GEGEN Judenhass! - Gedanken eines deutschen Durchschnittsmenschen zum alten und neuen "Antisemitismus"

Bilder von Pixabay, Text von veggiewombat

Warum sind "Antisemiten" gegen Juden und Israel, obwohl es keinen einzigen guten Grund dafür gibt?

"Als Antisemitismus werden heute alle pauschalen Formen von Judenhass, Judenfeindlichkeit oder Judenfeindschaft bezeichnet...."(https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus)

INHATSVERZEICHNIS:

1. Einleitung: Warum dieser Artikel?

2. Wissen Antisemiten überhaupt, wer "die Juden" sind?

3. Begriffe klären: Hebräer, Israeliten und Juden

4. Die jüdischen Wurzeln der "Nächstenliebe"

5. Hier eine kleine Auswahl von berühmten jüdischen Menschen

6. Juden sind eine Religionsgemeinschaft, ein Volk und eine Kulturgemeinschaft

7. Woher kommt der Name "Juden"?

8. Wie denken viele christlich geprägte Menschen über Juden?

9. Warum glauben Juden nicht an Jesus?

10. Der Jesus-Christus-Glaube als "Abspaltung" vom Judentum

11. Als "Antijudaismus" zu Judenhass wird

12. Die Wende in der Moderne - Erst nach dem Holocaust kam es zu einem radikalen Umdenken in den großen Kirchen

13. Gibt es eine „jüdische Rasse“?

14. Was also ist das Judentum?

15. Ich bin ein Freund der Juden und Israels

16. Das Judentum ist in Israel nicht Staatsreligion

17. Meine Erfahrung mit "Judenhass"

18. Haben die Juden den Palästinensern Land geraubt und darauf den Staat Israel gegründet?

19. Überfall der Terrororganisation "Hamas" auf friedlich feiernde jüdische Menschen am 07.10.2023

20. Beispiele von seriösem Journalismus über Juden und Israel

21. Menschlichkeit ist unteilbar - Antisemitismus fängt nicht erst bei Gewalt an,...

1. Einleitung: Warum dieser Artikel?

Obwohl ich weder ein Historiker noch ein Politologe und auch kein Journalist bin, verspüre ich dennoch ein Herzensbedürfnis, einen Artikel gegen Judenhass zu schreiben. Denn ich habe mich mit Israel, der jüdischen Religion und Geschichte sowie dem Nahost-Konflikt schon sehr viel beschäftigt.

Ich bin das, was man wohl einen "deutschen Durchschnittsmenschen" nennt. Jemand, der seinen Alltag lebt, Nachrichten schaut - und dachte, dass Judenhass in unserem Land eigentlich nur noch in Geschichtsbüchern zu finden ist. Doch ich habe mich geirrt.

Wenn ich also über „Judenhass“ schreibe, dann meine ich genau das: Den Hass, der jüdischen Menschen entgegenschlägt – mal laut und aggressiv auf der Straße wie bei (leider genehmigten) anti-israelischen Demonstrationen von Palästinensern, mal leise und hinterhältig in den sozialen Medien oder an manchem Stammtisch.

Dieser „neue“ Antisemitismus tarnt sich geschickt, oft hinter vermeintlicher politischer Kritik. Auch dieser "Antisemitismus", egal ob von rechts, von links oder aus religiösem Fanatismus, ist ein Gift, das unsere Gesellschaft zersetzen kann.

Der Davidstern gilt heute vor allem als Symbol des Volkes Israel und des Judentums

Ich schreibe diesen Artikel nicht, um zu belehren, sondern um eine Lanze für die Menschlichkeit zu brechen. Denn wenn jüdische Mitbürger in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder sonstwo, wieder Angst haben müssen, ihre Kette mit dem Davidstern zu tragen oder ihre Kinder in den Kindergarten zu bringen, dann ist das kein „jüdisches Problem“.

Dann ist das ein Problem für uns alle.

Dieses Bild zeigt eine Gedenkstätte mit einer Inschrift, die Teil der Gedenkkultur für die Opfer des Holocaust ist. Die Inschrift ist auf Niederländisch und Hebräisch verfasst.

https://www.pfarrei-nw-heilig-geist.de/2022/01/27/nie-wieder-gegen-das-vergessen/

2. Wissen Antisemiten überhaupt, wer "die Juden" eigentlich sind?

"Antisemitismus" ist ein Begriff für die Jahrhunderte alten Vorurteile gegen jüdische Menschen. "Antisemiten" sind gegen Juden und Israel, oft äußerst hasserfüllt, manchmal auch subtil und verdeckt, und behaupten, Juden wären für viele, oder gar alle, Missstände in einem Land oder Staat, oder sogar in der ganzen Welt, verantwortlich.

Für alle anderen Menschen, zu denen auch ich mich zähle, ist Hass auf Juden jedoch total unverständlich, bösartig und falsch.

Daher sind antisemitische Propaganda und antisemitische Äußerungen in vielen Ländern, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, strafbar. In Deutschland und Österreich gibt es besonders explizite Regelungen gegen antisemitische (=judenfeindliche) Äußerungen und Handlungen aufgrund der historischen Verantwortung. Die Hitler-Deutschen wollten “die Juden” sogar zu einer "minderwertigen Rasse" abstempeln, was man nur als total minderwertigen Blödsinn bezeichnen kann. Denn das Judentum ist eine Gemeinschaft der Werte und nicht der „Gene“.

