Ich habe Höhenangst.

Leider.

Schon bei der Besichtigung einer mittelalterlichen Burg passe ich, wenn ich in einen tiefen Brunnen sehen muss oder- noch schlimmer- hoch oben auf einem schlimmen Turm zwischen den Burgzinnen in den Abgrund schaun soll. Wo Menschen früher zur Strafe runtergeworfen wurden.

Ich meide solche Situationen, so gut ich kann.

Sogar the top of a small danish fyrtårn erzeugt in mir den Wunsch, so schnell wie möglich wieder im Erdgeschoss zu landen.

Über Plankenbrücken gehe ich nicht und keine 10 Pferde bringen mich in eine gläserne Brücke über 1 Mio km tiefen Schluchten.

Wahrscheinlich aufgrund dieser Ängste bewundere ich Free-Climber aus tiefstem Herzen.

So einen wie Alex Honnold, der sich gerade seinen Lebenswunsch erfüllt hat und den Wolkenkratzer Taipeh 101/Taiwan erfolgreich erklomm.

508 Meter ohne Seil, ohne Netz, ohne Fallschirm.

Irgendwie übermenschlich.

Netflix hat dieses sportliche Großereignis live gebracht. "Skyscraper live". Nachbearbeitet noch zu sehen.

Selbstverständlich hätte Alex Honnold jederzeit den Halt verlieren können. Ein Windstoß zuviel, ein Vogel, ein kleines Erdbeben...

Ich verstehe die Kritiker. Soll man sowas live senden?

Ich persönlich hätte es mir never ever live ansehen können.

Aufgrund meiner Ängste.

Letztlich sind es dann beim Betrachten 2h Meditation.

Vollkommene Eleganz, gepaart mit Furchtlosigkeit und Demut.

Für mich als zeitverzögerte Zuschauerin trotzdem nur zu ertragen in der sicheren Gewissheit, dass er es geschafft hat.

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"Free Solo" mit Honnold ist auch sehenswert. Die Produktion gewann 2019 den Oscar als bester Dokumentarfilm.

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