Hinter der bundesweiten Sabotageserie, bei der die Auspuffrohre hunderter Autos mit Bauschaum verstopft wurden, steckt nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden und der Justiz der russische Geheimdienst bzw. staatliche russische Auftraggeber.Die Taten wurden im Rahmen einer hybriden Kriegsführung gesteuert, um gezielt Einfluss auf den deutschen Bundestagswahlkampf zu nehmen und gesellschaftliche Unruhe zu stiften.
Der Hintergrund und die Taktik
Falsche Fährte („False Flag“):
Die Täter klebten an den
beschädigten Fahrzeugen Aufkleber mit dem Foto des Grünen-Politikers Robert Habeck und Slogans wie „Sei grüner!“ auf. Damit sollte der Eindruck erweckt werden, dass radikale Klimaaktivisten hinter den Anschlägen stecken. Das Ziel war es, die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Wahlkampf zu diskreditieren und die Wut der Autobesitzer auf Klimaschützer zu lenken.
Die Handlanger vor Ort:
Russland setzte für die Durchführung keine eigenen Profi-Agenten ein. Stattdessen wurden meist junge Menschen oder Personen aus dem kleinkriminellen Milieu über das Internet (oftmals gegen Bezahlung mit Kryptowährungen) für die Sabotageakte angeworben.
Ausmaß:
Betroffen waren mehrere hundert Fahrzeuge in verschiedenen Bundesländern, darunter Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern. Sobald der Bauschaum im Abgasrohr aushärtet, lässt sich das Auto nicht mehr starten und es entstehen teure Sachschäden.
Ermittlungserfolge und Anklage
Nachdem eine Polizeistreife in Brandenburg Verdächtige kontrolliert hatte, erhärtete sich der Verdacht. Die Staatsanwaltschaft Ulm übernahm die zentralen Ermittlungen und erhob Anklage gegen mehrere Beschuldigte im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Ihnen wird unter anderem schwere Sachbeschädigung und der Versuch der verfassungswidrigen Wahlbeeinflussung vorgeworfen.