Betende Juden an der Klagemauer in Jerusalem

Viele Antisemiten wissen oft nur wenig oder gar nichts über "die Juden". Sie wollen nicht wissen, dass das Judentum als Religion Jahrtausende alt ist, die erste monotheistische Religion und die erste Buchreligion. Und diese Religion hat sich ständig weiter entwickelt. Denn das Judentum kennt keinen Katechismus.

3. Begriffe klären: Hebräer, Israeliten und Juden

Historisch und religiös betrachtet gibt es feine, aber wichtige Unterschiede, die vor allem mit der Zeitperiode und dem Kontext zu tun haben.

Hier eine einfache Übersicht:

Hebräer (Ibri)

Dies ist der älteste Begriff und bezeichnet eine ethnische oder soziale Gruppe im Altertum.

Zeitraum: Von der Zeit der Erzväter (Abraham) bis zum Auszug aus Ägypten.

Bedeutung: Das Wort leitet sich vermutlich von einer Wurzel ab, die „vorübergehen“ oder „von der anderen Seite (des Flusses) kommend“ bedeutet. Es beschreibt die Vorfahren der Israeliten als Nomaden oder Wanderer.

Kontext: In der Bibel wird der Begriff oft verwendet, wenn andere Völker (wie Ägypter oder Philister) über diese Gruppe sprechen.

Israeliten (Bnei Yisrael)

Dies ist die religiöse und nationale Bezeichnung für die Nachkommen Jakobs.

Zeitraum: Von der Landnahme in Kanaan bis zur babylonischen Gefangenschaft (ca. 586 v. Chr.).

Bedeutung: Jakob erhielt nach einem nächtlichen Kampf mit einem Engel den Namen „Israel“ (Gottesstreiter). Seine Nachkommen bildeten die „Zwölf Stämme Israels“.

Kontext: Es ist der Name des “Volkes Gottes” im Alten Testament/im Tanach. Ein Israelit ist also ein Angehöriger des antiken Stammesverbandes oder des späteren Nord- bzw. Südreichs.

Juden (Yehudim)

Dies ist die moderne und religiöse Bezeichnung, die bis heute Bestand hat.

Zeitraum: Ab dem Ende des babylonischen Exils (ca. 538 v. Chr.) bis heute.

Bedeutung: Der Name leitet sich von Juda (Yehuda) ab, einem der zwölf Söhne Jakobs. Nach der Zerstörung des Nordreichs blieb das Südreich Juda übrig. Nach der Rückkehr aus dem Exil wurde „Juda“ zur allgemeinen Bezeichnung für das Volk.

Kontext: Heute umfasst der Begriff sowohl die Religionszugehörigkeit (Judentum) als auch die ethnische Identität.

4. Die jüdischen Wurzeln der "Nächstenliebe"

Das Judentum war zudem die Religion von Jesus von Nazareth, des vielleicht berühmtesten Menschen überhaupt.

Daher ist auch folgende Erklärung der deutschen Bischöfe vom April 1980 „Über das Verhältnis der Kirche zum Judentum" verständlich: "Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum."

Auch Jesus von Nazareth war Jude - Judenhasser wollten einen "Arier" oder "Palästinenser" aus ihm machen

"Nächstenliebe" ist keineswegs eine Erfindung der Christen, sondern wird in der Hebräischen Bibel bereits mehrfach erwähnt. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, besonders unter Christen, dass das Konzept der Nächstenliebe erst mit dem Neuen Testament begonnen hat. Tatsächlich ist die Nächstenliebe tief in der Tora (=dem Alten Testament) und den prophetischen Schriften verwurzelt:

Beispiele:

„Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.“ (Levitikus 19,18)

„Wenn ein Fremder in eurem Land wohnt, sollt ihr ihn nicht bedrücken. Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremde gelten, der bei euch wohnt; du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremde gewesen in Ägyptenland.“ (Levitikus 19,33–34)

Exodus (2. Mose) 23,4-5: „Wenn du dem Ochsen deines Feindes oder seinem Esel begegnest, der irregeht, so sollst du ihm denselben wieder zuführen. Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, [...] so sollst du ihm helfen, sie mit ihm abzuheben.“

Exodus (2. Mose) 23,12: Der Sabbat gilt nicht nur für Menschen: „Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du ruhen, auf dass dein Ochse und Esel ruhen...“

(noch besser, dass es heute die 5-Tage-Woche gibt...*grins*)

Deuteronomium (5. Mose) 25,4: Ein frühes Gesetz für „Arbeitsrechte“: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.“ (Er soll während der Arbeit fressen dürfen).

Jona 4,11: Am Ende des Buches Jona begründet Gott sein Erbarmen mit der Stadt Ninive nicht nur mit den Menschen, sondern ausdrücklich auch mit den Tieren: „...und ich sollte nicht jammern über Ninive [...] in der mehr als 120.000 Menschen sind [...] dazu auch viele Tiere?“

Also kennt schon das Alte Testament Gesetze, die Tiere nicht als bloße Sache, sondern als Lebewesen mit Bedürfnissen behandeln.

