Hallo Allerseits, Heute der zweite Teil zum Thema Bundesheer, diesmal möchte ich einen kleinen Einblick in meine Zeit als GWD geben.Ich komme von der Arbeit nach Hause und finde einen wunderschönen Brief des Heeresamtes am Küchentisch vor. Mein Vater weißt mich darauf hin, mit den Worten: "Bua, in da Kuche liegt a Wisch fia die, soidst da moi durchlesn".

Also fange ich an zu lesen:"Bla bla bla, um diese und jene Uhrzeit sind sie dazu verpflichtet, sich in der Linzer Stellungskaserne einzufinden, bla bla bla..."Es war also der Brief zur berüchtigten Musterung (Eiergrapschen undso). Natürlich bin ich einige Wochen danach zur Stellung gefahren (woa a ganz a lässiga Tag, der ma sogoa vo da Firma zoit wordn is).

Ergebnis der Untersuchungen und Tests war folgendes, die Frau Doktor am Ende der Musterung:" Herr Lehner, sie sand einer der Fittesten, de bei da Stellung jemois do woan, oba durch ihr Belastungsasthma muas i sie vo 9+ mit Sternchen auf a 5  Abwerten...".Tjo, dachte ich mir, soll mir Recht sein. Ich ging danach gleich in das Nebengebäude und hab mich für eine "Ausbildung" in Hörsching als Infantrist eingetragen, um nicht so weit fahren zu müssen, war auch kein Problem.Zwei Monate später:Wieder komme ich von der Arbeit nach Hause, mein Vater kommt mir mit einem Grinser im Gesicht entgegen und gibt mir einen Brief: "do, is fia die, derfst doch a weng weida ois wia noch Hörsching foan". Es war meine Einberufung...:"Ab dem 01.06.13 um 0000 sind sie Soldat!". Ich durfte also meine Grundausbildung nicht in Hörsching machen, sondern in Langenlebarn.

Zwei Wochen später kam nocheinmal ein Brief, in dem Stand, dass ich die ersten vier Wochen meiner acht Wochen Grundausbildung in Baden bei Wien machen muss, da in Langenlebarn aufgrund einer Übung kein Platz für uns GWD ist.1.6.13Der erste Tag in Baden."Geleck..., muas denn des sei?" Dachte ich mir, als ich nach einigen Kilometern durch die Einöde, mit meinem Auto vor der Kaserne stand. GWDler, die so unmotiviert aussahen wie ich beim Fahren nach Baden, und mich einwiesen, wo ich denn hin muss.Nach langem Warten wurden wir in unsre "Unterkunft" geführt und eine Anwesenheitskontrolle gemacht, alle da, Klappe zu, Affe tot, jetzt gibts vier Wochen kein Zurück aus Baden.Info zu unsrer Unterkunft: Es gab keinen Strom aus der Steckdose und kein warmes Wasser in der Dusche ;)In der ersten Woche wurde ein Leistungtest der Kompanie (ca 300GWD) durchgeführt.Klimmzüge, Liegestütz, Sit-ups, Militärische Hockliegestütz und Kniebeugen standen auf dem Programm.Zu meiner Verwunderung gab es tatsächlich Personen, die keinen einzigen Liegestütz, Klimmzug und keine 10 Situps schafften, im Nachhinein ist es wirklich traurig, dass es solche gibt...Am Ende der Woche kam die Auswertung, und zu meiner Begeisterung war ich der Beste bei diesem Test. (Ehrlich gesagt bin ich heute noch stolz darauf ;) )Im weiteren Verlauf der ersten vier Wochen kamen noch Dinge wie:

ABC-Schutzanzugtraining (innerhalb von 3 Minuten anziehen, Marsch mit Gepäck im Anzug, Gefechtsübungen im Anzug, usw)Gefechtsübungen, Übungen mit der Waffee (Waffen und Schießdienst), Exerzierübungen, richtiger Bettenbau *gg*, Sport, "Ausflüge mit vollem Gepäck (schwerer KAZ) auf Übungsplätze, das erste mal... scharf Schießen usw...5. Woche: Verlegung nach LangenlebarnEndlich ein wenig näher am Zuhause, Fliegerhorst Brumowski.Es ging munter weiter mit all diesen Übungen und Sport sowie Nahkampftraining, wie auch schon in Baden.Das Highlight in Langenlebarn war aber eine Müllparty *gg*, Scherz, natürlich war das die Feldlagerwoche in Allensteig, wo im Sommer Winter, und im Winter Sommer sein kann. Eine Woche lang nicht duschen, nur Katzenwäsche und im Wald leben. In der Früh aus dem (Schönheits-)Schlaf gerissen werden zum Morgensport, tägliche Gefechtsdienste und viele andre schöne Dinge die man beim Heer so mitmacht, sowie die abschließende Gefechtsübung gegen unsre Ausbilder ;) .9. Woche: Ende der BA und Verlegung nach HörschingAb hier war meine Zeit beim Heer sozusagen vorbei, an diesem Wochenende hatte ich nämlich einen Motorradunfall wo ich anschließend 2 Monate im "Krankenhaus" lag (auf der Sani in der Kaserne in Hörsching wo ich auch operiert wurde).Mein Unfall wurde Glücklicherweise als Dienstunfall am Weg zur Kaserne gewertet, wodurch ich nicht abrüsten musste!Am Ende meiner "Dienstzeit" wurde ich in der "zweiten leichten Transporthubschrauberstaffel" untergebracht.Abschließend kann ich zu meiner Zeit beim Heer nur sagen:Es war eine geile Zeit, ich hab (zumindest in den ersten acht Wochen) viel Sport gemacht, einiges durchgemacht, Kameraden gefunden die in dieser Zeit mit einem (im Wahrsten Sinne des Wortes) durch den Dreck laufen und oft gelacht, auch wenn einem manchmal nicht danach zumute war.Ich würde mich wieder als GWD zum Präsenzdienst melden, und hoffen wieder so eine (körperliche) Ausbildung zu bekommen.Freundliche Bikergrüße,Phil

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Bernhard Juranek

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Silvia Jelincic

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fischundfleisch

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