Armin Wolf, der weit links stehende sogenannte Anchorman der ZIB2, bewies im Interview mit SPÖ-Chefin Rendi-Wagner wieder einmal, dass er ein unbrauchbarer Journalist ist.

Er befragte Rendi-Wagner nur aus der linken bzw. linksextremen Perspektive heraus: seine Fragen und Vorwürfe reflektierten die Sicht der Wiener SPÖ und waren gleichzeitig der burgenländischen SPÖ gegenüber extrem feindlich; die Schuld am Absturz der SPÖ in den Meinungsumfragen schob Wolf in üblicher Faktenfreiheit dem burgenländischen Landeshauptmann Doskozil zu, der hervorragende Werte im Burgenland hat, während Wolf den Wiener Bürgermeister Ludwig und seine Rechtsextremismusvorwürfe gegenüber der FPÖ vollinhaltlich teilte und völlig unkritisch sah, im Widerspruch zu seinem Anspruch, ein kritischer Journalist zu sein. Da man den jetzigen FPÖ-Chef Hofer als klar moderater sehen kann als Strache, wirken diese Rechtsextremismusvorwürfe Ludwigs gegenüber der FPÖ weniger als jemals zuvor, was Armin Wolf aber nicht kritisierte, sondern im Gegenteil zitierte Wolf Ludwig, als sei dieser eine Art unfehlbarer Gott.

Auch die plausibelste Erklärung für den Absturz der SPÖ in den Meinungsumfragen erwähnt Wolf nicht, vielleicht absichtlich, vielleicht aus Blödheit: nämlich, dass die SPÖ und die ihr nahestehenden Medien ihre gesamte Politik und Wahlkampflinie auf Gegnerschaft zu Schwarz-Blau bzw. Türkis-Blau aufgebaut hatten, und dass durch das Platzen dieser Koalition die SPÖ damit ihr Feindbild und ihre Linie verloren hat.

Armin Wolf verabsäumt es als SPÖ-höriger (genaugenommen: SPÖ-Wien-höriger) und völlig unkritischer Journalist, Rendi-Wagner auf die Widersprüche ihrer Politik hinzuweisen: einerseits zu sagen, es komme bei einer Koalition auf die Inhalte an, aber andererseits zu sagen, mit der FPÖ sei eine Koalition unmöglich, egal, welche Inhalte.

Die Interviewmethode von Armin Wolf ist wie so oft ein Verstoss gegen das Objektivitätsgebot des ORF, er befragt immer nur aus der einen Richtung, aus der anderen nicht. Er ist fixiert auf eine Linie, wie die SPÖ seiner Meinung nach sein solle, andere Möglichkeiten erwähnt er nicht, bzw. vertuscht er.

Bei Rendi-Wagners Forderung nach der Besteuerung US-amerikanischer Internetkonzerne hätte Wolf sagen können, sollen oder sogar müssen: "Dasselbe sagen alle anderen österreichischen Parteien auch, das sagt die ÖVP auch. Wieso soll diese Frage irgendeinen Wähler oder irgendeine Wählerin bei der Wahlentscheidung interessieren ?" Aber das sagte er nicht.

Armin Wolf hat diese Tendenz nicht nur bei diesem Interview, sondern bei praktisch jedem.

So gesehen kann man nur froh sein, dass der ORF durch die Stärke der durchaus problematischen Privatsender so bedeutungslos ist wie niemals zuvor.

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