5. Hier eine kleine Auswahl von berühmten jüdischen Menschen

Wissenschaft & Philosophie

Albert Einstein: Physiker, Relativitätstheorie

Sigmund Freud: Begründer der Psychoanalyse

Paul Ehrlich: Nobelpreisträger, Begründer der modernen Chemotherapie

Emmy Noether: Mathematikerin

Hannah Arendt: Philosophin und Politikwissenschaftlerin

Kunst & Literatur

Franz Kafka: österreichisch-tschechischer Schriftsteller (Die Verwandlung)

Stefan Zweig: österreichischer Schriftsteller, Übersetzer und Pazifist

Marc Chagall: russisch-französischer, jüdischer Maler

Kurt Tucholsky: deutscher Schriftsteller, Journalist und Satiriker, einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Anne Frank: Tagebuchautorin

Ephraim Kishon: israelischer Journalist, Schriftsteller, Humorist und Film- und Theaterregisseur

Marcel Reich-Ranicki: deutsch-polnischer Autor und Publizist. Er gilt als einflussreichster deutschsprachiger Literaturkritiker seiner Zeit.

Musik & Theater & Film

Jakob Offenbach: deutsch-französischer Komponist und Cellist (Operette)

Kurt Weill: deutscher und später US-amerikanischer Komponist (Dreigroschenoper)

Fritz Kortner: österreichischer Schauspieler, Film- und Theaterregisseur

Kirk Douglas: US-amerikanischer Schauspieler und Schriftsteller

Michael Douglas: US-amerikanischer Schauspieler und Produzent

Harrison Ford: US-amerikanischer Schauspieler und Produzent

Dustin Hoffman: US-amerikanischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent

Billy Joel: US-amerikanischer Sänger, Pianist und Songschreiber

Scarlett Johansson: US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin

Ben Stiller: US-amerikanischer Schauspieler, Comedian, Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent

Woody Allen: US-amerikanischer Filmregisseur, Autor, Schauspieler und Komiker

Politik & Wirtschaft

Walther Rathenau: deutscher Industrieller, Schriftsteller und liberaler Politiker (DDP), Außenminister der Weimarer Republik

Mayer Amschel Rothschild: deutscher Bankier, Stammvater des Rothschild-Bankhauses

Levi Strauss: deutsch-amerikanischer Geschäftsmann, der als Gründer von Levi Strauss & Co. und Mit-Erfinder der Jeans

Kurt Eisner: deutscher Politiker, Journalist und Schriftsteller, erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern

Wolodymyr Selenskyj: Schauspieler, Komiker, Regisseur, Fernsehmoderator, Filmproduzent und Drehbuchautor, Präsident der Ukraine

Historische und religiöse Figuren

Mose: Prophet, Überbringer der Tora

Maria (Mutter Jesu): ist die im Neuen Testament genannte Mutter Jesu. Sie lebte mit ihrem Mann Josef und weiteren Angehörigen in dem Dorf Nazaret in Galiläa

Jesus von Nazaret: jüdischer Wanderprediger, Rabbi, Prophet, Urheber des Christentums

Simon Petrus: war nach dem Neuen Testament einer der ersten Juden, die Jesus Christus in seine Nachfolge berief

Maimonides: andalusischer jüdischer Philosoph, Rechtsgelehrter, Theologe und Arzt; bedeutender jüdischer Gelehrter im Mittelalter

Raschi: Bedeutender Kommentator des Talmud

Moses Mendelssohn: deutsch-jüdischer Philosoph der Aufklärung. Er gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Haskala, der jüdischen Aufklärung

Baruch de Spinoza: niederländischer Philosoph, gilt als einer der Begründer der modernen Bibel- und Religionskritik

Hier noch eine sehr gut zusammengestellte Liste von:

Juden, die Deutschland geprägt haben

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

https://de.icej.org/juden-die-deutschland-gepr%C3%A4gt-haben

Obwohl es so viele gute Menschen jüdischer Religionszugehörigkeit oder jüdischer Abstammung gibt, werden Vorurteile und Irrglaube über Juden von Judenhassern weiter geschürt und als äußerst widerwärtige Un-Kultur gepflegt. Bis zum Holocaust, dem Massenmord an Juden, in den Jahren der Hitler-Tyrannei (Das Wort "Nationalsozialismus" ist meiner Meinung nach zu harmlos).

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal, in der historischen Mitte Berlins erinnert an die rund sechs Millionen Juden, die unter der Herrschaft Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten ermordet wurden.

6. Juden sind eine Religionsgemeinschaft, ein Volk und eine Kulturgemeinschaft

Eine Religionsgemeinschaft: Das Judentum ist die älteste der drei (großen) monotheistischen Weltreligionen (neben Christentum und Islam). Juden glauben an einen einzigen Gott (was vor 2000 - 3000 Jahren etwas besonderes war). Die heilige Schrift ist die Tora und der Tanach (gehört auch zum “Alten Testament" der Christen).

Ein Volk (Ethnie): Juden gehören zu den wenigen Völkern/Nationalitäten, die gleichzeitig auch eine Religionsgemeinschaft sind. (Gleiches trifft auch auf Drusen, Jesiden, Aramäer, Mandäer u.a. zu.) Traditionell gilt man als jüdisch, wenn die Mutter Jüdin ist. Man wird also in ein Volk hineingeboren, ähnlich wie man Italiener oder Japaner ist – völlig unabhängig davon, wie religiös man lebt. Allerdings definierten sich im Lauf der Zeit viele Juden mehr mit der Zugehörigkeit zu dem Land, in dem sie (oft seit vielen Generationen) gelebt haben (z.B. Deutschland, USA, Frankreich).

