„Ich habe keinen Fehler gemacht.“Ein Satz, der nur allzu vertraut klingt. Donald Trump nutzte diese Worte, als Reporter ihn aufforderten, sich von einem KI-generierten Video zu distanzieren, das Barack und Michelle Obama als Affen darstellte – ein rassistisches Motiv, das direkt auf die Zeit des Sklavenhandels verweist. Jeder vernünftige Mensch in den USA weiß, was diese Darstellung bedeutet: eine bewusste Erniedrigung, tief verwurzelt in der Geschichte des Rassismus.
Doch Trump bleibt bei seiner Haltung: „Ich habe keinen Fehler gemacht.“
Ein ererbtes Muster der Verantwortungslosigkeit
Vor etwa acht Jahren besuchte ich meine Tante Maryanne, Donald Trumps älteste Schwester, in ihrer Wohnung in der Upper East Side. Sie erzählte mir etwas über unseren Großvater Fred Trump, das mir neu war: Er übernahm nie Verantwortung für seine Fehler. Stattdessen suchte er stets einen Sündenbock. Dieses Verhalten hat er an Donald weitergegeben.
Wir erleben dieses Muster immer wieder: Trump handelt unverschämt oder unüberlegt, weigert sich, Fehler einzugestehen, und sucht stattdessen nach Schuldigen. Wenn er zur Rede gestellt wird, verdoppelt er seine Angriffe – besonders, wenn seine Anhänger ihn bedingungslos verteidigen. So auch in diesem Fall: Nach der erneuten Veröffentlichung des rassistischen Videos behauptete seine Pressesprecherin Caroline Leavitt, die Empörung darüber sei „vorgegaukelt“. Doch der Beitrag wurde schließlich von Trumps Social-Media-Konto entfernt – nur, um kurz darauf mit der typischen Dreistigkeit zu behaupten: „Ich habe keinen Fehler gemacht.“ Mit anderen Worten: Er steht zum Inhalt des Videos.
Amerikas Versagen: Normalisierung statt Konsequenzen
Ein Nutzer fasste die Situation treffend zusammen: „In jeder anderen großen Demokratie würde ein solches Verhalten des Staatsoberhaupts eine Verfassungskrise auslösen. Paris würde brennen. Berlin würde Notsitzungen einberufen. In den nordischen Ländern wäre der Rücktritt innerhalb von Stunden eine Selbstverständlichkeit.“ Doch in den USA? Eine Woche nach der Veröffentlichung des Videos scheint es, als wäre nichts passiert. Der Nachrichtenzyklus rückt weiter – doch wir hätten nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfen.
Doch genau das ist das heutige Amerika: ein Land, das seit über einem Jahrzehnt in einer toxischen Beziehung zu Donald Trump gefangen ist. Medien, Banken und die Republikanische Partei haben uns jahrelang erklärt, sein Verhalten – Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Grausamkeit, Korruption – sei „einfach Teil seiner Persönlichkeit“. Doch diese Normalisierung ist gefährlich. Sie signalisiert: Es gibt keine Grenzen. Trump kann alles tun – ohne Konsequenzen.
Warum wird er trotzdem unterstützt?
Man fragt sich: Warum geben Millionen Amerikaner – die meisten davon ohne persönlichen Vorteil – einem Mann Macht, der sich als Rassist, Betrüger und inkompetenter Demagoge entlarvt? Die Antwort liegt in den Strukturen, die ihn stützen:
Korrupte Eliten, die ihn für ihre eigenen Zwecke nutzen.
Ein Oberster Gerichtshof, der ihm fast imperiale Befugnisse zuspricht.
Eine Partei, die ihn deckt und seine Angriffe auf Minderheiten billigt.
Die jüngsten Enthüllungen zu den Epstein-Akten unterstreichen dies: Während Trumps Name dort bis zu einer Million Mal auftaucht, wird Hillary Clinton – deren Name in den Dokumenten nicht einmal vorkommt – öffentlich an den Pranger gestellt. Diese Doppelmoral ist symptomatisch für den Verfall der Republikanischen Partei.
Die Republikaner: Mittäter statt Wächter der Demokratie
Die überwiegende Mehrheit der Republikaner schwieg nach Trumps rassistischem Post. Sie wissen, dass seine Angriffe auf die Obamas schwarze Amerikaner:innen weiter spalten. Doch sie tolerieren es – weil sie selbst Teil des Problems sind. Die Partei schützt einen Mann, der nicht nur rassistische Narrative verbreitet, sondern auch mit Vergewaltigern und Menschenhändlern in Verbindung gebracht wird.
Die Republikaner sind nicht nur Komplizen, sie sind das größere Problem. Zusammen mit einer korrupten Mehrheit im Obersten Gerichtshof und den Oligarchen, die sie finanzieren, tragen sie die Hauptverantwortung für die Zerstörung demokratischer Normen.
Empörung ist nicht genug – es braucht Konsequenzen
Es reicht nicht, empört zu sein. Wir müssen diese Empörung in Handlung umsetzen. Wenn wir die Chance haben, diese Verantwortlichen aus der Regierung zu entfernen – und idealerweise vor Gericht zu bringen –, müssen wir die Kraft aufbringen, dieses Land von Grund auf neu aufzubauen.
Die Frage ist: Wann beginnt dieser Wandel?
Mary L. Trump via Substack