Die jüngsten Entwicklungen zeigen sehr gut die Machtverhältnisse innerhalb der ÖVP: Sebastian Kurz, angeblicher Kanzler von Österreich, kritisiert die Justiz als parteilich und SPÖ-ferngesteuert und parteiisch und unobjektiv. "Logische" Folge: die türkis-grüne Regierung gibt der angeblich SPÖ-gelenkten Justiz mehr Geld, wie die Kanzleramtsministerin Edtstadler (nicht der angebliche Kanzler Kurz) in der Sendung "Im Zentrum" verkündete.

Bei der Pressekonferenz traten Kurz und Edtstadler getrennt auf, was auf schlechte Chemie innerhalb der Regierung und innerhalb der ÖVP hindeutet.

https://www.sn.at/politik/innenpolitik/vor-brisanter-aussprache-im-kanzleramt-oesterreichs-justiz-erhaelt-mehr-geld-83236036

Womit sich die Frage stellt, wer in der ÖVP wirklich die Macht hat, und ob der angebliche Kanzler und angebliche Parteichef Kurz nur eine mehr oder weniger ungelenkte Rakete oder eine Marionette in den Händen seiner älteren und erfahreneren Berater ist, wie er, Kurz sinngemäß früher einmal behauptete.

Aber es macht schon irgendwie wahltaktisch Sinn, eine jugendliche Kanzlermarionette zu installieren, die erstens als Wählermagnet für Jungwähler oder Pseudo-Schwiegereltern fungiert und der die Wählerinnen und Wähler zweitens eben wegen der Jugend und Unerfahrenheit jeden Fehler verzeihen.

Auf jeden Fall scheinen die jüngsten Entwicklungen allen denjenigen recht zu geben, die für die ÖVP spendeten, aber nicht für den blutjungen und unerfahrenen angeblichen Kanzler Kurz.

Tatic / BKA https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/Baerig-Kurz-und-Van-der-Bellen-besuchten-Pandas;art385,2868025,C::cme206596,1966845

Kann Pandabären streicheln und Jungwähler begeistern, aber kann er auch regieren ? Der angebliche Kanzler Kurz, der offensichtlich von seiner Partei wieder zurückgepfiffen wurde, nachdem er die Justiz als SPÖ-gesteuert und parteiisch kritisiert hatte.

Diese Entwicklungen können auch als Bestätigung der "Postdemokratie"-These von Colin Crouch gesehen werden: Crouch vertrat die These, dass heutige Wahlen reine Medien- und Marketing-Spektakel sind, ohne Bedeutung für die wirklichen Entscheidungen und wirklichen Machtfragen.

Crouch vertrat weiter die These, dass die Kandidaten (wie Kinderkanzleroid Kurz) bedeutunglos sind und dass sie Wachs in den Händen der Wahlkampfmanager und PR-Agenturen sind, die die Politik und die Wahlen bestimmen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Crouch

CC / Caranti https://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Crouch#/media/Datei:Colin_Crouch_-_Festival_Economia_2013.JPG

Colin Crouch, Verfechter der Postdemokratie-These. Wurde diese durch das kindlich-unerfahrene Kanzlerimitat Kurz (erfolgreich beim Wahlengewinnen, erfolglos beim Regieren) eindrucksvoll bestätigt ?

In Zusammenhang mit der Nachdemokratie Österreich stellen sich zahlreiche Fragen:

1.) wer hat die Macht in der ÖVP, wenn Kanzleroid Kurz sie nicht hat ?

2.) wieso sind die Wählerinnen und Wähler glücklich mit einem unerfahrenen und blutjungen angeblichen Kanzler und bestätigen ihn immer wieder im Amt, obwohl er zahlreiche Fehler macht und von seiner eigenen Partei oft zurückgepfiffen wird wie ein kleines Hündchen ?

https://kurier.at/politik/inland/round-table-zur-justiz-habe-keine-roten-netzwerke-gesehen/400749921

Hier ein Apportier-Training für junge, unerfahrene Hündchen, die von zielorientierten und befehlsbefolgendem Handeln noch weit entfernt sind:

Zitat: "Es muss gewährleistet sein, dass der Hund das auch tatsächlich verläßlich tut"

Jede und jede, der/die dieses Video sieht, hat natürlich die Freiheit, dabei an Polit-Welpen Sebastian Kurz zu denken.

Das Apport-lernende Hundchen in diesem Video heisst "Poldi", nicht "Basti", aber so groß ist der Unterschied nun auch wieder nicht.

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