Eine Kulturgemeinschaft: Es gibt viele säkulare (nicht-religiöse) Juden. Sie fühlen sich dem Judentum durch die gemeinsame Geschichte, Feiertage, die Sprache (Hebräisch/Jiddisch) oder Werte verbunden, auch wenn sie nicht an Gott glauben.

Die Menora ist ein bekanntes Symbol des Judentums. Es steht für die Sehnsucht des jüdischen Volkes nach Frieden.

7. Woher kommt der Name "Juden"?

Die Herkunft des Namens führt weit zurück in die Antike:

Juda, Sohn Jacobs: Laut der Bibel hatte der Stammvater Jakob zwölf Söhne. Einer dieser Söhne hieß Juda (hebräisch: Jehuda). Durch Jacobs zwölf Söhne entstanden die zwölf Stämme Israels.

Das Königreich Juda: Nach der Spaltung des Reiches Israel blieb im Süden das Königreich Juda bestehen (mit Jerusalem als Zentrum).

Die Bewohner: Die Menschen, die dort lebten, wurden Judäer genannt, nach der Landschaft Judäa. Daraus entwickelte sich im Griechischen Ioudaios, im Lateinischen Iudaeus und schließlich im Deutschen das Wort „Jude“.

Während „Israeliten“ ursprünglich alle zwölf Stämme umfasste, blieb nach dem Untergang des Nordreichs Israel und der babylonischen Gefangenschaft fast nur das Volk von Juda (und Benjamin) übrig. Deshalb wurde „Jude“ zur allgemeinen Bezeichnung für das gesamte Volk und die Religionsgemeinschaft.

Wichtige Bedeutung: Der Name Jehuda bedeutet so viel wie „preisen“ oder „danken“. Im Kern bedeutet der Name "Jude" oder "Jüdin" also „Gott danken“.

8. Wie denken viele christlich geprägte Menschen über Juden?

Eine eigenartige Erfahrung machte ich 1984 als Schüler im katholischen Religionsunterricht in der 12.Klasse der Fachoberschule: Der Religionslehrer Herr K. wollte das Judentum durchnehmen, was bei den Schülern durchaus auf Interesse stieß. Er stellte die jüdische Religion allerdings als etwas "Überholtes" dar, was es eigentlich nicht mehr geben sollte. Ich war sehr verwundert über seine Ausführungen, da ich mich mit der Geschichte der Juden und dem Staat Israel bereits etwas beschäftigt hatte. Als (mittlerweile ausgetretener) Katholik wusste ich, dass das Christentum eine missionierende Religion ist und nach Menschen sucht, die der christlichen Kirche beitreten möchten.

Aus Neugier stellte ich die Frage, ob man auch zum Judentum beitreten könnte. Die Klassenkamerad*innen brachen in schallendes Gelächter aus, Herr K. blieb ernst und antwortete sichtlich verärgert, dass man "da wohl irgendwie beitreten könne".

Erst später verstand ich, dass viele Christen aus religiösen Gründen gegen Juden und die jüdische Religion eingestellt sind, vor allem wegen der "Weigerung" der Juden, Jesus als den "Messias" anzuerkennen.

9. Warum glauben Juden nicht an Jesus?

Juden lehnen Jesus nicht als Menschen ab. Doch im Judentum ist der Messias (Maschiach) kein göttliches Wesen, das Sünden vergibt, sondern ein menschlicher König und Nachkomme König Davids. Laut der hebräischen Bibel (Tanach) muss der Messias während seiner Lebenszeit bestimmte Bedingungen erfüllen:

Weltfrieden: Mit dem Kommen des Messias beginnt eine Ära des Friedens, in der es keine Kriege mehr gibt („Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben“ – Jesaja 2,4).

Sammlung der jüdischen Menschen: Er soll alle Jüdinnen und Juden aus der Diaspora zurück nach Israel führen, der ursprünglichen Heimat, in der Gott seinen Bund mit seinem Volk (dem Volk Israel) eingegangen ist. Und dieses Land Israel hat Gott seinem Volk als Heimat versprochen.

Wiederaufbau des Tempels: Der dritte Tempel in Jerusalem, der heiligsten Stadt des Judentums, soll unter der Herrschaft des Messias errichtet werden.

Universelle Gotteserkenntnis: Die ganze Welt hat sich mit dem Kommen des Messias zum Guten verändert, daher können nun alle Menschen den einen (guten) Gott anerkennen (sie müssen dazu aber nicht der jüdischen Religion beitreten).

Da diese Zustände nach jüdischer Auffassung mit dem Erscheinen Jesu nicht eingetreten sind, gilt er nicht als der verheißene Messias. Andere Menschen können zu Jesus ihre eigenen Ansichten vertreten; Juden möchten nur nicht missioniert oder wegen ihrer Religion verfolgt werden.

Fazit: Für das Judentum ist Jesus ein historisch bedeutender jüdischer Lehrer, aber er entspricht nicht der Vorstellung des Messias, wie ihn die Propheten beschrieben haben. Die Erlösung wird im Judentum nicht als ein spiritueller Akt in der Vergangenheit (durch das Kreuz), sondern als eine reale Veränderung der Welt in der Zukunft verstanden.

10. Der Jesus-Christus-Glaube als "Abspaltung" vom Judentum

Das Christentum entstand zunächst, nach Jesu Auftreten, als innerjüdische Reformbewegung. In dieser Zeit gab es auch jüdische Gesetzesfanatiker, welche die ersten Christen verfolgten. Darunter auch Saulus (der zum Paulus wurde).

