Prinzipien? Ausverkauft! Wenn die AfD-Führungsriege ihre Lieblingsthemen im Eiltempo recycelt

Wer braucht schon Prinzipien, wenn man den Machthunger stillen kann? In einem frisch aufgetauchten Strategiepapier der AfD-Bundestagsfraktion, maßgeblich aus der Hand des Europaabgeordneten René Aust (Landesverband Thüringen, Vertrauter von Björn Höcke) rudern die blauen Euro-Rebellen plötzlich in Rekordzeit zurück: Weder vom „Dexit“ noch vom hassgeliebten Euro-Austritt will man auf einmal etwas wissen. Statt mit dem radikalen Vorschlaghammer zu drohen, gibt man sich plötzlich reformverliebt. Ausgerechnet jene, die jahrelang den Brüsseler Untergang herbeifantasiert haben, wollen Europa jetzt plötzlich stützen – man will schließlich regierungsfähig wirken.

Diese peinliche Volte führt einmal mehr vor Augen, wie hohl das politische Fundament der Partei tatsächlich ist. Erst vor wenigen Tagen noch fiel man vor Donald Trump auf die Knie und huldigte ihm als den Retter des „deutschen Erbes“ – nur um nun eilig auf Distanz zu gehen, sobald der Wind ein bisschen dreht.

Bei der AfD gilt eben: Was gestern noch in Stein gemeißelt war, landet morgen im Reißwolf. Werte, Überzeugungen oder gar Programme sind dort nichts weiter als Wegwerfartikel, die je nach Bedarf ausgetauscht werden. Einziges Leitmotiv bleibt der unstillbare Durst nach Macht – für den man im Zweifel sogar das eigene Parteibuch umschreibt.

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