Die AfD verliert Kontrolle. Und sie weiß es.

Alice Weidel verliert zunehmend Rückhalt. Nicht medial, sondern politisch. In der eigenen Partei, im eigenen Lager, bei Menschen, die Führung erwarten und stattdessen Inszenierung bekommen.

Wo Vertrauen schwindet, hilft kein Lautsprecher mehr.

Im Osten bricht Vertrauen weg. Der Steuergeldskandal um Ulrich Siegmund wirkt nach. Nicht als kurze Schlagzeile, sondern als leise, anhaltende Enttäuschung. Genau dort, wo die AfD moralische Überlegenheit für sich beansprucht hat.

Wer jahrelang „die da oben“ beschimpft und dann selbst beim Umgang mit öffentlichen Mitteln auffällt, verliert das letzte Argument, das ihn getragen hat.

Auch international steht die AfD zunehmend isoliert da. Selbst europäische Rechtsparteien warnen vor ihr. Nicht aus ideologischer Distanz, sondern aus strategischer Vorsicht. Zu radikal. Zu unberechenbar. Zu offen autoritär.

Wer selbst für rechte Bündnispartner zum Risiko wird, ist kein Stabilitätsfaktor, sondern ein Brandbeschleuniger.

In Schleswig-Holstein zeigt sich das besonders deutlich. Die AfD liegt bei rund 14 Prozent. Weit abgeschlagen.

Das ist keine Perspektive. Das ist eine Sackgasse. Wer hier nicht wächst, scheitert bundesweit. Der beliebte Ministerpräsident Daniel Günther liegt mehr als 25 Prozentpunkte vor der AfD. Das ist kein Zufall, sondern ein Signal.

Gleichzeitig kippt die Stimmung bei Teilen der eigenen Wählerschaft. Die Parallelen zu Trump werden offensichtlicher. Der Ton wird härter, die Sprache enthemmter, die Verachtung offener. Was als Stärke verkauft wird, erzeugt Unsicherheit.

Viele merken: Das ist keine Ordnung. Das ist kontrollierter Kontrollverlust.

Der Osten spürt die Folgen bereits. Die Fachkräftekrise verschärft sich. Junge Menschen gehen. Nicht aus Protest, sondern aus Vernunft. Wer Zukunft will, sucht sie woanders. Nicht bei rechten Parteien.

Zurück bleiben ausgedünnte Regionen, leere Versprechen und politische Erzählungen ohne Anschluss an die Realität.

Menschen mit Migrationshintergrund meiden den Osten zunehmend. Nicht aus Ideologie, sondern aus Erfahrung.

Das ist keine moralische Debatte, sondern eine Standortfrage. Wer Abschottung predigt, bekommt Abwanderung. Wer Ausgrenzung normalisiert, verliert Vielfalt, Arbeitskräfte und Investitionen.

All das ergibt ein klares Bild.

Eine Partei ohne Führungskraft.

Ohne Vertrauen.

Ohne internationale Anschlussfähigkeit.

Ohne Zukunftsangebot.

Die AfD lebt von Wut.

Aber Wut trägt kein Land.

Und genau davor warnen inzwischen sogar jene, die ihr ideologisch am nächsten stehen.

0
Ich mag doch keine Fische vergeben
Meine Bewertung zurückziehen
Du hast None Fische vergeben
0 von 6 Fischen

bewertete diesen Eintrag

2 Kommentare

Mehr von Klassensprecher