In den nächsten Jahrzehnten grenzten sich die frühen Christen immer mehr von der "Mutterreligion" des Judentums ab. Die christlichen Gemeinden entwickelten eine neue eigene Erlösungsreligion, mit Jesus Christus als Zentrum.

Um die Überlegenheit des neuen Glaubens zu untermauern, wurden jüdische Traditionen und die jüdische Identität abgewertet. Wer die "neue Wahrheit" (Jesus) nicht annahm, galt als "verstockt" oder "blind". (Ab dem 7./8. Jahrhundert wurde in den christlichen Kirchen am Karfreitag für die „treulosen Juden“ (perfidis Judaeis) gebetet. Das lateinische Wort perfidia bedeutet zwar eigentlich „Unglaube“ oder „Glaubenslosigkeit“, wurde im Deutschen aber fast immer als „Treulosigkeit“ oder „Hinterhältigkeit“ übersetzt.)

Glasmalerei mit Davidstern und Menora

11. Als "Antijudaismus" zu Judenhass wird

Drei zentrale Konzepte prägten über fast 2.000 Jahre das christliche Bild von den Juden:

Der Vorwurf des "Gottesmordes": Eines der zerstörerischsten (und gleichzeitig unsinnigsten) Motive war die Behauptung, "die Juden" seien kollektiv für die Kreuzigung Jesu verantwortlich. Dies stigmatisierte das gesamte jüdische Volk über Generationen hinweg als "Christusmörder".

Die Substitutionstheorie (Ersatztheologie): Die Kirche behauptete, sie sei nunmehr das "wahre Israel" (Verus Israel) und habe das "alte" Volk Gottes (die Juden) abgelöst. Die Verheißungen Gottes gelten nun nur noch den Christen.

Die Zeugen-Theorie (Augustinus): Der Kirchenvater Augustinus lehrte, dass Juden zwar nicht vernichtet werden sollten, aber in einem Zustand der Erniedrigung und Zerstreuung leben müssten. Ihr Elend sollte der Welt als Beweis für die "Wahrheit" des Christentums und die "Bestrafung" für die Ablehnung Jesu dienen.

Im Mittelalter kamen gefährliche Mythen über angebliche Verbrechen der Juden hinzu:

Mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im Römischen Reich durch Kaiser Konstantin wurde der religiöse Antijudaismus "rechtlich verankert".

Ritualmordlegenden: Die absurde Behauptung, Juden würden christliche Kinder töten, um deren Blut für religiöse Zwecke zu nutzen.

Hostienfrevel: Der Vorwurf, Juden würden die geweihte Hostie (den Leib Christi) entweihen.

Wucher-Vorwurf: Juden waren von der christlichen Mehrheitsgesellschaft von vielen Berufen ausgeschlossen (z.B. Handwerk und Landwirtschaft). Christen durften offiziell keine Zinsen nehmen, so wurden Juden oft in den Geldverleih gedrängt - und dann für diese Tätigkeit gehasst.

Wichtig zu wissen: Auch Reformatoren wie Martin Luther trugen massiv zum Antijudaismus bei. Nachdem seine Versuche, Juden zu bekehren, scheiterten, verfasste er 1543 die Hetzschrift "Von den Juden und ihren Lügen", in der er forderte, Synagogen niederzubrennen und Juden zu vertreiben.

An der Klagemauer ins Gebet vertiefte Männer

12. Die Wende in der Moderne - Erst nach dem Holocaust kam es zu einem radikalen Umdenken in den großen Kirchen

Das Zweite Vatikanische Konzil (1965) erklärte in dem Dokument Nostra Aetate, dass die Schuld am Tod Jesu nicht dem jüdischen Volk als Ganzem angelastet werden kann. Heute wird das Judentum von den meisten christlichen Kirchen als bleibend erwähltes Volk Gottes und als "ältere Brüder" anerkannt.

Geschichte des Judenhasses: Dieses Video bietet einen kompakten Überblick über die lange Historie der Judenfeindlichkeit von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Moderne.

13. Gibt es eine „jüdische Rasse“?

Der Begriff „Antisemitismus“ wurde von Wilhelm Marr, einem deutschen Journalisten und Antisemiten, populär gemacht, um dem Judenhass einen „wissenschaftlichen“ Anstrich zu geben. Mit Semiten ist jedoch eine Sprachfamilie gemeint, keine "Rasse" oder Ethnie. Marr wollte diesen Begriff "rassistisch umdeuten". Wilhelm Marr hat sich übrigens in seinen späten Lebensjahren vom Antisemitismus abgewandt. Die Bezeichnung "Antisemitismus" beruht also auf der falschen Annahme, es gäbe eine „semitische Rasse“.

Obwohl die Behauptung, Jüdinnen und Juden seien eine biologische „Rasse“ wissenschaftlich vollkommen unhaltbar und falsch ist, fühlen sich Antisemiten auch heutzutage in ihrer unmenschlichen Sichtweise bestätigt und verbreiten diese Irrlehre weiter.

Ihr Ziel war und ist es, das Judentum als etwas "Unveränderbares" darzustellen, das man nicht ablegen kann – um die Vernichtung zu rechtfertigen ("Judentum ist Verbrechertum", der "ewige Jude" und ähnlicher pervers-krimineller Unsinn).

