Der Akademikerball - und zwei sicherheitstechnische Perspektiven dazu

Kommende Woche dräut DAS sicherheitspolitisch wohl relevanteste Thema während der Ballzeit in Wien heran - der Akademikerball, veranstaltet von der FPÖ, auf dem sich lt. etlichen Stimmen angeblich die "Nazis" reihenweise tummeln.

Zu diesem Ball gibt es die einhellige offizielle Meinung, dass mit vermehrten Randalen - wohl auch gegen die erst kurz amtierende österreichische Bundesregierung - zu rechnen sei, siehe untenstehende Artikel des diesbzüglich wohl unverdächtigen Standard (unverdächtig im Sinne, dass dieser der genannten Regierung in irgendeiner Weise nahestehen könnte).

Akademikerball: Organisatoren verstärkten Sicherheitsmaßnahmen

"Hochauflösende Kameras mit Gesichtserkennung in der Hofburg installiert, da Polizei "deutlich höhere Gewaltbereitschaft" erwartet Wien – Die Veranstalter des Akademikerballs haben aufgrund angekündigter Protestaktionen die Sicherheitsmaßnahmen bei der Veranstaltung verstärkt. Man habe in der Hofburg hochauflösende Kameras mit Gesichtserkennung installiert, sagte Organisator Udo Guggenbichler. Ein Grund ist die Ankündigung der satirischen "Burschenschaft Hysteria", die Mitternachtseinlage zu gestalten. Sorgen bereitet Guggenbichler, dass die Exekutive in diesem Jahr eine "deutlich höhere Gewaltbereitschaft" erwartet als in jenen zuvor – vor allem die Tatsache, dass auch in Ländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn bereits mobilisiert werde. "Ich gehe aber davon aus, dass die Polizei alles im Griff hat", meinte Gugenbichler. "Nichts gegen eine Demonstration, aber wir brauchen keine Gewalt." derstandard.at/2000072579762/Akademikerball-Organisatoren-verstaerkten-Sicherheitsmassnahmen

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Akademikerball: Polizei erwartet "deutlich höhere Gewaltbereitschaft"

"Bis zu 3.000 Beamte werden bei dem FPÖ-Ball in der Wiener Hofburg im Einsatz sein. Polizeipräsident Pürstl will Busse aus dem Ausland "umdrehen und nach Hause schicken" Wien – Bei den Demonstrationen gegen den von der Wiener FPÖ veranstalteten Akademikerball in der Hofburg rechnet die Polizei mit "deutlich höherer Gewaltbereitschaft". Laut dem Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl wird in Deutschland, aber auch in Italien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn rekrutiert. Die Polizei kündigte den Einsatz von bis zu 3.000 Beamten an." - derstandard.at/2000072457443/Akademikerball-Polizei-erwartet-deutlich-hoehere-Gewaltbereitschaft

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So die Berichte über die zu erwartenden Randale und Demonstrationen.

Und was macht die Polizei, um mögliche Täter danach auch tatsächlich dingfest zu machen? War das nicht irgendetwas mit erst vor nicht allzu langer Zeit neu erdachten "Bodycams", die Polizisten bei heiklen Situationen am Körper tragen, um später mögliche Übergriffe und gesetzte Handlungen BEWEISEN zu können? Nun, es gibt auch eine diesbzügliche Schlagzeile - allerdings nicht in dem Sinn, wie man es erwarten würde, nämlich, dass gerade bei einem solchen Ereignis dieselben vermehrt eingesetzt würden. Nein - man verzichtet gleich ganz darauf.

Und zwar aus ziemlich nebulösen Gründen, wie untenstehendem Artikel zu entnehmen ist.

Keine Bodycams am Akademikerball

"Die Polizei bereitet sich auf den größten geplanten Einsatz des Jahres vor: Die Absicherung des rechten Akademikerballs in der Hofburg am Freitag. Die Polizei setzt wieder auf eigene Kamerateams, Bodycams kommen nicht zum Einsatz.

Seit rund zwei Jahren verwenden Polizisten Bodycams im Probebetrieb. Ursprünglich waren sie bei Streifendiensten an besonderen Brennpunkten und für Demonstrationen vorgesehen. Doch beim Akademikerball kommen Körperkameras nicht mehr zum Einsatz, berichtet das Ö1-Morgenjournal - mehr dazu in oe1.ORF.at

„Weil sich diese Kameras wo viel gelaufen wird, wo geschlossenen Einheiten zugleich in Einsatz gebracht werden, wo viel Bewegung ist, insofern nicht gut eignen, weil die Bilder dann natürlich verwackelt sind und man auf den Aufnahmen einfach nicht so viel sieht, wie wenn Beweissicherungsteams neben dem Geschehnis mit ruhiger Hand filmen können“, sagt Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl."

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Beim gelernten Österreicher erhebt sich jedoch blitzartig die Frage, ob man auf den Einsatz dieser Kameras lieber doch deshalb verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen, möglicherweise prominente politische Gegner dieses Balles damit bei nicht ganz, hm, gesetzeskonformen Handlungen, oder zumindest ihnen später peinlichen Handlungen zu filmen? Oder einfach deshalb, weil man nicht will, dass man als Teilnehmer an einer möglicherweise ausufernden Demonstration erkannt wird?

Und nachdem ja seit einiger Zeit hierzulande ein Vermummungsverbot herrscht, ist die Gefahr, zufällig vor die Linse einer solchen Bodycam zu geraten, ja nicht gerade gering.

Unterlässt man jedoch das Filmen gleich einmal vorweg, dann kann man später immer noch behaupten, pöhse Rechtsextreme hätten die womöglich stattgefundenen Randale bewusst provoziert oder gar selbst verursacht.

Ein Schelm, wer etwas Schlechtes denkt!

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