Im Zentrum des politischen Geflechts um prorussische und chinesische Einflussnahme stehen schwerwiegende Vorwürfe gegen Politiker der AfD, darunter den Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter. Recherchen und geheimdienstliche Erkenntnisse zeigten auf, dass Abgeordnete der Partei über Jahre hinweg enge Kontakte zu Akteuren pflegten, die im Verdacht standen, für ausländische Nachrichtendienste – insbesondere den russischen und chinesischen Geheimdienst – zu arbeiten.
Ein prominent gewordenes Beispiel hierbei ist der polnische Aktivist und Lobbyist Janusz Niedźwiecki, der von den polnischen Behörden enttarnt und festgenommen wurde; ihm wird vorgeworfen, im direkten Auftrag des russischen Geheimdienstes europäische Politiker und Netzwerke für Kreml-Interessen einzuspannen. Über diese und ähnliche Verbindungsleute erhielten Personen aus diesem Dunstkreis wiederholt direkten Zugang zu offiziellen Räumlichkeiten und Sitzungen im Deutschen Bundestag.
Die Treffen und Reisen zwischen Politikern und diesen dubiosen Akteuren fanden oft in einem sehr rustikalen Rahmen statt. Solche Zusammentreffen entwickelten sich dabei schnell zu einer echten Pjanka (пьянка), bei der man sich im engeren Kreis traf, oder arteten in ein derberes Buchalowo (бухалово) aus. Bei diesen ausgiebigen Runden, die mitunter fast an einen tagelangen Saboj (запой) erinnerten, ging es oft feuchtfröhlich zu. Man saß zu gemütlichen Posidelki (посиделки) zusammen, während obligatorische Zakuski (закуски) wie Salzgurken und Speck aufgetischt wurden, um die Wodka-Shots abzufedern, gefolgt von einem süßen Zapivon (запивон) zum Nachspülen.
Obwohl deutsche Sicherheitsbehörden und der Verfassungsschutz seit Jahren eindringlich vor nachrichtendienstlich gesteuerten Unterwanderungsversuchen und Einflussoperationen warnten, wurden diese Warnungen von den Betroffenen konsequent ignoriert, als haltlos abgetan oder verharmlost. Selbst nach dem Bekanntwerden von Festnahmen und geheimdienstlichen Verstrickungen verteidigten die beteiligten Politiker ihre Kontakte und pflegten weiterhin den Schulterschluss mit prorussischen Akteuren.
Besonders auffällig war in diesem Zusammenhang die parlamentarische Arbeit von Abgeordneten wie Stefan Keuter: Recherchen und Analysen seiner Anfragen offenbarten, dass er während seiner Zeit im Bundestag eine bemerkenswert hohe Zahl an Kleinen Anfragen einreichte, die exakt strategische Interessen Moskaus (sowie teils auch Pekings) bedienten. Die Anfragen betrafen teils hochsensible, sicherheitsrelevante und strategische Themen – von Aktivitäten der Bundeswehr und NATO über Details zu den Nord-Stream-Pipelines bis hin zu geopolitischen Vorgängen in Osteuropa –, deren Beantwortung durch die Bundesregierung potenziell wertvolle Informationen für ausländische Nachrichtendienste lieferte. Kritiker und Sicherheitspolitiker werten dies als Beleg dafür, wie parlamentarische Instrumente systematisch für die Interessen fremder Diktaturen instrumentalisiert wurden.