Häfenbruder als Regime-Kritiker?

Obwohl er erst 15 Jahre alt ist, war die Verhandlungssituation vor dem Linzer Richter Walter Eichinger für den Tschetschenen nicht neu. Es war nicht seine erster Prozess wegen Raubes und Körperverletzung. Diesmal fasste er eine zehnmonatige Haftstrafe aus.

Der 15-Jährige gehörte zur Gruppe LML – Leben mit Loyalität. „Leben mit Kriminalität würde es besser treffen“, findet Staatsanwalt Philip Christl, der beschreibt, wie der Angeklagte es sich zum Hobby gemacht hat, auf Schwächere loszugehen.

https://www.krone.at/2083509

Junge Männer aus Tschetschenien benehmen sich bei uns leider oft selbst wie kleine Kadyrows. Durch die kriminelle Karriere droht allerdings die Aberkennung des Asylstatus.

Kollege Murad, der gerade in Hirtenberg einsitzt, hat aufgezeigt, wie man sich vor der drohenden Abschiebung schützen kann, indem man sich aus einem gewöhnlichen Kriminellen in einen politischen Flüchtling mit brandneuem Asylgrund verwandelt:

Denn der dort inhaftierte Tschetschene Murad A. schaffte es irgendwie, das Telefon in die Anstalt zu bringen.

Dennoch ist es nicht das Handy an sich, das aktuell den Verfassungsschutz in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Am 28. Dezember soll A. laut „Krone“-Informationen ein Video von sich selbst erstellt haben, in dem er den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow wüst beschimpft, beleidigt und bedroht. Danach lud er das Hass-Video auf der Plattform YouTube hoch. Es dauerte nur wenige Stunden, bis sowohl Landes- als auch Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus reagierten – und umgehend einen Krisenstab einrichteten.

https://www.krone.at/2078741

Mit einem ins Gefängnis geschmuggelten Smartphone produzierte Murad ein Drohvideo gegen den echten Kadyrow. In Wahrheit wurde das Video gleich auch an den Verfassungsschutz weitergeleitet. Aufgrund der sofortigen Löschung ist wohl kaum davon auszugehen, dass irgendwer die grimmige Drohung gegen den großen Boss gesehen haben könnte.

Nichtsdestotrotz wurde gleich ein Krisenstab im Innenministerium eingerichtet, und der ganze Clan wurde unter Polizeischutz gestellt. Unsere Medien waren von dem Theater schwer beeindruckt. Ein positiver Asylbescheid ist mit dem von Benko-Krone und Raiffeisen-Kleine dokumentierten „Bedrohungsszenario gegen den gesamten Clan“ des „Kadyrow-Kritikers“ so gut wie fix.

Murad hätte für ein neues Asylverfahren auch eine neu entdeckte Homosexualität behaupten können, was im Zweifel auch geglaubt hätte werden müssen und Österreich wenigstens viel Geld gespart hätte.

Für den Clan wäre dies jedoch (selbst als Lügengeschichte fürs Asylverfahren) mit großer Schande verbunden gewesen, zumal Homosexualität unter Österreichs Tschetschenen mindestens genauso verpönt ist wie bei Kadyrow in Grosny.

Viel ehrenvoller war es, Kadyrow auf Youtube zu beleidigen (auch wenn es keiner sah), um als „Oppositioneller“ statt als „Homosexueller“ Asyl einzufordern.

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