Der Krieg zwischen den USA und dem Iran entwickelt sich zu einem politischen Albtraum für Washington – und Teheran nutzt jede Schwäche gnadenlos aus. Was einst als Machtdemonstration gedacht war, wirkt inzwischen wie ein chaotischer Rückzug in Zeitlupe.
Nach 30 Tagen zeigt sich ein Bild, das für die USA kaum peinlicher sein könnte:
1. Die Huthis im Jemen haben die Bühne betreten – und Washington kann nur zusehen.
Während die USA versuchen, ihre Position im Nahen Osten zu behaupten, öffnen die Huthis eine neue Front und legen die Hand auf die Meerenge Bab al‑Mandab, eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Handels.
Frühere Versuche, sie militärisch auszuschalten, scheiterten – erst unter Trump, dann unter Biden. Und jetzt? Jetzt kontrollieren sie gemeinsam mit dem Iran zwei der wichtigsten Ölpassagen der Welt.
Für die USA ist das ein geopolitischer Albtraum, für den Iran ein Triumphzug. Die globale Lieferkette wankt – und Washington kann nichts tun, außer gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
2. Der Iran spielt mit dem Gedanken, den Atomwaffensperrvertrag zu verlassen – und die USA können nur schlucken.
Vor dem Krieg gab es noch diplomatische Signale, dass Teheran bereit wäre, sein Atomprogramm zu begrenzen. Diese Zeiten sind vorbei.
Jetzt wirkt es, als hätte der Krieg genau das Gegenteil bewirkt: Der Iran fühlt sich bedroht – und gleichzeitig stärker denn je.
Die amerikanische Erzählung, man wolle nur Irans nukleare Ambitionen stoppen, wirkt inzwischen wie ein schlechter Witz. Der Konflikt hat Teheran eher ermutigt, den Weg zur Atommacht ernsthaft zu prüfen.
3. Diplomatisch wird es für die USA zunehmend peinlich.
Bei den Gesprächen in Islamabad diktierte der Iran, mit wem er überhaupt sprechen will – und Washington musste sich fügen.
Dass die USA bestimmte Unterhändler außen vor lassen mussten, wurde international als klare Machtdemonstration Teherans gewertet.
Gleichzeitig wächst in den USA der innenpolitische Druck, den Krieg schnell zu beenden. Das schwächt die Verhandlungsposition zusätzlich – und Teheran weiß das ganz genau.
Am Ende könnte der Iran aus diesem Konflikt hervorgehen wie ein Spieler, der mit einem schlechten Blatt am Pokertisch sitzt, aber trotzdem alle Chips einsammelt – einfach weil die anderen nervös werden.
Für die USA wäre das ein herber Schlag: weniger Einfluss im Nahen Osten, weniger Kontrolle über globale Handelswege und ein Gegner, der selbstbewusster auftritt als je zuvor.