Fakt ist: Aus biologischer Sicht gibt es keine unveränderlichen Menschenrassen. Die moderne Genetik hat längst bewiesen, dass die Unterschiede innerhalb einer Gruppe oft größer sind als zwischen verschiedenen Gruppen. Wer Menschen in „Rassen“ einteilt, betreibt keine Wissenschaft, sondern eine grundfalsche Ideologie.

Die Geschichte von Judentum und Judenverfolgung | Terra X

14. Was also ist das Judentum?

Das Judentum ist eine Ethnoreligion – eine einzigartige Mischung aus Religionsgemeinschaft, Kulturkreis und Abstammungsgemeinschaft.

Vielfalt der Herkunft: Es gibt Jüdinnen und Juden aus Europa (Aschkenasim), aus dem Mittelmeerraum (Sephardim), aus Äthiopien (Beta Israel), aus dem Jemen oder Indien. Sie alle haben unterschiedliche Hautfarben und physische Merkmale.

Offenheit: Man kann zum Judentum konvertieren. Eine „Rasse“ kann man nicht wählen oder ihr beitreten – einer Gemeinschaft von Glauben und Werten hingegen schon.

Das Judentum ist eine lebendige, vielfältige Gemeinschaft ist, die durch gemeinsame Geschichte, Traditionen und Werte verbunden ist – nicht durch Blutgruppen oder Gene.

15. Ich bin ein Freund der Juden und Israels

Macht mich das automatisch zu einem Feind der Palästinenser? (Meiner Meinung nach nicht - nach deren Meinung wahrscheinlich schon...)

Tatsächlich kann mich glücklich schätzen, dass ich im Lauf meines Lebens (*1960 in München) immer wieder großartige, sympathische jüdische Menschen kennengelernt habe und auch heute noch einige kennen darf.

In den 1960er Jahren, als ich noch ein Kind war, wohnte ich mit meinen Eltern in einem Münchener Vorort in einer Doppelhaushälfte. Nebenan wohnte ein älteres jüdisches Ehepaar. Meine Eltern hatten ein gutes Verhältnis zu ihnen. Man half sich gegenseitig. Es waren reizende Leute, an die ich auch heute noch sehr gute Erinnerungen habe.

1987 unternahm ich eine dreiwöchige Reise nach Israel. Damals befand sich das kleine Land nicht im Kriegszustand. Auch dort machte ich sehr gute Erfahrungen mit jüdischen Israelis. Zum Beispiel bei einer Überland-Busfahrt wurde ich oft auf Englisch, manchmal sogar auf Deutsch, von netten Einheimischen angesprochen. Eine "Deutsch-Feindlichkeit" (dafür hätte ich Verständnis gehabt) bemerkte ich bei Niemandem. Ein älteter Herr, der sich mit einigen jungen Israelis auf Hebräisch unterhielt, wandte sich plötzlich an mich, sagte auf Deutsch "Er hat so blaue Augen"und kniff mich in die Wange. Diese schönen Erfahrungen werde ich nie vergessen. (Die Schulkinder in Israel lernen schon längst, dass nicht alle Deutschen und Österreicher Hitler-Anhänger und Mörder waren.)

Jerusalem

Auch viele israelische Araber (= arabische Einwohner Israels mit israelischem Pass) fand ich recht angenehm. Sie fallen jedenfalls nicht unangenehm auf. Meist sind es Christen, aber auch gemäßigte Muslime sind darunter. Sie haben in Israel, dem jüdischen Staat, die gleichen Rechte wie jüdische Israelis. Die Behauptung einiger Menschen, vor allem farbiger Südafrikaner, Israel wäre ein "Apartheid-Staat", kann ich nur als total absurd zurückweisen.

Hingegen würden Juden in den meisten arabischen Ländern diskriminiert und hätten nicht annähernd gleiche Rechte wie die arabische Mehrheitsbevölkerung.

Als ich die Altstadt von Jerusalem erkundete, war die Erfahrung mit arabischen Bewohnern leider ziemlich negativ. Im arabisch-muslimischen Viertel wird man ständig von Händlern belästigt, Kinder fordern aggressiv Geldspenden ein, kleine Jungs und Jugendliche pinkeln überall an die Hauswände, manchmal direkt neben einem Gemüsestand. Insgesamt ist dieses Viertel ziemlich vermüllt, verschmutzt und alles andere als angenehm.

16. Das Judentum ist in Israel nicht Staatsreligion

Alle Einwohner Israels haben das Recht, ihre Religion frei auszuüben. Amtssprache ist gemäß dem Nationalstaatsgesetz von 2018 nur noch Hebräisch, zuvor waren Hebräisch und Arabisch gleichermaßen Amtssprachen. Arabisch wird heute ein „gesonderter Status“ zugewiesen, z.B. als Unterrichtssprache. Englisch ist in Israel weithin bekannt, die meisten Israelis beherrschen es sehr gut.

Es gibt außer den arabischen Israelis noch andere Minderheiten in Israel, wie Drusen, Bahai, Tschekessen, Aramäer. Alle haben volle Büregerrechte und dienen zum Teil sogar in der israelischen Armee.

