Die nur an den Meeresküsten Neuseelands vorkommenden Hector-Delfine (Cephalorhynchus hectori) gelten als die kleinste Delfin-Art sowie auch als die kleinste Wal-Art überhaupt.
Dunkelgraue Oberseite, schwarze Flossen, eine weisse Unterseite und silbrig graue Kopfoberseite: Die auffällig schwarz-weiss gefärbten kleinen Hector-Delfine können bis zu 1,50 Meter groß und bis 60 kg schwer werden. Typisch für diese kleinen Wale ist ihr kurzer "Delfinschnabel", und ihr leicht zugespitztes Mäulchen.
An den nördlichen Küsten der neuseeländischen Südinsel sollen noch 15000 Hector-Delfine vorkommen. Zunächst scheint dies nicht so wenig zu sein, aber vor einigen Jahrzehnten gab es mehr als doppelt so viele der kleinen Meeressäuger.
Die schönen kleinen Hector-Delfine sind vom Aussterben bedroht
Die Gründe sind, wie so oft, die Verschmutzung der Meere und vor allem die Treibnetzfischerei. Die Fischer-Lobby ist leider auch in Neuseeland sehr stark. Obwohl die kleinen Wale mittlerweile unter strengem Schutz stehen und nicht gefangen oder gestört werden dürfen, nimmt die zerstörerische Treibnetzfischerei auf die Schutzmaßnahmen keine Rücksicht. Denn in deren Netzen sterben auch die kleinen Hector-Delfine, neben vielen anderen großen und kleinen Meerestieren, als sogenannter "Beifang. Dabei könnten die schönen Meeressäuger unter normalen Umständen ein Alter von 20 Jahren erreichen.
Wie sollen die kleinen Delfine und die vielen anderen Meerestiere mit dieser furchtbaren von Menschen gemachten Bedrohung zu Recht kommen?
Hinzu kommt, dass die Hector-Delfin-Weibchen, erst mit circa 8 Jahren gebärfähig, nur alle zwei bis 4 Jahre ein Junges bekommen. Ein kleines Hector-Delfin-Baby ist als Neugeborenes ungefähr 9 kg schwer und nur 50 cm groß.
Eigene Grafik
Hector-Delfine - gesellig, verträglich, verspielt
Hector-Delfine bevorzugen die Küstennähe und entfernen sich nur selten weiter als 10 Kilometer vom Ufer. Dabei machen sie keine größeren Wanderungen, sondern bleiben in ihren gewohnten Gewässern. Hector-Delfine können immerhin bis zu 20 Meter tief tauchen.
Gewöhnlich treten die geselligen Kerlchen mindestens zu zweit auf, sie bilden aber auch größere Trupps. Es wurden schon "Schulen" von bis zu 100 Tieren beobachtet. Dabei sind sie untereinander sehr gut verträglich, spielen miteinander und berühren sich auch gerne. In ihrer Verspieltheit machen sie beeindruckende Sprünge aus dem Wasser, und manchmal scheint es ihnen Freude zu machen, Schiffe ein Stück zu begleiten.
Auch Hector-Delfine können mit Echolot gezielt nach ihren Beutetieren suchen: nach Fischen, kleineren Kopffüßern und Krebsen. Als "Melone" wird das Organ auf der Kopfoberseite bezeichnet, das ihnen die Echoortung ermöglicht.
Hector-Delfine verständigen sich, wie für Wale und Delfine typisch, durch Pfeifgeräusche und Klicklaute.
KI-generiertes Bild
Der Maui-Delfin - die Nordinsel-Unterart des Hector-Delfins ist extrem nah am Aussterben
Nach der polynesische Gottheit „Maui“ wurde der Maui-Delfin (Cephalorhynchus hectori maui) seinen Namen. Von der ebenso schönen fast identisch aussehenden Unterart des Hector-Delfins gibt es nach aktueller Schätzung nur noch etwa 48 bis 64 Tiere. Da es nur noch sehr wenige geschlechtsreife Weibchen gibt, steht diese Unterart unmittelbar vor dem Aussterben (= akut vom Aussterben bedroht).
Haie und Schwertwale, die natürlichen Fressfeinde der Hector-und Maui-Delfine konnten den Bestand der kleinen Wale nie gefährden.
Wie bei der Nominatform, dem Hector-Delfin (Cephalorhynchus hectori), sind es die gleichen Ursachen, gegen sich auch die kleine schöne Unterart nicht zur Wehr setzen kann: Treibnetzfischerei und Meeresverschmutzung!
Nur diese von Menschen gemachten akuten Bedrohungen haben die kleinen Meeressäuger fast zum Aussterben gebracht. Und nur Menschen können die schönen kleinen Neuseeländischen Wale retten.
(Eine leider ebenfalls unmittelbar vom Aussterben bedrohte kleine Wal-Art ist der Vaquita. https://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/vaquita)