Herbert Kickl und die ungarischen Polizeipferde
Im Rahmen seines umstrittenen Projekts einer berittenen Polizei in Österreich erhielt der damalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán zwei Pferde geschenkt. Die beiden Rappen mit den Namen „Zalan“ und „Zadar“ waren als Zeichen der Wertschätzung für Kickls sicherheitspolitische Bemühungen gedacht. Doch die Tiere erwiesen sich als gesundheitlich angeschlagen – zumindest eines der beiden Pferde litt an Lahmheit, was in den Medien als „lahme Gäule“ oder „alte Gäule“ spöttisch kommentiert wurde.
Die beiden Unglücksrappen, aus dem berühmten Gestüt Mezöhegyes, sollten eigentlich Österreichs Straßen sichern. Doch statt Verbrecher zu jagen, humpelten sie lieber in die Tierarztpraxis. Die Medien jubelten: „Lahme Gäule für einen lahmen Minister!“ – und die Steuerzahler durften für das 2,3-Millionen-Euro-Spektakel blechen.
Hintergründe und Folgen
- Die beiden Pferde stammten aus dem renommierten ungarischen Staatsgestüt Mezöhegyes und sollten eigentlich für den Patrouillendienst geeignet sein. Doch schon bald nach ihrer Ankunft in Österreich stellte sich heraus, dass sie nicht einsatzfähig waren.
- Ursprünglich war geplant, dass die Tiere in Österreich bleiben könnten, falls sie sich erholen. Da sich ihr Zustand jedoch nicht besserte, wurden sie schließlich nach Ungarn !abgeschoben!. Ungarn bot im Gegenzug an, zwei Ersatzpferde zu stellen, falls nötig.
- Das gesamte Projekt der berittenen Polizei kostete den Steuerzahler über 2,3 Millionen Euro, wovon ein Großteil auf Personalkosten entfiel. Die restlichen Pferde wurden später verkauft oder an Tiergnadenhöfe abgegeben.
- Besonders die Frage, ob die Tiere geschlachtet oder weiter im Einsatz seien, beschäftigt die Öffentlichkeit. Die ungarische Seite betont jedoch, dass die Pferde in Ungarn weiterhin tierärztlich betreut und für leichtere Einsätze oder Reha genutzt würden - Immerhin.
Ein ungarischer Beamter formulierte es so: „Wir machen aus Kickls Pleiten wenigstens noch ein bisschen PR.“
Zum Sinnbild rechter Politik geworden.
Herbert Kickls „lahme Gäule“ sind längst zum Sinnbild der rechten Realitätspolitik in Österreich geworden: viel Getöse, wenig Substanz. Statt mutiger Lösungen dominieren symbolische Machtgesten – wie ein Ritter auf morschem Ross, der gegen Windmühlen kämpft.
Die Pferde, einst stolze Polizeisymbole, stehen heute für eine Politik, die sich in Inszenierung verliert, während echte Herausforderungen ignoriert werden. Satiriker feiern die „Reiterstaffel“ als perfekte Metapher für eine Bewegung, die sich selbst überfordert – und dabei doch nur im Kreis galoppiert.
Doch die Ironie geht weiter: Während die Gäule müde im Stall stehen, wird ihre „Heldentat“ in Talkshows und Social Media gefeiert. Die Realität? Eine Politik, die sich in Parolen erschöpft und deren größte Leistung darin besteht, die eigene Klientel mit immer neuen Feindbildern bei Laune zu halten. Am Ende bleibt nur ein Hufabdruck im Matsch der Geschichte – und die Frage, wer eigentlich die Futterkosten zahlt.
So wird aus der Reiterstaffel ein trauriges Zerrbild: Statt Reformen zu reiten, wird nur noch der eigene Mythos gepflegt. Die „lahmen Gäule“ sind damit nicht nur Symbol, sondern auch Warnung – vor einer Politik, die sich selbst auf dem Abstellgleis stellt.