17. Meine Erfahrung mit "Judenhass"

Im Jahr 1972 gab es einen furchtbaren Terroranschlag der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September auf die israelische Olympiamannschaft bei der Sommerolympiade in München. 11 der insgesamt 14 israelischen Olympia-Teilnehmer wurden dabei ermordet. Damals wusste ich (11 Jahre alt) noch nicht, dass dieser furchtbare Anschlag aus blankem Judenhass geschah. Und dass die furchtbaren Geschehnisse mit dem arabisch-israelischen Konflikt zu tun hatten. Ich weiß noch, wie entsetzt meine ganze Familie (mich eingeschlossen) war, als die Nachricht des vollkommen unerwarteten Überfalls bei der friedlichen Olympiade in Radio und Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Eine weitere besonders schlimme Erfahrung mit "Judenhass" war die US-amerikanische TV-Serie "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss". In dieser 4-teiligen Serie, die im deutschen Fernsehen 1979 ausgestrahlt wurde, wird die Geschichte der (fiktiven) jüdischen Familie Weiss zur Zeit der Hitler-Diktatur erzählt. (Ich erinnere mich noch genau, dass ich vor dem Fernseher geweint habe. Mit dem unbeschreiblich furchtbaren Holocaust und der grausamen Menschen verachtenden Hitler-Tyrannei, habe ich mich seitdem viel beschäftigt.)

Besonders in Deutschland dauert Aufarbeitung dieser entsetzlichen Zeit immer noch an, auch wenn viele Deutsche und andere Europäer gerne mit diesem schlimmsten Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte abschließen würden.

Schlimm genug, dass alle Juden von den verbrecherischen Hitler-Anhängern unerbittlich verfolgt wurden, nur weil sie "Juden" waren!

Außer den jüdischen Menschen wurden noch weitere unschuldige Menschen Opfer dieser unvorstellbar grausamen Tyrannei, in der "Menschenrechte" von der NS-Diktatur in kaum vorstellbaren Maß außer Kraft gesetzt wurden: deutsche Hitler-Gegner, darunter katholische und evangelische Christen und Kirchenvertreter; außerdem Zeugen Jehovas, mindestens ein Mormone namens Helmut Hübener, farbige Menschen in Deutschland wie Hans-Jürgen Massaquoi, homosexuelle Menschen, Sinti und Roma, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, und auch Polen, Tschechen, Ukrainer, u.a., die sich gegen die deutsche Besatzung zur Wehr setzten.

Hier eine genaue Übersicht der Opfergruppen im Nationalsozialismus: https://www.br.de/rueckkehr-der-namen/nationalsozialismus-opfergruppen-100.html

Des weiteren gab es noch viele weitere Anschläge auf Jüdinnen und Juden sowie auf israelische Bürger und/oder den Staat Israel, auch nach 1945 (ich war total schockiert über die unglaublich lange Liste) : https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_antisemitischen_Anschl%C3%A4gen_und_Angriffen_im_deutschsprachigen_Raum_nach_1945

18. Haben die Juden den Palästinensern Land geraubt und darauf den Staat Israel gegründet?

Um diese Frage besser zu verstehen, kann man die Entwicklung in drei Phasen unterteilen:

1. Die Zeit vor der Staatsgründung (bis 1947)

In dieser Phase kann man sicher nicht von „Landraub“ sprechen.

Seit dem späten 19. Jahrhundert kauften zionistische Organisationen und jüdische Einwanderer Land von arabischen Großgrundbesitzern (die oft im Ausland lebten) oder der osmanischen und später britischen Verwaltung.

2. Die Staatsgründung und der Krieg von 1948

Hier wird es komplizierter. 1947 schlug die UN einen Teilungsplan vor (ein jüdischer, ein arabischer Staat). Die jüdische Seite nahm an, die arabische Seite lehnte ab, da sie das Land als Ganzes beanspruchte.

Nach der israelischen Unabhängigkeitserklärung 1948 griffen alle arabischen Nachbarstaaten Israel an. Doch das kleine Israel mit im Vergleich zu den arabischen Aggressoren-Staaten sehr wenigen Einwohnern gelang es, diese Angriffe abzuwehren.

Am Ende des Krieges hielt Israel deutlich mehr Land, als der UN-Plan vorgesehen hatte.

Die sogenannte Nakba (Katastrophe): Rund 750.000 Palästinenser verließen die neu eroberten Gebiete. Israel verabschiedete später Gesetze, damit dieses Land dem Staatsgebiet Israels zugerechnet werden konnte. Aus israelischer Sicht war dies Kriegsfolge und staatliche Notwendigkeit; aus palästinensischer Sicht war es Landraub.

Doch etwas sehr wichtiges wird dabei von den Palästinensern vergessen: Es gab zwischen 1948 und den 1970er Jahren eine jüdische Nakba. Jüdische Einwohner aus dem Irak, Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Syrien, dem Jemen und dem Libanon wurden gewaltsam und durch Enteignungen aus diesen Ländern verjagt oder ermordet. So verschwanden teils jahrtausende alte jüdische Gemeinden aus diesen Ländern und flohen vor allem nach Israel.

DIE JÜDISCHE NAKBA: Wie fast eine Million Juden ihre Heimat verloren

3. Nach dem Sechstagekrieg (1967 bis heute)

Nachdem Israel das Westjordanland und den Gazastreifen besetzt hatte, wird der Vorwurf des Landraubs international besonders laut, und auch von vielen Organisationen (wie den Vereinten Nationen) gestützt. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass die Israelis den Arabern das Land geraubt haben, denn Israel wurde von den Arabern angegriffen, doch das kleine Land, mit vielen eingewanderten Holocaust-Überlebenden, konnte sich erfolgreich verteidigen und sogar, für Israel strategisch wichtiges Land, dazu erobern.

