 4,07 Millionen Haushalte = 203.500 kg Papier. Zehn Handelsketten produzieren somit jede Woche rund 2000 Tonnen Papier. 50 mal im Jahr sind 100.000 Tonnen Papier plus entsprechende Druckerschwärze. Dazu kommen die Logistikkosten: das Papier muss aus der Fabrik in die Druckerei und von dort in die Postzentralen und von dort an die Haushalte und von dort in den Altpapiercontainer und von dort in die Recyclingfabrik. Nicht zu unterschätzen ist der CO2-Abdruck der Designer und Werbegenies, die jede Menge heißer Luft fabrizieren. Es gibt keinen größeren Schwachsinn im Internetzeitalter.
Der Award „Größter Werbenonsens des Jahres“ geht zwar immer an den gleichen Gewinner, wird aber jedes Jahr wertvoller, denn: je weiter die Digitalisierung fortschreitet, umso größer der Schwachsinn des Werbemülls in den Postkästen.