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nach der berechtigten aufregung der letzten tage ein versuch, wieder etwas normalität zu leben.

weil vor der wahl ist auch wahl

europawahl.

und der will ich mich heute widmen.

am nächsten sonntag is es also soweit.

wir schreiten zu den wahlurnen.

wir haben die qual der wahl.

oder haben wir die wahl der qual?

wie oder was auch immer, ich werd hingehen und ein kreuzerl machen.

auch, wenn ich noch nicht weiss, wo.

würd ich in deutschland wählen, tät ich mich – trotz einer viel grösseren auswahl an möglichkeiten – leichter.

wenn ichs seriös halten würd, könnt ich „die linke“ oder eher wahrscheinlich den varoufakis wählen.

aber seriös kann auch stinklangweilig sein, und drum tät ich „die partei“ wählen.

das ist ganz eindeutig die beste partei – ganz grosses kino!

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ist aber ohnehin nur graue theorie, weil ich ja in österreich wählen muss.

anmerkung der eh nicht vorhandenen redaktion:

ich könnte hier und jetzt eine lange abhandlung über den unsinn von nationalen listen bei einer wahl zum europäischen parlament abliefern. ich wär ja ganz eindeutig für europäische listen mit spitzenkandidaten, einem demokratisch gewählten rat usw. usw.

tu ich aber nicht.

ich beschränk mich notgedrungen auf die mir zur verfügung stehende auswahl.

vorweg noch eine empfehlung für all jene, die eigentlich gegen die EU sind.

bleibts daheim. für euch gibt es bei dieser wahl keine auswahl. alle antretenden parteien wollen in der eu bleiben und diese verbessern – so wird das halt kommuniziert. ihr braucht also auch gar nicht weiterlesen.

es wird ernst:

wie find ich nun heraus, wo ich mein kreuzerl machen soll?

nachdem sich aus diversen gründen – auf die ich ich im einzelnen noch kommen werde – keine einzige wahlwerbende gruppe so wirklich unwiderstehlich aufdrängt, hab ich mich für das ausschlussverfahren entschieden.

das ist bei der einen einfacher als bei anderen.

ich fang mit den leichten sachen an.

ich werde – welch überraschung – nicht die fpö wählen. vilimsky & co wollen sich doch mit den salvinis, le pens und sonstigen ungusteln dieser EU auf ein champagnersaufendes packl hauen. jeder für sich will einen stacheldrahtzaun um den eigenen schrebergarten hochziehen und drauf warten, bis wieder einer dieser dolmen die parole „ab jetzt wird zurückgeschossen“ ausgibt. auf wen oder was ist ihnen wahrscheinlich völlig egal. nationalisten halt, die auch, wenn sies sagen, nicht sozial sondern identitär sind.

das ibiza-video ist nur insoweit eine überraschung, dass ich darüber erstaunt bin, wie blöd politiker sein können. strasser hätte eigentlich für alle mehr als eine warnung sein müssen.

alle meine vorurteile gegenüber dieser bagage werden darin bestätigt.

wer allerdings immer noch glaubt, dass diese „soziale heimatpartei“ wählbar ist und die interessen der menschen in österreich vertritt, dem ist nicht zu helfen. so jemand läuft mit augenbinde und scheuklappen durchs leben.

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bei den türkisen – weil was da so daherkommt ist weder schwarz, noch övp und schon gar nicht christlich-sozial – tu ich mir auch sehr leicht mit dem ausschluss. der kurzwahlverein weiss ja ganz offensichtlich grad selber nicht, ob das x, dass sie uns für ein u vormachen, nicht doch ein z oder ein sonstirgendwas ist. die agieren nach der nestroy-methode und machen sich einen jux mit uns.

Jetzt bin ich wirklich neugierig, wer stärker ist, ich oder ich. (Johann Nepomuk Nestroy)

edtstadler oder karas?

und ich lass mich ungern häckerln.

also unwählbar.

