„Die Freiheiten, die wir euch geben, werden missbraucht.“

Dieser Satz löst in mir spontan ein leicht zynisches Schmunzeln aus. Nicht, weil ich ihn lustig finde, sondern weil ich ihn nicht mag. Das bedeutet nicht, dass er falsch ist. Ich mag ihn nur einfach nicht.

Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Ein bestimmter Prozentsatz einer Gruppierung (hier: FuF-User) ist nicht in der Lage, die regulative Lücke, die wir gemeinhin als „Freiheit“ bezeichnen, durch Selbstregulation auszugleichen. Freiheiten sind nämlich nichts anderes als Anforderungen an das Individuum, und diese Anforderungen überfordern so manchen.

Die Gründe dafür liegen zumeist irgendwo tief in der Persönlichkeitsstruktur und der sozialen Struktur begraben. Die Höhe des besagten Prozentsatzes ist nämlich variabel. Sie ist nicht in jeder Kultur, Gesellschaftsschicht, Subkultur und Gruppierung gleich. Wir haben also tatsächlich bestimmte Gruppierungen, die problematischer sind als andere.

Aber wo liegt denn eigentlich das Problem? Menschen beleidigen sich im Internet. Mir persönlich ist das egal, zumal ich weiß, wo es herkommt. Wenn nun einige Mitmenschen den Freudschen Thanatos nicht gezielt ausleben können, manifestiert er sich eben online als fremdschamauslösender, wütender Gefühlsausbruch. Es gibt weitaus gefährlichere Manifestationen. Ich verstehe allerdings, dass sich viele auf dieser Plattform nicht mehr wohlfühlen. Es bleiben diejenigen, die es nicht stört, und diejenigen, deren Tonfall auf keiner anderen Plattform geduldet wird.

Jetzt kommt wieder der oben erwähnte Prozentsatz bestimmter Gruppierungen ins Spiel. Der steigt nämlich, und da beginnen die Probleme.

Ich schreibe häufig darüber, dass wir eine Diktatur unter meiner Führung brauchen. Ob das mein Ernst ist oder nicht, überlasse ich der Interpretation des Lesers. Der Grund dafür ist aber genau das, was die FuF-Redaktion beschreibt.

Freiheiten sind eine Anforderung, und ich glaube, dass wir auf eine Gesellschaft zusteuern, die diese Anforderungen nicht mehr erfüllt.

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trognon de pomme

trognon de pomme bewertete diesen Eintrag 11.06.2026 11:17:01

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