AfD-Funktionäre aus Unterfranken unterstützen Nürnberger Neonazi-Demo
Seit der Abspaltung einer Gruppe offenkundiger Neonazis vom rechtsextremen „Team Menschenrechte“ demonstriert diese regelmäßig samstags. Mit weniger als 40 Teilnehmenden blieb auch die gestrige Kundgebung überschaubar. Mit dem Namen „Aryan People Resistance“ bleiben mit Blick auf die ideologische Ausrichtung eigentlich keine Fragen offen.
Zudem kam es zu einer offenen Unterstützung durch zwei Funktionäre der AfD Unterfranken: Federico Beck ist stellvertretender Bezirksvorsitzender und Vorsitzender des Kreisverbands Würzburg. Er bewarb die Versammlung offen über seinen Instagram-Account. Bereits kürzlich fiel Beck durch die Einladung des rechtsextremen Liedermachers „Kavalier“ auf, dessen Positionen er gezielt verharmloste. Beck ist häufig mit dem Bürgermobil der AfD-Landtagsfraktion unterwegs, was zumindest auf eine Anstellung und Bezahlung hindeutet. Uber weite Strecken trug er das Fronttransparent.
Größer war der Beitrag von Michael Hetzel. Der Demo-Organisator aus dem Raum Aschaffenburg stellte Lautsprecherfahrzeug und Anlage zur Verfügung, was die Außenwirkung der kleinen Demonstration deutlich verstärkte. Hetzel ist Beisitzer im Bezirksvorstand der AfD.
Zudem wurde deutlich, welche Ziele Rechtsextreme mit dem Thema „Kinderschutz“ verfolgen. Sie versuchen, über dieses emotional stark besetzte Thema einen Fuß in die Tür zu bekommen – für ihre eigenen Vertreibungs- und Vernichtungsfantasien. Die Co-Veranstalterin propagierte offen demokratie-, menschenwürde- und rechtsstaatsfeindliche Parolen bzw. baute entsprechende Forderungen in ihre Rede ein. Der Höhepunkt war die Unterstellung, alle Personen, die sich gegen die Rechtsextremen stellen, hegten Sympathien für Kindesmissbrauch und hätten damit ihr „Recht auf Leben auch verspielt“.
Während die Rednerin unbehelligt blieb, wurden gegen gleich mehrere Teilnehmer Maßnahmen ergriffen. Die Polizei berichtete von verbotenen Kennzeichen; zudem sei ein Haftbefehl vollstreckt worden.
Die Neonazis kündigten weitere Demonstrationen an – ob dann erneut mit AfD-Unterstützung wird sich zeigen.