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damit komm ich zur nächsten (noch) grossen partei.

meine politische „heimat“ sozusagen. meine ehemals sozialistische partei. mit maiaufmarsch und kreisky als leuchtenden stern am polithimmel.

irgendwie machen es die mir aber auch grad nicht schwer sie im ausschlussverfahren zu eliminieren.

weil was dann da danach gekommen ist, der „dritte weg“ von blair, schröder und konsorten, ist zwar immer noch besser als das dritte reich. aber besser ist noch lang nicht gut. dieser irrweg hat viel dazu beigetragen, dass wir alle uns heut mit neoliberalen und neofaschisten herumschlagen müssen. aktuell zur eu-wahl habens das mit dem kern ziemlich versaut. sozusagen am burgenländischen doskozil-altar geopfert. egal, was man vom kern hält, wär das doch ein anderes kaliber als spitzenkandidat gewesen als es der schieder ist.

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apropos spitzenkandidat.

da wären wir dann bei 1europa.

weil ausser spitzenkandidat ist da nix.

voggenhuber halt mit ein bissl pilz im schlepptau.

obwohl er sicher viel erfahrung hat und auch manches sehr richtig sieht und sagt, hab ich vom anfang an nicht verstanden, warum er sich das antut.

ich hoffe doch, dass es nicht nur eine späte rache an den grünen ist.

wie ich überhaupt die pilz/voggenhuber/grünen-gschicht für völlig überflüssig und kontraproduktiv halt.

auch ausgeschieden.

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und bevor ich zu den schon angesprochenen grünen komm, erst noch die pinken.

also vereinigte staaten von europa tät mir schon gefallen. auch sonst gibt’s da einige ansätze, die ich durchaus akzeptabel find. ich finds ja sogar positiv, dass sie sich von der unsäglichen, überholten, ohnehin nie gelebten und nur als österreichisches kuriosum aufrechterhaltenen neutralität verabschieden wollen. die war ja die meiste zeit eh nur dazu da, nicht über die eigene vergangenheit reden zu müssen.

und liberal tät mir ja grundsätzlich auch zusagen. und gesellschaftsliberal sind sie ja die NEOS. da tät ich auch gemeinsamkeiten finden.

hapern tuts halt dann, wenns um die wirtschaft oder soziales geht.

und zwar ganz gewaltig.

weil da tuns auch auf liberal, aber von manchester- bis neoliberal.

und da seh ich einen ganz entscheidenden fehler in der liberalität der „liberalen“.

es passt eigentlich gar nicht zusammen, dass die neos für die vereinigten staaten von europa sind, aber der sozialbereich (mindestlöhne, finanzausgleich usw) komplett aussen vor bleibt. ein gemeinsames europa ohne sozialunion geht sich irgendwie nicht aus.

wie frei (also liberal) ist ein mensch in seinen entscheidungen, dessen leben durch krieg, terror, hunger, arbeitslosigkeit, existenzangst oder armut bedroht ist? darauf hab ich bisher von liberaler seite noch keine wirkliche antwort bekommen.

der „markt“ der das angeblich regelt ist leider so überhaupt nicht liberal, sondern geprägt von den regeln derer, die es sich richten können. den mächtigen, den reichen, den konzernen und irgendwelchen eigenartigen „societies

also auch „leider nein“!

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da warens nur noch zwei.

die grünen haben eine zeitlang so ziemlich alles falsch gemacht, was ma hat falsch machen können. edel sei der mensch, aufrecht und gut. jo eh!

aber die politik, die ist nicht so.

nach dem wahlsieg vom vdb habens geglaubt das geht so weiter. von allein. bobo-politik vom feinsten.

dann die gschicht mit den jungen grünen und die mit der glawischnig und novomatic. der heumarkt und die verbockte basisdemokratie und der pilz hat ihnen dann endgültig das gnack brochen.

dass die grünen aus dem nationalrat geflogen sind, halt ich für eine echte schwächung der österreichischen demokratie.

ich hab aber den eindruck, dass der denkzettel gewirkt hat und sich die grünen wieder auf ihr ureigenstes thema, die umwelt, besinnen.

