Mord an 7jähriger: Drohungen gegen Täterfamilie bei Begräbnis in Tschetschenien

Erlaubt mir ein kurzes Wort zu dem schrecklichen Mord an einer siebenjährigen in einem Wiener Gemeindebau. Der Fall erschüttert nachhaltig. In vieler Hinsicht. Ein Kind wird brutal erstochen. Der Täter ist ein offensichtlich geistig abnormer Jugendlicher. Die Mutter des Opfers will angesichts des Schmerzes ausziehen – kein Wunder! Sie lässt ihre Tochter begraben, in ihrem Herkunftsland, Tschetschenien. Auf dem Begräbnis sagt ein Sprecher, dass nun Blutrache geübt werden müsse, "Alle 4 müssen sterben, die Polizei darf sie nicht beschützen, sonst wird es den Österreichern schlecht gehen!" (er meint damit den Mörder, dessen Bruder und Eltern). Der Mörder selbst solle unerträgliche Qualen leiden.

Blutrache ist mit Sicherheit etwas sehr Verwerfliches. Es hat bei uns nichts zu suchen – und sollte in keiner Kultur etwas zu suchen haben. Dennoch sollten wir nun nicht gegen Tschetschnen wettern und uns fragen, ob es nicht auch bei uns ähnliches gegeben hat. Ich erinnere an einen Fall in den USA. Ein Vater hatte den Vergewaltiger seiner kleinen Tochter umgebracht und wurde freigesprochen. Natürlich gibt es Unterschiede. Hier wurde der Vergewaltiger umgebracht und nicht gleich seine ganze Sippschaft mit und dennoch: So verwerflich jeder Gedanke an Blutrache ist, so ist zumindest der Gedanke daran "menschlich". Wer würde dem Peiniger seines Kindes nicht ein Ähnliches Schicksal wünschen? So ehrlich sollte jeder sein.

Redigiert mit freundlicher Unterstützung der Redaktion.

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