In den 1950igern experimentierte man mit der Frage warum gute Menschen fürchterliche Dinge tun. Ein Ansatz der verfolgt wurde ist die Ansicht, dass Menschen im Zweifelsfall mit der Masse mitlaufen, auch wenn sie den Weg für falsch halten.

Solomon Asch etwa konstruierte ein Experiment indem er Personen zwei Karten zeigte. Auf der ersten Karte war eine Linie abgebildet, auf der zweiten 3, wovon die dritte Linie eindeutig genauso lang war wie die der ersten Karte.

https://en.wikipedia.org/wiki/Asch_conformity_experiments wikipedia.org

Er fragte eine Gruppe von 8 Personen welche Linie gleich lang sei, wobei 7 der 8 Personen Teil des Experiments waren und allesamt die gleiche, eindeutig falsche, Antwort gaben. Der eigentliche Proband wurde als letztes gefragt und das Resultat ist wenig überraschend.

Mehr als ein Drittel unterwarfen sich dem Konsens, obwohl sie wussten, dass es falsch war.

In Durchgängen in denen das Experiment mehrfach hintereinander ausgeführt stieg der Wert auf rund Dreiviertel aller Probanden an. Menschen beugten sich hier zumindest einmal der Gruppenmeinung.

Asch belegte damit etwas das wir ohnehin wussten: Im Zweifelsfall läuft die Masse der Masse nach. Sich in der Gruppe zu bewegen bringt Sicherheit. Das versteht sogar Sardine oder besser gesagt: sie versteht es eben nicht, sie handelt nur so als ob sie es verstehen würde.

In der Gruppe zu bleiben ist etwas das im ältesten Teil unseres Gehirns verankert ist, ein Teil der viel ursprünglicher, wilder und für rationale Überlegungen unempfindlicherer Teil unseres Handelns.

Wenn wir vor der Entscheidung stehen mit der Gruppe in die falsche Richtung zu ziehen oder alleine in die richtige Richtung zu gehen, wählen die meisten die Gruppe. Nicht weil sie darüber nachdenken, sondern weil ihr Kleinhirn jede Berücksichtigung der Alternativ blockiert.

Sich gegen die Gruppe zu stellen ist keine Option.

Allein zu gehen ist keine Option.

Widersprechen ist keine Option.

Unterwerfung ist der einzige Weg.

Das Problem daran ist, dass dieser Mechanismus einfach ausgenutzt werden kann. Propaganda etwa hat nur ein Ziel: uns davon zu überzeugen, dass jeder das Glaubt was sie sagt und wir mit unserer konträren Ansicht völlig alleine sind. Propaganda überzeugt nicht, sie isoliert die Abweichler. Selbst wenn fast alle A denken, solange sie B sagen, weil sie Angst davor haben „die Anderen“ zu sein, wird die Mehrheit immer denken sie sei die Minderheit und das tun was die herrschende Minderheit tut.

Das funktioniert nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Schafen. Was dort der Hund tut, tun bei uns die Medien.

Was also tut man, wenn man zu dem Querulanten Viertel gehört? Vermutlich reicht es anderen zu sagen, dass sie nicht alleine sind.

Die Sardinen hingegen kann man nicht überzeugen. Die gehen immer genau dorthin wohin die Masse geht, selbst wenn der Weg ins Schleppnetz führt.

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Matt Elger

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Claudia56

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