I.

Ich habe längere Zeit am Fleischmarkt gearbeitet, da bin ich manchmal in der Mittagspause zur Aida in der Rotenturmstaße gegangen. Wie ich die Aida verlasse fragen mich zwei sehr junge Mädchen (ca. 14): Wo ist der Fleischmarkt. Nächste Ecke links, dann seit ihr schon am Fleischmarkt. Sie sind schneller gegangen als ich und waren bald außer Sicht. Kurz bevor ich das Bürogebäude betrete fällt mir ein dass ich noch etwas kaufen will, und ich gehe in den Supermarkt nebenan. Wie ich rauskomme sehe ich die beiden Mädchen die ratlos dreinschauen. Ich schaue sie fragend an. „Ja wie kommen wir denn jetzt zum Fleischmarkt?“ Ihr seits ja am Fleischmarkt, also wo wollts denn hin? „Da gibt es doch eine Klinik die Abtreibungen macht, und Spiralen einsetzt“. Da war ich doch etwas verblüfft. Habe mich aber rasch gefasst. Da geht ihr gerade aus vis a vis von der Post ist das Institut das ihr meint. Sie haben sich bedankt und sind gegangen.

II.

Es war vor ca. 7 Jahren, ich habe damals im 2. Bezirk gearbeitet und bin meistens mit der Schnellbahn vom Praterstern heim gefahren. An einem heißen Sommertag hatte ich einen unbändigen Gusto auf einen Erdbeer- Milchshake. Ich war vielleicht in meinem Leben 10 x bei McDonalds. Bei McDonalds am Praterstern hat sich herausgestellt, dass es den Erdbeer- Milchshake nicht gab oder gibt, und da ich sehr durstig war, habe ich einen Pago Kirschsaft bestellt. Der war zwar winzig - 1/8 und sündteuer ca. 2 Euro aber nicht schlecht. Jetzt muss ich das Lokal beschreiben: Etwa 100 m² groß, vorne eine Auslage an den Seiten Spiegel wie in Schönbrunn oder Versailles. Es gibt Steh- und Sitztische, in der Mitte vorwiegend Steh-, an den Seiten Sitztische. Das Lokal war schwach besucht. Ich habe mich an einen Stehtisch gestellt, und herumgeschaut. Auf der Seite bei den Spiegeln saß ein ziemlich junges Mädchen und hat in meine Richtung grimassiert. Ich war damals anfang 60 und sie höchstens 20 also habe ich das nicht auf mich bezogen. Sie ist noch sehr jung, und vielleicht etwas verspielt, dachte ich, vielleicht probiert sie Grimassen im Spiegel aus. Jedenfalls habe ich meinen Saft ausgetrunken und bin gegangen. Ist sie mir doch tatsächlich nach gelaufen (buchstäblich) und hat mir unverhohlen das Ficken angeboten, das war vermutlich auch ziemlich das einzige was sie auf Deutsch sagen konnte. Eine österreichische Prostituierte hätte vielleicht neckisch gesagt: Burli wie wärs mit uns zwei? Aber diese geschliffene Rhetorik stand ihr nicht zur Verfügung. Sie hatte mir ja nichts getan und zu einem jungen Mädchen, das leidlich hübsch ist, will man nicht allzu unfreundlich sein. Also habe ich gesagt: Vielen Dank, heute nicht – das hat sie jedenfalls sinngemäß verstanden. Unsere Wege haben sich getrennt.

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Spinnchen

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dohle

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fischundfleisch

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