Russland steht vor einem demografischen Desaster. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat das Land nicht nur international an Reputation verloren, sondern auch einen dramatischen Bevölkerungsrückgang erlebt. Hunderttausende junge Männer wurden an die Front geschickt – viele von ihnen kehrten nicht zurück oder kamen als körperlich und psychisch zerstörte Krüppel heim. Die Verluste sind so massiv, dass selbst offizielle Stellen von Hunderttausenden Toten und Verletzten sprechen. Doch die wahre Zahl dürfte weit höher liegen.

Doch nicht nur der Krieg dezimiert die Bevölkerung. Viele gut ausgebildete Russen, die es sich leisten können, fliehen ins Ausland. Sie suchen Sicherheit, Freiheit und eine Zukunft für ihre Kinder – Dinge, die in Putins Russland immer seltener werden. Diese Abwanderung trifft das Land besonders hart: Ärzte, Ingenieure, IT-Spezialisten und Wissenschaftler verlassen das Land in Scharen. Die Wirtschaft leidet unter diesem Brain-Drain, während die internationale Isolation und die Sanktionen die Lage weiter verschärfen.

Doch statt die Ursachen für diese Entwicklung zu bekämpfen – den Krieg zu beenden, die Repressionen zu stoppen und die Wirtschaft zu reformieren – setzt der Kreml auf einen radikalen Schritt: den Import von Arbeitskräften aus dem Ausland. Kürzlich wurde bekannt, dass Russland mit Indien eine Vereinbarung getroffen hat, die die Einwanderung von bis zu 2,3 Millionen Indern ermöglichen soll. Offiziell werden sie als „Fachkräfte“ bezeichnet, doch angesichts der verzweifelten Lage an der Front ist es wahrscheinlich, dass viele von ihnen früher oder später in Uniformen gepresst werden. Russland braucht nicht nur Arbeiter, sondern auch Kanonenfutter.

Ironischerweise ist es ausgerechnet Wladimir Putin, der mit seiner Politik einen „Bevölkerungsaustausch“ vorantreibt – ein Szenario, das in Europa von rechtsextremen und rassistischen Kreisen als Schreckgespenst an die Wand gemalt wird. Während rechte Nationalisten in Deutschland und anderen Ländern vor einer angeblichen „Umvolkung“ warnen und gegen Migration hetzen, jubeln sie gleichzeitig einem Diktator zu, der seine eigene Bevölkerung opfert und durch Migranten ersetzt. Die Heuchelei ist offenkundig: Wenn es einem autoritären Regime dient, wird der „große Austausch“ plötzlich zur Notwendigkeit erklärt.

Putins Russland zeigt, wohin Nationalismus, Militarismus und autoritäre Herrschaft führen: in den Abgrund. Statt die eigene Bevölkerung zu schützen, wird sie verraten – im Namen von Macht und Expansion. Wer heute noch Putins Politik bewundert, sollte sich fragen, ob er wirklich bereit ist, die gleichen Opfer zu bringen: die eigenen Söhne in den Krieg zu schicken, die besten Köpfe ins Ausland zu treiben und am Ende auf Migranten angewiesen zu sein, um das System am Laufen zu halten. Die Realität in Russland ist eine Warnung – und sie sollte alle aufrütteln, die noch immer an die falschen Versprechungen von Stärke und Größe glauben.

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