Buchautor und Volksschuldirektor Niki Glattauer betreitet im Kurier-Interview die Existenz eines Kulturkampfes im Klassenzimmer. Das Kopftuch zu vebieten, kommt für ihn daher nicht in Frage:

Wie viele Kinder sitzen in öffentlichen Kindergärten mit Kopftuch, landesweit 20, 30, 50? Das soll ein Problem sein? Ich halte das Kopftuchverbot für ebenso menschenverachtend wie den Kopftuchzwang. Ich habe Kopftuchmädchen in Klassen gehabt, die waren selbstbewusster und feministischer als alle anderen.

Einerseits gebe es Kopftücher im Kindergarten ohnehin kaum. Anderseits habe er als Lehrer unter kleinen Kopftuch-Damen auch schon große Emanzen angetroffen.

Statt einem Kopftuchverbot sollten sich Lehrer „dicke“ Eier wachsen lassen, und „im Einzelfall“ als Rambo-Pädagogen den Kulturkampf mit ihren Schülern und Eltern selbst austragen:

Ich denke aber, dass man diesen mit einem möglichst geringen Maß an Aufgeregtheit und einem möglichst hohen Maß an Humor begegnen muss. Und im Einzelfall mit dicken Eiern, wenn ich so sagen darf. Wenn mir ein Kind sagt, es kann in Musik nicht mitsingen, weil bestimmte Liedtexte „haram“ (verboten) sind, dann muss ich seine Eltern herholen und sagen, das geht nicht. Aus. Sie werden sehen, wie schnell das Kind mitsingt, wenn ich seinen Eltern klarmache, dass es sonst seinen gratis Schulplatz verliert. Ein Vater, der einer Lehrerin die Hand verweigert: ein No-Go. Eine Mutter, die vollverschleiert zum Elternsprechtag kommt: No-Go. Schwimmkurs-Befreiungen, keine Prüfungen, weil Ramadan ist, Boykott der Nikolo-Feier – alles No-Gos.

Lehrer sind keine Rambos, die jene vom Autor zuerst bestrittenen und dann aber selbst eingeforderten Kulturkämpfe selbst austragen können, ohne dabei völlig auszubrennen.

Den Verlust des "Gratis-Schulplatzes", den er als Druckmittel gegen renitente Schüler und Eltern einsetzen will, zeigt, wie weltfremd der Herr Direktor denkt.

Ein simples Kopftuchverbot würde unseren Lehrern jene Überforderung ersparen. Linke Kulturkämpfer wie Direktor Glattauer sind jedoch nicht dazu bereit, sich die Realität einzugestehen.

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