Seitdem baut Israel Siedlungen in diesen Gebieten. Da dieses Land nach internationalem Recht als besetzt gilt, wird der Bau von zivilen Siedlungen dort von den meisten Staaten als völkerrechtswidrig und als illegale Landnahme angesehen.

Aber ist es das?

-Land wurde legal gekauft

-Landgewinne von 1948 waren Ergebnis eines Verteidigungskrieges

-das Westjordanland, das historische JUdäa und Samaria, ist das historische Kernland des jüdischen Volkes („Eretz Israel“)

Fazit: Man kann also sicher nicht sagen, dass Israel auf „geraubtem Land“ gegründet wurde. Warum gönnen Organisationen wie die Vereinten Nationen dem jüdischen Volk nicht dieses kleine Stück Land? Sie wollten dort mit ihren arabischen Nachbarn in Frieden leben!

19. Überfall der Terrororganisation "Hamas" auf friedlich feiernde jüdische Menschen am 07.10.2023

Ein neuer furchtbarer unbegreiflicher Höhepunkt des antijüdischen Terrors!

Über die Nachricht war ich fassungslos, und auch heute finde ich kaum Worte, angesichts dieses unfassbar grausamen, mörderischen Übergriffs auf jüdische Menschen. Angegriffen, geschändet und grausam ermordet von widerwärtigsten arabischen Pöbel - weil sie Juden waren. Den arabischen Mördern aus Gaza schlossen sich arabische Zivilisten an, die nichts dabei fanden, den israelischen Opfern auch noch ihr Hab und Gut zu rauben (u.a. Kinderspielzeug für die eigenen Kinder).

Ich werde niemals verstehen, wie zurückhaltend die Anteilnahme der Welt auf diesen unbeschreiblich grausamen Terrorakt war.

Allenthalben wurde in TV-Sendungen erwähnt, dass Israel natürlich das Recht hätte, sich zur Wehr zu setzen.

Doch bald lenkten einige Fernsehsender, auch die öffentlich rechtlichen wie ARD und ZDF, mit ihren Reportagen die Aufmerksamkeit auf die Situation der Bevölkerung in Gaza nach den ersten israelischen Angriffen. Personen kamen zu Wort, die Israel ständig des "Völkermords" beschuldigten. Dabei wurde wohl absichtlich verschwiegen, dass Israel auch nach dem 07.10.2023 ständig weiteren Angriffen und Anschlägen von arabischem und islamischen Terror ausgesetzt war, und es auch in Israel weitere Todesopfer gab. Das Leid jüdischer Opfer wurde - für mich völlig unverständlich - meist ausgeblendet.

Außerdem wurde in Nachrichtensendungen nicht oft genug erwähnt, dass die Terrororganisation "Hamas" ihre eigenen Bewohner als "Schutzschilde" missbraucht hat. Absichtlich wurden "Hamas"-Unterschlupfe in oder unter Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und UNRWA-Einrichtungen angelegt - oftmals mit Wissen und Unterstützung der Gaza-Bewohner.

Was ist das für eine Art von Berichterstattung?

Total widerlich sind außerdem die von deutschen Behörden unverständlicherweise genehmigten hasserfüllten Aufmärsche von Palästinensern in deutschen Großstädten, die ganz offen den Mord an Juden und die Vernichtung Israels fordern!

Kritik an Israel kann und darf es geben, aber diese Art und Weise, wie diese Sorte von Palästinensern und deren Sympathisanten auftreten, sind keine normalen Demonstrationen, welche berechtigte Forderungen stellen, sondern Aufrufe zu Hass und Mord an allen Juden!

20. Beispiele von seriösem Journalismus über Juden und Israel:

Sehr sehenswerte Videos von Sarah Maria Sander, einer deutsch-jüdischen Journalistin: https://www.youtube.com/@SarahMariaSander

Sehr sehenswerte Videos von Tom David Frey, ein freier Journalist, der sehr gute aufschlussreiche Berichte veröffentlicht, z.B.:

Jesus als Waffe: Wie Nazis und Palästinenser den Messias verfälschen

21. Menschlichkeit ist unteilbar - Antisemitismus fängt nicht erst bei Gewalt an,...

...sondern bereits dort, wo wir schweigen, wenn widerliche Witze gemacht werden oder Unwahrheiten über jüdische Menschen verbreitet werden.

Man kann die politische Lage im Nahen Osten diskutieren, man kann unterschiedlicher Meinung über Regierungen sein – aber man darf niemals zulassen, dass daraus Hass auf eine ganze Glaubens- und Kulturgemeinschaft wird.

Für mich ist klar: Der Staat Israel ist die Lebensversicherung für jüdische Menschen weltweit, die über Jahrtausende verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Wer Israel das Existenzrecht abspricht oder jüdische Mitbürger für die Politik eines Staates verantwortlich macht, verlässt den Boden der sachlichen Kritik und betritt den Pfad des Antisemitismus.

Ich hoffe, dass dieser Artikel interessant für alle Leserinnen und Leser ist. Vielleicht konnte ich so etwas beitragen zu einem besseren Verständnis für die Lage jüdischer Menschen und für die schwierige Situation Israels. Der kleine jüdische Staat ist die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten und braucht jede Unterstützung.

Jede Stimme gegen Judenhass zählt – auch die eines 'Durchschnittsmenschen'.

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

Noch keine Kommentare

Mehr von veggiewombat