Es ist schon fast rührend, wie beharrlich die Deutschen seit Jahrhunderten versuchen, sich in der Welt breitzumachen – und wie grandios sie dabei scheitern. Venezuela, dieses von Krisen gezeichnete Land am Karibischen Meer, ist nur ein besonders lehrreiches Beispiel für die deutsche Unfähigkeit, nachhaltig zu kolonisieren oder auch nur klug zu handeln.
Nationalstolz? Vergesst es: Deutsche scheitern seit 500 Jahren an Kolonien
Der Name „Venezuela“ selbst ist ein ironisches Relikt deutscher Naivität: 1499 landete Alfons von Oldenburg an der Küste und sah die Pfahlbauten der Indigenen. Ihm fiel nichts Besseres ein, als das Land „Klein-Venedig“ zu taufen – ein Name, der bis heute an die absurde deutsche Sehnsucht nach exotischer Größe erinnert. Doch die wahre Farce begann erst 1528, als Kaiser Karl V., tief in Schulden bei den Augsburger Welsern, den Bankiersfamilien einfach ein Stück der Neuen Welt als Pfand überließ. Die Welser, getrieben von der Gier nach schnellem Reichtum, träumten von Gold, von El Dorado, von einer deutschen Kolonie, die ihnen ewigen Ruhm einbringen würde. Stattdessen gründeten nur sie zwei Städte – Neu-Augsburg und Neu-Nürnberg –, die heute als Coro und Maracaibo bekannt sind, und machten sich aber in der Hauptsache auf die Suche nach dem legendären Goldland.
Sklavenhetzer und Goldlügner: Die wahre "große" deutsche Geschichte
Was folgte, war ein Desaster: Die Gouverneure der Welser, allen voran Ambrosius Ehinger und Philipp von Hutten, hetzten ihre Leute durch den Dschungel, quälten die indigene Bevölkerung, handelten mit Sklaven und fanden am Ende doch nur leere Hände. Sie versklavten indigene Bewohner brutal zur Zwangsarbeit in Bergwerken und führten 4000 afrikanische Sklaven ein. Nur Sklavenhandel brachte Profit, der Rest war Versagen auf ganzer Linie. 1546 war das Experiment beendet, die Welser zogen ab, und Venezuela blieb, was es war: ein Land, das sich deutschen Träumen von Weltherrschaft hartnäckig widersetzte. Die Welser waren an ihrem eigenen Kurzdenken gescheitert – sie hatten auf schnellen Profit gesetzt, statt eine stabile Kolonie aufzubauen. Eine Tradition, die sich durch die deutsche Geschichte zieht wie ein roter Faden.
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Doch die Welser waren nur der Anfang. Das deutsche Kaiserreich, spät dran im kolonialen Wettrennen, warf sich im 19. Jahrhundert auf Afrika und den Pazifik, nur um festzustellen, dass Kolonien teuer sind und wenig einbringen. Die deutschen „Schutzgebiete“ – ein Euphemismus für Ausbeutung – waren schlecht verwaltet, die Infrastruktur mangelhaft, und die einheimische Bevölkerung wurde so brutal unterdrückt, dass Aufstände wie der der Herero und Nama in Namibia bis heute als Völkermord gelten. Wirtschaftlich waren die Kolonien ein Minusgeschäft, politisch isolierten sie Deutschland nur. Als der Erste Weltkrieg begann, waren die deutschen Besitzungen schnell verloren. Das Kaiserreich hatte sich verrannt, genau wie später das NS-Regime, das mit seinem „Lebensraum“-Wahn ganz Europa in Schutt und Asche legte – und am Ende selbst unterging.
Herero-Völkermord bis Elektro-Auto-Panne: Deutschlands ewige Blamage
Und heute? Die deutsche Industrie, stolz auf ihre Ingenieurskunst, verschläft die Zukunftstechnologien, klammert sich an Verbrennermotoren, dem industriellen El Dorado und fossile Energien, während andere Länder längst auf Elektromobilität und erneuerbare Energien setzen. Statt innovativ zu sein, wird gebremst, diskutiert, verwaltet. Das Ergebnis: Deutschland verliert an Einfluss, während China und die USA die Märkte der Zukunft dominieren. So wie es Venezuela und seine Kolonien verlor und Spanien und anderen Kolonialmächte übernahm.
Trump, der "deutsche" Held, versagt wo Welser schon floppten – lol
Doch die Ironie der Geschichte will es, dass nun ausgerechnet ein deutschstämmiger US-Präsident – Donald Trump – in Venezuela scheitert, wo einst die Welser scheiterten. Nach einem von der eigenen Wählerschaft nicht gewollten Krieg hat Trump zwar Nicolás Maduro gefangen genommen, doch Frieden oder Stabilität ist nicht in Sicht. Stattdessen wird sich ein langer blutiger Konflikt entwickeln, denn die Venezulaner werden ihr Öl nicht abgeben wollen. Die USA regieren Venezuela nun de facto, so erzählen sie, doch die Bilder des gefesselten Maduro, die triumphierenden Tweets Trumps – all das erinnert nur an die Hybris vergangener deutscher Kolonialherren. Die Welt schaut zu, und viele fragen sich: Wann lernen sie es endlich?
Die deutsche Geschichte ist voller solcher Momente: große Pläne, kurze Aufmerksamkeitsspanne, katastrophales Ende. Ob im 16. Jahrhundert, im Kaiserreich, im Dritten Reich oder heute – immer wieder zeigt sich dasselbe Muster: kurzfristiges Denken, Überheblichkeit, Scheitern. Vielleicht sollte man es einfach akzeptieren: Kolonialismus, Weltherrschaft, selbst die sanfte Variante der wirtschaftlichen Vorherrschaft – es liegt den Deutschen einfach nicht. Und das, liebe Freunde, ist fast schon wieder bewundernswert in seiner Konsequenz.