Gratulation – wirklich. Die deutsche Blogger-Elite hat es geschafft, sich selbst zum geopolitischen Mastermind zu erklären. Während in den sozialen Medien wieder einmal mit maximaler Empörung und minimaler Faktenlage getrommelt wurde, verkündet die spanische Regierung nüchtern, dass von den rund 60.000 Menschen, die nach Ceuta gelangt sind, etwa 25.000 wieder nach Marokko zurückgekehrt sind.
Und natürlich – natürlich! – sehen sich die deutschen Social‑Media‑Blogger sofort als Ursache dieses Rückgangs. Schließlich haben sie ja wochenlang mit Caps‑Lock, GIF‑Gewitter und moralischem Zeigefinger die „Missstände“ angeprangert. Dass die Menschen in Ceuta aus völlig anderen Gründen zurückgingen – politische Absprachen, Grenzpolitik, humanitäre Lage – spielt keine Rolle. Hauptsache, man kann sich selbst als digitale Weltmacht inszenieren.
Die spanische Regierung bedankt sich angeblich ausdrücklich bei den Bloggern von FuF. Klar. Warum auch nicht. Wenn man schon diplomatische Verhandlungen führt, kann man ja nebenbei noch ein paar deutsche Kommentarspalten loben, die mit „vehementem Anprangern“ beschäftigt waren. Das klingt ungefähr so glaubwürdig wie ein Wetterbericht, der sich bei Facebook‑Gruppen bedankt, weil es aufgehört hat zu regnen.
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Danke!
Die Selbstbeweihräucherung ist herrlich:
„Wir haben getrollt – und Europa wurde gerettet!“
„Wir haben kommentiert – und die Migrationsbewegung ist implodiert!“
„Wir haben Memes gepostet – und die Außenpolitik hat sich bedankt!“
Man möchte fast applaudieren. Nicht wegen der Wirkung – die existiert nicht –, sondern wegen der unerschütterlichen Fähigkeit, sich selbst zum Helden einer Geschichte zu erklären, die man nicht einmal am Rande beeinflusst hat.
Die Wahrheit ist banal: Menschen entscheiden über ihr Leben aufgrund realer Bedingungen, nicht wegen deutscher Kommentarspalten. Aber die deutsche Blogger-Szene? Die feiert sich trotzdem. Und das ist vielleicht die schönste Pointe an der ganzen Sache.