und ich hab auch den eindruck, dass – zumindest jetzt im eu-wahlkampf – ihnen klar ist, dass umweltschutz immer auch schutz für menschen heissen muss. in jeder beziehung.

es besteht die hoffnung, dass das in zukunft nicht nur lippenbekenntnisse am veganen buffet bei irgendwelchen charities sind, sondern dass daraus auch handfeste politik entstehen kann und muss.

uns allen muss ja klar sein, dass gutes leben für alle nur in einer intakten umwelt möglich sein kann. so wie uns klar sein muss, dass derartiges nicht einfach an irgendwelchen grenzen aufhören kann. schon gar nicht am österreichischen schrebergartenzaun und auch nicht an den aussengrenzen der EU.

was mir dabei aber ned so zusagt, ist die gschicht mit der wiener. aber vielleicht sind das ja die lehren aus dem desaster um die listenwahl vor der nrw.

die grünen bleiben trotzdem auf der liste.

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bleibt zu guter letzt noch kpö plus.

ich hab wenig am programm oder der spitzenkandidatin auszusetzen.

das tät schon halbwegs passen.

ich hab ja für die kpö eine unterstützungserklärung unterschrieben.

an meiner bereits damals geäusserten kritik hat sich nichts geändert:

Ich bin nämlich so überhaupt nicht damit glücklich, dass es wieder nicht gelungen ist, eine echte, chancenreiche, gemeinsame, progressive, linke Allianz zustande zu bringen.

irgendwie ist dieses fehlen einer wirkungsmächtigen linken in österreich mehr als offensichtlich. in diversen kommentaren wird diese auch immer wieder gefordert. auch von den üblichen verdächtigen wie klenk über fussi und misik.

warum nicht im rahmen der EU-wahl statt kpö zb european left am stimmzettel steht ist für mich nicht nachvollziehbar.

ich geb zu, ich mache teile der kp für dieses manko verantwortlich. ich geb zu, ich glaube, dass da einige einer transformation im wege stehen. aus welchen gründen auch immer.

das festhalten an der marke kpö+ kann wohl kaum am grossartigen wahlerfolg bei der nrw17 liegen.

ich kann auch nachvollziehen, dass bei einem bestimmten personenkreis das „k“-wort auf unüberwindbare vorurteile trifft. sogar der vorsitzende der europäischen linken, gregor gysi, hat in einem interview der kpö ausgerichtet:

Ich finde auch, sie sollten sich umbenennen. Die KPÖ war zu artig. Deswegen muss man die Erneuerung in einem neuen Namen deutlich machen.

wie ihr seht, bin ich also ein bissl verärgert.

es gibt bei der kpö ganz grossartige menschen. ich möchte diese nicht mehr missen.

aber unter guten freunden muss es möglich und erlaubt sein, kritik zu äussern, ohne die grundsätzliche übereinstimmung in frage zu stellen.

auch möchte ich festhalten, dass die zusammenarbeit im rahmen von wien andas auf festen beinen steht und wunderbar funktioniert. das wäre meines erachtens auch vorbild für eine mögliches szenario in gesamt österreich. auch, da es auch bereits kärnten andas gibt.

das ganze ist umso ärgerlicher, weil die inhalte die seitens der kpö+ vertreten werden im grossen und ganzen der von mir – und ich glaub auch von vielen, vielen anderen – gewünschten zukunftsorientierten politik entsprechen.

drum auch kein ausschluss von meiner potentiellen wahlliste.

so wies ausschaut, hab ich also am sonntag zwei möglichkeiten fürs ominöse kreuzerl.

das entspricht auch meinem ergebnis in der wahlkabine.

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ich werd mir also die kommende woche den kopf drüber zerbrechen, ob rot oder grün bei dieser qual für mich die richtige wahl ist.

hingehen werd ich also auf alle fälle. und ihr solltet das auch jedenfalls tun.

und überlegts euch gut, wem ihr eure stimme gebt.

in diesem sinne:

bleibt´s gsund und losst´s eich nix gfoin!

passt´s auf eich auf und wehrt´s eich!

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G. Szekatsch

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berridraun

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