Nach Recherchen von ZDF frontal und dem SPIEGEL führt die Spur zu einem in den USA lebenden Russsen und Programmierer namens Oleksij L.. Er soll Verbindungen zu dem Account „Versistance“ haben, über den das AfD-Leak veröffentlicht wurde. Die Journalisten stützen das unter anderem auf übereinstimmende Pseudonyme, technische Überschneidungen und gemeinsame Projekte im Bereich Softwareentwicklung.
Interessant ist dabei, dass Oleksij L. gegenüber den Recherchen offenbar nicht grundsätzlich bestritt, die Daten beschafft zu haben. Er soll die AfD wegen aus seiner Sicht mangelhafter IT-Sicherheit als „verlockendes Ziel“ bezeichnet haben.
Außerdem identifizierten die Reporter eine weitere Frau aus seinem Umfeld, ebenfalls in den USA lebend. Diese erklärte selbst, wegen „Cyber-Terrorismus“ bereits im Gefängnis gewesen zu sein. Zu einer möglichen Beteiligung am AfD-Leak äußerte sie sich nicht.
Weitere Punkte, die inzwischen bekannt wurden:
Die Daten wurden unter dem Namen „Hexane“ bzw. über das Umfeld dieser Veröffentlichung verbreitet.
Das Leak umfasst rund 280 Gigabyte Daten und mehr als 420.000 E-Mails aus den Jahren 2013 bis 2026.
Nach Angaben der AfD erfolgte der Zugriff über einen Hosting-Dienstleister und nicht durch einen direkten Einbruch in aktuelle Parteiserver.
Die veröffentlichten Daten wirken nach Einschätzung mehrerer Medien authentisch; als Indiz werden unter anderem digitale Signaturen und überprüfbare Originaldokumente genannt.
Was bisher nicht bekannt ist:
Ob hinter „Versistance“ tatsächlich ausschließlich Oleksij L. steckt. Die Berichte sprechen von Indizien, nicht von einem endgültigen Nachweis.
Ob staatliche Stellen, Geheimdienste oder politische Organisationen beteiligt waren. Dafür gibt es bislang keine öffentlich bekannten Belege, aber genügend Hinweise.
Welches konkrete technische Einfallstor genutzt wurde. Die veröffentlichten Berichte bleiben bei den Details des Angriffs auffällig vage.
Bemerkenswert finde ich vor allem, dass die bisherigen Recherchen eher auf ein Umfeld politisch motivierter Hacker aus der US-Online-Szene hindeuten als auf einen staatlichen Akteur. Die öffentlich vorliegenden Erkenntnisse zeichnen bislang eher das Bild einer ideologisch motivierten Hacktivisten-Gruppe als einer professionellen Geheimdienstoperation. Allerdings ist auch das noch keine abschließend bewiesene Tatsache.