Die Geschichte Deutschlands ist eine Geschichte der Wanderung, der Eroberung und des kulturellen Austauschs – und sie beginnt nicht erst gestern. Wer heute behauptet, dieses Land gehöre „den Deutschen“, der sollte sich fragen: Welche Deutschen eigentlich? Die Germanen, die einst aus Skandinavien einwanderten? Die Goten, die hier ihre Spuren hinterließen, bevor sie weiterzogen? Die Slawen, die jahrhundertelang im Osten siedelten, bis sie verdrängt wurden? Oder vielleicht die Langobarden, die durch das Land zogen, bevor sie in Italien ein neues Reich gründeten?
Selbst die Hunnen, diese gefürchteten Reiter aus der Steppe, durchquerten und prägten diese Regionen – wenn auch nur für kurze Zeit. Jeder, der heute von „illegaler“ Einwanderung spricht, übersieht, dass das gesamte Land, das wir heute Deutschland nennen, auf einer Kette von Migration, Eroberung und kultureller Vermischung beruht. Die Franken kamen, die Sachsen kamen, die Bajuwaren kamen – und alle brachten ihre Sprachen, Bräuche und Vorstellungen von Heimat mit.
Es gibt kein „reines“ Land, kein Volk, das anspruchsberechtigt wäre, und keine Grenze, die nicht irgendwann von jemandem überschritten wurde. Die Idee, dass Menschen „illegal“ sein könnten, weil sie an einen Ort ziehen, an dem sie nicht geboren wurden, ist historisch gesehen absurd. Jeder Flecken Erde in Mitteleuropa hat im Laufe der Jahrtausende Dutzende von Herrschern, Völkern und Kulturen gesehen. Wer heute hier lebt, steht in einer langen Tradition von Ankömmlingen – ob vor 2000 Jahren oder vor 20 Jahren.
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Also: Ja, die Deutschen haben ihr Land von den Goten, Slawen, Langobarden und Hunnen „gestohlen“ – genau wie diese es zuvor von anderen übernommen hatten. Und genau das ist der Punkt: Migration ist kein Bruch, sondern die Norm. Niemand ist hier illegal. Die Geschichte lehrt uns, dass Heimat kein Besitz, sondern ein Prozess ist.