In der ORF-Diskussion „Im Zentrum“ über die Turbulenzen im Team Stronach sind viele bemerkenswerte Dinge gesagt worden. „Frank wünscht sich einen starken Mann“ (Kathrin Nachbaur begründet ihren Parteiaustritt). „Stronach ist leider eine Lachnummer geworden“ (Rudi Fußi analysiert die Performance des Polit-Milliardärs). „Es kennt sich kein Mensch aus“ (sogar Anneliese Rohrer hat so ein Tohuwabohu noch nicht erlebt). Am Rande hat der Talk jetzt auch eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Simon Inou, der sehr viel dazu beigetragen hat, dass diesem wichtigen Thema mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, twitterte erbost, das sei zum Kotzen, dass Anneliese Rohrer im Fernsehen Rassismus verbreite. Was war passiert? Die „Grande Dame“ der Polit-Kommentatoren wollte von Nachbaur wissen, ob der Steuerzahler das alles blechen müsse, was das Team Stronach derzeit aufführe und zitierte die „zehn kleinen Negerlein“ – als Bild für den Niedergang einer Partei („…da waren’s nur noch drei“).

Im Kinderlied aus dem Jahre 1844 erleidet bekanntlich ein „kleines Negerlein“ nach dem anderen einen unglücklichen Tod. Ich bin, wie Anneliese Rohrer, mit diesem Reim aufgewachsen. Eine Strophe hab‘ ich mir sogar bis heute gemerkt: „Sieben kleine Negerlein, die gingen mal zur Hex, das eine wurde aufgefressen, da waren’s nur noch sechs.“ Dass politische Korrektheit die Vergangenheit nach neuen Regeln ummodeln will, ist ja nichts Neues. So wurde Agatha Christies Krimi „Zehn kleine Negerlein“ einfach umgetauft und Pippi Langstrumpfs Vater darf heute kein „Negerkönig“ mehr sein. Möglicherweise stirbt auch der Meinl-Mohr als Botschafter für österreichischen Kaffeegenuss bald einen politisch korrekten Tod… Sicher, Sprache ist ein mächtiges Instrument und kann Rassismus transportieren. Aber hilft es dem Bemühen, sensibler mit Sprache umzugehen, wenn Originaltexte „bereinigt“ werden, etwa indem man die „kleinen Negerlein“ einfach verschwinden lässt? Nein, lieber Simon Inou, „zehn kleine Negerlein“ als Bild für eine immer kleiner werdende, aussterbende Truppe – das Team Stronach - zu zitieren, ist noch kein Rassismus. Und gerade Anneliese Rohrer ist von „Alltagsrassismus“ so weit entfernt wie der Komet Tschuri von Oberwaltersdorf.

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